VIP-La­dys beim Bas­teln

tz - - MENSCHEN - US ANN-CATHERIN KARG

Wie geht denn das über­haupt, die Zwei­ge zu ei­nem Kranz bin­den? Wel­che Far­be für die Ker­zen? Für den Schmuck? Fra­gen über Fra­gen, die sich Mün­chens So­cie­ty­la­dys je­des Jahr aufs Neue stel­len, wenn Ho­te­lie­re In­ne­grit Volk­hardt zum Ad­vents­kranz­bas­teln in den Baye­ri­schen Hof lädt und da­mit die Da­men in ih­re Kind­heits­er­in­ne­run­gen ka­ta­pul­tiert, als die Vor­weih­nachts­zeit noch vol­ler Span­nung war. Span­nend ist näm­lich auch im­mer, wie Frau ih­ren Kranz so schmückt: üp­pig ba­rock oder klar-de­zent. Rück­schlüs­se auf die Per­sön­lich­keit sind in die­sem Punkt sel­ten rein zu­fäl­lig ... Schau­spie­le­rin Ste­pha­nie Stumph ( Der Al­te) ist zum ers­ten Mal mit von der tra­di­ti­ons­rei­chen Par­tie und freut sich wie ein Kind, sich mit vor­weih­nacht­li­chen Ge­füh­len krea­tiv aus­le­ben zu kön­nen.

„Es ist ein­fach ei­ne sü­ße Idee!“, spricht Uschi Prin­zes­sin zu Ho­hen­lo­he al­len aus der See­le. „Wer wür­de denn das al­lein da­heim schon ma­chen!“Vor al­lem oh­ne die Un­ter­stüt­zung der Flo­ris­tik­ab­tei­lung des Baye­ri­schen Ho­fes, die weiß, wie pracht­voll und lu­xu­ri­ös geht. Und nicht nur die: Die Da­men wur­den im Ba­s­tel­fie­ber mit den neu­es­ten Weih­nachts­cock­tails von falk’s-Bar-Che­fin Mei­ke Zim­mer­mann und den ed­len Trop­fen von Som­me­lier Mar­cus Bin­der un­ter­stützt – nebst ku­li­na­ri­schen Köst­lich­kei­ten, bei de­nen man sich über die kom­men­den Fei­er­ta­ge aus­tausch­te. Bei Uschi zu Ho­hen­lo­he und ih­rem Mann, Prinz Pe­ter, sind wie­der al­le will­kom­men, die nicht wis­sen, wo sie an Hei­lig­abend hin sol­len. Nebst neun Hun­den, die der­zeit bei ihr un­ter­ge­bracht sind. Das ist Nächs­ten­lie­be! Spit­ze des Bau­mes an der Zim­mer­de­cke um­ge­knickt war, war al­les in dem Mo­ment egal, als Lo­re­da­nas zwei­ein­halb­jäh­ri­ge Toch­ter da­zu­kam. „Sie hat Weih­nach­ten da­mals zum ers­ten Mal be­wusst er­lebt und vor Freu­de ge­zit­tert“, weiß der Zieh­va­ter noch heu­te.

Die Kess­ler-Zwillinge Ali­ce und El­len ver­brin­gen das Fest heu­er ru­hig, mit Lachs­fo­rel­le und Ro­sé-Pro­sec­co. Frü­her ha­ben sie an Weih­nach­ten meist ge­ar­bei­tet, im Li­do in Pa­ris oder in Ja­pan, wo sie in den Sieb­zi­ger­jah­ren auf Tour­nee wa­ren. „Da sa­ßen wir im Ho­tel und hat­ten ei­nen klei­nen Plas­tik­baum, der Weih­nachts­lie­der ge­spielt hat.“

Haupt­dar­stel­le­rin Ma­ri­on Kracht er­leb­te vor zwei Jah­ren ihr mie- ses­tes Weih­nach­ten in Kam­bo­dscha. Mit ih­rem Mann und den bei­den Söh­nen ver­brach­te sie den Abend in ei­nem 5-Ster­ne-Ho­tel. „Die woll­ten den ame­ri­ka­ni­schen und eu­ro­päi­schen Gäs­ten et­was ganz Be­son­de­res bie­ten – und lie­ßen Kam­bo­dscha­ne­rin­nen in knap­pen Ko­s­tü­men ame­ri­ka­ni­sche Weih­nachts­lie­der sin­gen.“Kam­bo­dscha­ni­sches Es­sen gab es lei­der nicht, da­bei spielt das Es­sen im Hau­se Kracht ei­ne be­son­de­re Rol­le. „Wir sind al­le Ve­ge­ta­ri­er“, so Kracht, die be­reits zwei Koch­bü­cher ge­schrie­ben hat. Ih­re Klas­si­ker zum Fest: „Ve­ge­ta­ri­scher Sau­er­bra­ten oder Tem­peh mit To­fu als Haupt­spei­se.“

Le­ne Wink, im Stück die Te­e­nie-Toch­ter und in Wirk­lich­keit 30 Jah­re, fei­ert Weih­nach­ten „ganz spie­ßig“mit ih­ren El­tern in Ber­lin. Mit Grau­en er­in­nert sich Da­ni­el Mor­gen­roth an sei­ne Ju­gend­zei­ten, ge­nau­er ge­sagt an den Weih­nachts­abend 1985. In der DDR auf­ge­wach­sen, hat­te er den Di­enst mit der Waf­fe ver­wei­gert und wur­de als Forst­hilfs­ar­bei­ter zum Straf­dienst in den Wald­ge­schickt. Bei mi­nus 15 Grad schlief er mit 20 wei­te­ren Gleich­ge­sinn­ten im Zelt: „Das war ir­gend­wie tröst­lich und aben­teu­er­lich, aber auch sehr schmerz­haft, weil na­tür­lich je­der lie­ber bei sei­ner Fa­mi­lie ge­we­sen wä­re.“

Fo­tos: Schnei­derPress

Oben: Sze­ne mit Kracht und Mor­gen­roth. Rechts: Rolf Kuh­siek mit Bir­git Ber­gen, die ge­ra­de ei­nen Len­den­wir­bel­bruch über­stan­den hat

Fo­tos: Weiß­fuß

Frau­en­heil­kun­de-Pro­fes­so­rin Dr. Ma­ri­on Kiech­le und Gast­ge­be­rin In­ne­grit Volk­hardt (oben, re.) mit kli­nischwei­ßem Ad­vents­kranz und Film­fest­che­fin Dia­na Il­ji­ne (li.) mit halb fer­ti­gem Traum in Rot

Si­byl­le Be­cken­bau­er (v. re.), Uschi zu Ho­hen­lo­he und tz-Ko­lum­nis­tin Ul­ri­ke Schmidt bei der Ar­beit

Alex­an­dra Polzin mag’s far­ben­froh – auf ih­rem Kranz und ge­nau­so wie die neue Kol­lek­ti­on von Ai­g­ner ist, die eben­falls vor­ge­stellt wur­de

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