Ost und West – auch in der Ren­te ver­eint

Mi­nis­te­rin Nah­les stellt heu­te in Ber­lin ihr Re­form­kon­zept vor

tz - - GELD+MARKT -

Ex­akt 35 Jah­re nach der Wie­der­ver­ei­ni­gung sol­len die Ost­ren­ten bis 2025 voll­stän­dig ans West­ni­veau an­ge­gli­chen wer­den. Dar­auf ei­nigt sich ei­ne Spit­zen­run­de im Kanz­ler­amt – an­de­re Ren­ten­fra­gen blei­ben of­fen.

Bis 2025 soll auch die Hö­her­wer­tung der Ost­löh­ne bei der Ren­te voll­stän­dig ab­ge­schmol­zen sein, er­fuhr die Deut­sche Pres­seA­gen­tur am Don­ners­tag­abend nach ei­nem Ren­ten­gip­fel im Kanz­ler­amt aus Ko­ali­ti­ons­krei­sen. Die Ost-West-An­glei­chung soll am An­fang 2018 be­gin­nen.

Men­schen, die aus ge­sund­heit­li­chen Grün­den frü- her aus dem Job aus­stei­gen müs­sen und Er­werbs­min­de­rungs­ren­te be­kom­men, sol­len bes­ser­ge­stellt wer­den. Künf­tig sol­len ih­re Ren­ten so be­rech­net wer­den, als ob sie bis 65 Jah­re ge­ar­bei­tet hät­ten, nicht wie heu­te bis 62. Die Ver­bes­se­run­gen sol­len im Zei­t­raum zwi­schen 2018 und 2024 er­fol­gen. Die be­ste­hen­den Ab­schlä­ge blei­ben un­ver­än­dert.

Die Ko­ali­ti­on will zu­dem die be­trieb­li­che Al­ters­ver­sor­gung stär­ken. Der ent­spre­chen­de Ge­setz­ent­wurf soll zü­gig in den Bun­des­tag ein­ge­bracht und ver­ab­schie­det wer­den. Für die im Ko­ali­ti­ons­ver­trag ver­ein­bar­te so­li­da- ri­scheLe­bens­leis­tungs­ren­te sol­len wei­ter­hin un­ter­schied­li­che Mo­del­le ge­prüft wer­den.

Be­reits bis­her stie­gen die Ost­ren­ten in der Re­gel stär­ker als je­ne im Wes­ten. So re­du­zier­te sich der Ost- West-Ab­stand mit der Ren­ten­er­hö­hung zum 1. Ju­li von 7,4 Pro­zent im zwei­ten Halb­jahr 2015 auf 5,9 Pro­zent im zwei­ten Halb­jahr 2016. Der Ren­ten­wert – die mo­nat­li­che Ren­te für ein Jahr Be­schäf­ti­gung mit Durch­schnitts­lohn – liegt im Os­ten aber im­mer noch nur bei 28,66 – im Wes­ten bei 30,45 Eu­ro. Das Ost­ni­veau macht der­zeit 94,1 Pro­zent des West­ni­veaus aus.

Zu den Be­ra­tun­gen wa­ren die Par­tei­und Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den von Uni­on und SPD mit So­zi­al­mi­nis­te­rin Andrea Nah­les (SPD) und Fi­nanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäu­b­le (CDU) zu­sam­men­ge­kom­men.

Nah­les will auch Selbst­stän­di­ge, die nicht in an­de­ren Ver­sor­gungs­ein­rich­tun­gen pflicht­ver­si­chert sind, da­zu ver­pflich­ten, in die ge­setz­li­che Ren­ten­kas­se ein­zu­zah­len. Da­zu ver­lau­te­te am Abend nichts.

Auch bei der strit­ti­gen Fra­ge des künf­ti­gen Ren­ten­ni­veaus und der Bei­trags­sät­ze er­ziel­ten Uni­on und SPD nach dpa-In­for­ma­tio­nen kei­ne Ei­nig­keit. Dies dürf­te da­her The­ma im Wahl­kampf wer­den. Das gilt auch für die CSUFor­de­rung nach ei­ner Aus­wei­tung der Müt­ter­ren­te.

Heu­te will Nah­les in Ber­lin ein Ge­samt­kon­zept vor­stel­len. Das Ver­hält­nis der ge­setz­li­chen Ren­te zum Durch­schnitts­lohn dürf­te laut Re­gie­rung bis 2045 von heu­te 48 auf 41,6 Pro­zent fal­len. Der DGB for­der­te ei­ne Sta­bi­li­sie­rung – die Ar­beit­ge­ber warn­ten vor ei­ner „Wünsch-dir-wasPo­li­tik“.

Die Op­po­si­ti­on warb für deut­li­che­re Schrit­te ge­gen Al­ters­ar­mut. Grü­nen­Frak­ti­ons­chef An­ton Ho­frei­ter for­der­te im ZDF ei­ne „Ga­ran­tie­ren­te“.

Fo­to: dpa

Auf So­zi­al­mi­nis­te­rin Andrea Nah­les war­tet bei der Ren­ten­re­form je­de Men­ge Ar­beit. Da­bei geht es um Ge­rech­tig­keit eben­so wie um Mil­li­ar­den

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