Fes­te drit­te Zäh­ne an nur ei­nem Tag

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rü­her war sie ei­ne le­bens­lus­ti­ge Frau, un­ter­hielt sich ger­ne, lach­te viel. Doch im Lau­fe der Jah­re zog sich In­grid G. im­mer mehr zu­rück. Sie mied ih­re Freun­de, be­schränk­te je­den Kon­takt auf das Nö­tigs­te und hielt beim Spre­chen ih­re Lip­pen im­mer mög­lichst ge­schlos­sen. Ge­lacht hat­te die 55-jäh­ri­ge schon lan­ge nicht mehr. Sie schäm­te sich we­gen ih­rer schlech­ten Zäh­ne. Die wa­ren ka­putt, krank, aus­ge­fal­len. Je­der Blick in den Spie­gel wur­de zur Qu­al.

Seit kur­zem geht die Buch­hal­te­rin wie­der gern un­ter Men­schen. Sie kann auch wie­der la­chen. Mit strah­lend schö­nen, fes­ten, per­fek­ten Zäh­nen. Es sind ih­re drit­ten. Das Be­son­de­re da­bei: Die kom­plet­te Sa­nie­rung dau­er­te nicht et­wa Mo­na­te oder Jah­re. Ih­re neu­en Zäh­ne be­kam sie in nur fünf St­un­den. In die­ser Zeit pflanz­te ihr der Münch­ner Zahnarzt Dr. Wolf­gang Bolz (65) je vier Im­plan­ta­te in Ober- und Un­ter­kie­fer und be­fes­tig­te dar­an den neu­en Zahn­er­satz.

„Fes­te drit­te Zäh­ne an ei­nem Tag“– als In­grid G. von die­ser Me­tho­de hör­te, hat­te sie zum ers­ten Mal seit Jah­ren das Ge­fühl, dass ihr Lei­den end­lich ein En­de ha­ben könn­te. „Ich ha­be re­gel­mä­ßig im In­ter­net nach Zahn­ärz­ten ge­sucht, die mir hel­fen kön­nen – aber es war nie der Rich­ti­ge da­bei“, sagt die Thü­rin­ge­rin.

In­grid G. hat­te Angst, dass je­de Be­hand­lung noch mehr Schmer­zen ver­ur­sa­chen könn­te oder wei­te­ren Scha­den an­rich­ten wür­de. So wie frü­her, als sie noch zum Zahnarzt ging. Doch da war sie schon seit zwan­zig Jah­ren nicht mehr. Trotz ih­rer schlim­men Zäh­ne. Denn sie hat­te ei­ne ge­ra­de­zu pa­ni­sche Angst vor dem Boh­rer: „Ich bin in der ehe­ma­li­gen DDR auf­ge­wach­sen“, sagt In­grid G. „Die Mög­lich­kei­ten der Zahn­ärz­te wa­ren da­mals na­tür­lich nicht an­satz­wei­se so gut wie heu­te. Als Kind muss­te ich aber stän­dig zum Zahnarzt. Denn ich hat­te zwei Zäh­ne zu viel.“

Mit die­sen zwei Zäh­nen be­gann ihr Lei­dens­weg. „Ich brauch­te ei­ne Span­ge und be­kam Ha­ken ein­ge­setzt, die die Klam­mer hiel­ten. Noch heu­te ha­be ich Hor­ror da­vor und kann mich an die furcht­ba­ren Schmer­zen er­in­nern.“Mit zwölf Jah­ren wer­den ihr die ers­ten Zäh­ne ge­zo­gen. „Das war ein Alb­traum“, sagt die 55-Jäh­ri­ge, wenn sie dar­an zu­rück­denkt. In­grid G. wird von ei­nem Zahnarzt zum nächs­ten ge­schickt: „Je­des Mal ein an­de­rer, der im­mer wie­der ir­gend­et­was an­de­res mach­te.“

Ir­gend­wann geht In­grid G. nicht mehr zum nächs­ten Ter­min. Ihr Glau­be an die Zahn­heil­kun­de ist ge­stor­ben: „Ich hat­te ein­fach kein Ver­trau­en mehr zu den Zahn­ärz­ten. Auch nicht nach der Wen­de. Ich fürch­te­te mich ein­fach vor noch mehr Schmer­zen.“

Erst jetzt, als sie kaum noch Zäh­ne im Mund hat­te, wur­de ihr Lei­dens­druck zu groß. Im In­ter­net fand sie ein Vi­deo von ei­ner Zahn­kli­nik in Mün­chen, in der Pa­ti­en­ten an nur ei­nem Tag Im­plan­ta­te und ein kom­plet­tes neu­es Ge­biss be­kom­men: „Das woll­te ich auch. Zahnarzt Dr. Bolz mach­te auf mich so­fort ei­nen ver­trau­ens­wür­di­gen Ein­druck.“

Der Im­plan­to­lo­ge ent­wi­ckel­te zu­sam- men mit Kol­le­gen die Me­tho­de „Fes­te drit­te Zäh­ne an ei­nem Tag“ent­schei­dend wei­ter. Und zwar so, dass kein auf­wän­di­ger und über vie­le Mo­na­te an­dau­ern­der Kno­chen­auf­bau mehr nö­tig ist und die ein­ge­setz­ten Im­plan­ta­te nach der Ope­ra­ti­on so­fort be­last­bar sind.

In­grid G.: „Als ich im In­ter­net las, dass es mög­lich ist, an ei­nem Tag so­wohl ei­nen neu­en Ober­kie­fer als auch ei­nen neu­en Un­ter­kie­fer zu be­kom­men, war ich to­tal auf­ge­regt. Ich rief spon­tan an und be­kam so­gar rasch ei­nen Ter­min.“

We­ni­ge Ta­ge spä­ter sitzt sie schon im Au­to auf dem Weg nach Mün­chen: „Als ich end­lich Dr. Bolz ge­gen­über saß, hat­te ich zum ers­ten Mal das Ge­fühl dass ich den rich­ti­gen Zahnarzt ge­fun­den hat­te. Ich war so glück­lich. Ge­dul­dig be­ant­wor­te­te mir der Zahnarzt al­le Fra­gen.“

Nach die­sem Be­such in Mün­chen geht dann al­les sehr schnell. Es wer­den kli­ni­sche Fo­tos von In­grid G. an­ge­fer­tigt, ein Zahn­tech­ni­ker­meis­ter be­spricht mit ihr die äs­the­ti­sche Zahn­stel­lung, die Form und Far­be. „Und als ich dann schließ­lich im OP-Saal lag, war ich un­glaub­lich stolz auf mich, dass ich mein Pro­blem nach so vie­len Jah­ren end­lich an­ge­he.“

Un­ter Voll­nar­ko­se ope­riert Dr. Bolz die Pa­ti­en­tin, fünf St­un­den dau­ert der Ein­griff. Ih­re Zäh­ne wer­den ent­fernt, vier Ti­t­an­trä­ger ein­ge­setzt. Dr. Bolz: „Die­se Trä­ger sit­zen sehr tief und wir ver­an­kern sie schräg. Da­durch er­hal­ten sie ei­ne ho­he Sta­bi­li­tät und sind di­rekt be­last­bar.“Auf die Trä­ger wer­den dann die fes­ten neu­en Zäh­ne ge­setzt und mit den künst­li­chen Ti­tan-Wur­zeln ver­schraubt.

Noch am sel­ben Tag konn­te In­grid G. mit ih­ren neu­en Zäh­nen kraft­voll in ei­nen Ap­fel bei­ßen: „Das war für mich der Be­weis, dass die Im­plan­ta­te wirk­lich hiel­ten“, sagt die glück­li­che Frau und lacht wie von ei­ner schwe­ren Last be­freit. „Ein schö­nes La­chen ist für mich wie ein neu­es Le­ben.“

Die Freu­de steht ihr ins Ge­sicht ge­schrie­ben: In­grid G. be­gut­ach­tet zum ers­ten mal ih­re neu­en Zäh­ne und das strah­len­de Lä­cheln.

Die freund­li­chen und kom­pe­ten­ten Mit­ar­bei­ter sor­gen auch da­für, dass den Pa­ti­en­ten mög­li­che Ängs­te ge­nom­men wer­den.

Vor der Be­hand­lung er­klärt Dr. Wolf­gang Bolz sei­ner Pa­ti­en­tin aus­führ­lich sei­ne Vor­ge­hens­wei­se.

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