Aus der Ba­lan­ce

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In ei­ner aku­ten psy­chi­schen Kri­se brau­chen Be­trof­fe­ne nicht im­mer pro­fes­sio­nel­le Hil­fe. Wichtig ist, dass sie von Freun­den und An­ge­hö­ri­gen nicht al­lei­ne ge­las­sen wer­den, räth Iris Hauth, Prä­si­den­tin der Deut­schen Ge­sell­schaft für Psych­ia­trie, Psy­cho­the­ra­pie, Psy­cho­so­ma­tik und Ner­ven­heil­kun­de (DGPPN). Sie soll­ten Un­ter­stüt­zung si­gna­li­sie­ren, Ge­sprä­che an­bie­ten und mög­lichst ein Ge­fühl von Si­cher­heit ver­mit­teln. Be­las­tun­gen und Stress ver­mei­det man mög­lichst.

Es kann hel­fen, Be­trof­fe­ne „an­zu­re­gen und da­bei zu be­glei­ten, das zu tun, was ih­nen aus ih­rer Er­fah­rung her­aus gut tut“, emp­fiehlt Hauth. Das kön­ne ein Spa­zier­gang sein, aber auch die Woh­nung auf­räu­men oder et­was ko­chen. Von Ent­span­nungs­übun­gen rät Hauth ab: Denn da­bei kon­zen­triert man sich noch mehr auf sein In­ne­res, was zu noch mehr An­span­nung füh­ren kann. Ver­lust, Ver­ein­sa­mung oder ein gro­ßer Um­bruch – sol­che Er­eig­nis­se kön­nen Men­schen in ei­ne psy­chi­sche Kri­se stür­zen. Bei Be­trof­fe­nen löst ent­we­der ein Schock oder ei­ne an­dau­ern­de Be­las­tung et­wa Angst, Ag­gres­si­vi­tät, Ver­wirrt- heit oder so­gar Hal­lu­zi­na­tio­nen aus. „Ei­ne aku­te Kri­se be­inhal­tet den Ver­lust des in­ne­ren Gleich­ge­wichts, den Men­schen ver­spü­ren“, er­klärt Hauth. In ei­ner aku­ten Kri­se sind oft Den­ken und Füh­len ge­stört. Die Ge­dan­ken dre­hen sich im Kreis und kön­nen nicht zu En­de ge­bracht wer­den.

Fo­to: dpa

Tief un­ten: Bei ei­ner psy­chi­schen Er­kran­kung soll­te un­be­dingt ein Arzt auf­ge­sucht wer­den.

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