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Es ist die al­les ent­schei­den­de Fra­ge vor dem Fi­na­le Fu­rio­so in Abu Dha­bi am Sonn­tag um 14 Uhr: Kann ein net­ter Kerl auch Welt­meis­ter wer­den? Kann ein net­ter Kerl wie Ni­co Ros­berg (31) ei­nen Le­wis Ha­mil­ton be­sie­gen, der im Au­to als kom­pro­miss­los gilt und nicht den Ruf hat, ir­gend­wann ein­mal für den Frie­dens­no­bel­preis no­mi­niert zu wer­den? Für den For­mel-1-In­si­der und Ros­berg-Ver­trau­ten Ger­hard Ber­ger (56) ist das gar kei­ne Fra­ge. „Ja, er kann“, so der zehn­ma­li­ge Grand-Prix-Sie­ger zur tz. „Er hat ja auch al­les selbst in der Hand. Zwölf Punk­te Vor­sprung be­deu­ten: Er muss mit doch nur Drit­ter wer­den. Nett ist au­ßer­dem re­la­tiv.“

Was Ber­ger meint, er­klärt er mit ei­nem Ver­gleich: „Schaut Euch Ayr­ton Sen­na an. Im Pri­va­ten war er ex­trem nett, ex­trem phi­lo­so­phisch, wie ein Pries­ter. Zum Krie­ger wur­de er erst im Au­to. Ni­co wirkt nur nach au­ßen so, dass er nicht ag­gres­siv im Au­to sein kann. Ich den­ke, er hat in die­sem Jahr öf­ters be­wie­sen, dass er ge­gen Le­wis da­ge­gen­ge­hal­ten hat. Der Un­ter­schied: Ni­co muss­te die ex­trem ag­gres­si­ve Fahr­wei­se erst ler­nen. Le­wis hat sie im Blut.“

Auch Pi­lo­ten wie Jen­son But­ton (36) gal­ten als zu nett, um je­mals Welt­meis­ter wer­den zu kön­nen. Der Bri­te ge­wann aber 2009 den Ti­tel. But­ton warnt da­vor, Vor­ur­tei­le zu ha­ben: „Fah­rer sind oft völ­lig an­ders, wenn sie im Au­to sit­zen, und spä­ter vor Fern­seh­ka­me­ras ste­hen. Ich bin auch to­tal ag­gres­siv, wenn ich im Au­to sit­ze. Da ge­be ich im­mer al­les, ge­be nie auf. Das heißt aber nicht, das man nicht je­des Ri­si­ko ab­wägt.“

Fs.: Img, Get­ty

Kein Kom­pro­miss im WM-Kampf: Le­wis und Ni­co in Ber­ce­lo­na

Tref­fen in Abu Dha­bi: Le­wis Ha­mil­ton macht die Show, Ni­co Ros­berg sitzt höf­lich da­ne­ben

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