Eins zu null für Andrea Nah­les

tz - - POLITIK -

Der miss­glück­te Ren­ten-Gip­fel lässt er­ah­nen, was im „Schei­dungs­jahr“der Gro­ßen Ko­ali­ti­on noch al­les auf uns zu­kommt: Ei­gent­lich woll­ten Uni­on und SPD mit der Ent­schei­dung zur Os­tWest-An­glei­chung der Ren­te ja zei­gen, dass die­se Re­gie­rung trotz der na­hen­den Bun­des­tags­wahl noch hand­lungs­fä­hig ist. Die Tat­sa­che, dass Andrea Nah­les nach dem Gip­fel er­klärt, die Ost-West-An­glei­chung wer­de aus Steu­ern be­zahlt, und Wolf­gang Schäu­bles Fi­nanz­mi­nis­te­ri­um wi­der­spricht: „Das zahlt die Ren­ten­ver­si­che­rung“, si­gna­li­siert das Ge­gen­teil: Da geht wirk­lich nicht mehr viel, der Wahl­kampf ist er­öff­net! Wor­über ha­ben die Groß­ko­ali­tio­nä­re ei­gent­lich stun­den­lang ge­re­det, wenn sie so et­was Grund­le­gen­des wie die Fi­nan­zie­rung ih­rer Plä­ne nicht klar ge­re­gelt ha­ben? Auch sonst ha­ben An­ge­la Mer­kel, Sig­mar Gab- ri­el, Horst See­ho­fer, Nah­les und Schäu­b­le bei ih­rem Gip­fel al­les aus­ge­klam­mert, was wirk­lich wich­tig ist – vor al­lem die zen­tra­le Her­aus­for­de­rung, die Be­kämp­fung der Al­ters­ar­mut. Man will ja Mu­ni­ti­on für den Wahl­kampf … Die SPD hat da nun im­mer­hin ein Kon­zept vor­ge­legt, das CDU und CSU in Zug­zwang bringt: Der Vor­stoß der So­zi­al­mi­nis­te­rin, das Ab­sin­ken des Ren­ten­ni­veaus zu stop­pen und bei 46 Pro­zent ei­ne „Hal­t­el­i­nie“ein­zu­zie­hen, ist rich­tig – und scheint laut ih­ren Be­rech­nun­gen auch fi­nan­zier­bar zu sein, oh­ne die Bei­trags­zah­ler völ­lig zu über­for­dern. Auch Nah­les „So­li­d­ar­ren­te“für Be­schäf­tig­te, die 35 Jah­re und mehr ein­ge­zahlt ha­ben, wä­re ge­recht. Eins zu null für die SPD im Vor­wahl­kampf! Klaus Rim­pel

Der Streit mit Schäu­b­le zeigt: Da geht nicht mehr viel!

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