Der Zug der Flücht­lin­ge

tz - - MÜNCHEN - DORITA PLANGE

Ein­zel­fäl­le sind das schon längst nicht mehr. Eher ent­wi­ckelt sich da ge­ra­de ein Trend, der mit ho­her Wahr­schein­lich­keit Men­schen­le­ben kos­ten kann: In Italien, am Bren­ner und auch in Ös­ter­reich war­ten of­fen­bar Tau­sen­de Flücht­lin­ge auf die Ge­le­gen­heit, auf Gü­ter­zü­gen die ge­fähr­li­che Rei­se nach Deutsch­land zu wa­gen. Ihr Ziel: Die Münch­ner Ran­gier­bahn­hö­fe Ost (Berg am Laim) und Nord (Feld­moching/ Al­lach). Be­reits 147 Män­ner, Frau­en und Kin­der wag­ten seit Ok­to­ber die- sen le­bens­ge­fähr­li­chen Trip nach Mün­chen in den ei­si­gen Stahl-Wan­nen un­ter den Lkw-Rei­se­zü­gen, auf zu­gi­gen Dreh­ge­stel­len und ei­ni­ge so­gar auf Zu­gDä­chern. Zu­letzt Frei­tag­früh sie­ben Eri­tre­er, die teils stark un­ter­kühlt aus Ve­ro­na und Salz­burg ka­men. Al­le ris­kie­ren beim Über­que­ren der Bahn­an­la­gen ihr Le­ben. Wolf­gang Hau­ner, Spre­cher der Münch­ner Bun­des­po­li­zei: „Da ist kein Bahn­steig auf die­sen rie­si­gen Area­len. Da sind nur Fern- und Nah­ver­kehrs­glei­se und Gü­ter­zü­ge, die sich je­der- zeit fast laut­los und au­to­ma­tisch in Be­we­gung set­zen kön­nen.“

Bei je­dem Hin­weis auf „Per­so­nen im Gleis“wird der ge­sam­te Zug­ver­kehr ge­stoppt – oft auch Pend­ler­zü­ge. Der Hub­schrau­ber steigt auf, Po­li­zis­ten und Hun­de am Bo­den durch­su­chen Wag­gon für Wag­gon. Die Münch­ner Bun­des­po­li­zei ge­rät per­so­nell all­mäh­lich an Gren­zen. An­dern­orts wie in Pas­sau kom­men da­ge­gen kaum noch Flücht­lin­ge an. Dort sind aber noch 200 Bun­des­po­li­zis­ten sta­tio­niert.

Fo­to: Gaul­ke

Di­ens­tag früh, Berg am Laim: Bun­des­po­li­zis­ten brin­gen Flücht­lin­ge in Si­cher­heit

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