Freund­schaft geht durch den Ma­gen

tz - - MÜNCHEN+REGION - SO­PHIA BOGNER

bei ei­ner rei­zen­den Fa­mi­lie in der Nä­he in Bos­ton.“Das Jahr im Aus­land ha­be ihr Le­ben ver­än­dert, er­zählt sie. Um die­se Er­fah­rung zu fei­ern und den Geist des AFS zu be­le­ben, lädt sie je­des Jahr ein: In der Al­ten Ro­ta­ti­on des Pres­se­hau­ses fei­ern Aus­tausch­schü­ler, Gast­fa­mi­li­en, Ehe­ma­li­ge und Hel­fer.

Prof. Heintz er­in­nert sich dar­an, wie der AFS sein Le­ben ge­prägt hat: „Wir ka­men zu­rück und konn­ten per­fekt Eng­lisch, hat­ten Freun­de in Über­see ge­fun­den. Wir ha­ben in ei­nem Jahr ei­nen rie­si­gen Ent­wick­lungs­schritt ge­macht.“Er fügt hin­zu: „Oh­ne das Jahr im Aus­land wä­re ich spä­ter nicht ers­ter Ge­schäfts­füh­rer des Münch­ner Kul­tur­zen­trums Ga­s­teig ge­wor­den.“Ame­ri­ka ist an die­sem Abend sehr nah – nicht nur, weil Thanks­gi­ving ein ame­ri­ka­ni­scher Fest­tag ist. Die po­li­ti­sche Welt­la­ge spielt auch in den Fe­st­re­den ei­ne wich­ti­ge Rol­le: Da warnt der Vor­sit­zen­de des AFS vor „Ab­schot­tung und na­tio­na­lis­ti­schen Ten­den­zen“– und Dirk Ip­pen wünscht sich für den ge­wähl­ten US-Prä­si­den­ten Do­nald Trump: „Wem Gott ein Amt gibt, dem soll er auch Ver­stand ge­ben.“

Man spürt es an die­sem Abend: Der AFS steht da­für, den Blick zu wei­ten, den Ho­ri­zont zu öff­nen. Da­bei ist die Viel­falt noch grö­ßer ge­wor­den. Die Gast­schü­ler kom­men et­wa aus Is­land, Ja­pan und Ar­gen­ti­ni­en – die eu­ro­pä­isch-ame­ri­ka­ni­sche Ach­se, die den AFS bis in die 70er präg­te, ist auf­ge­bro­chen. Die Gast­schü­ler auf der Büh­ne stel­len ih­re Län­der vor: In klei­nen Thea­ter-Se­quen­zen spie­len sie Lan­des­ty­pi­sches vor – et­wa Gua­ca­mo­le und schö­ne Frau­en für Ve­ne­zue­la, Ori­ga­mi für Ja­pan.

Ei­ner der Gast­schü­ler, Au­gust Cordo­ba aus Ar­gen­ti­ni­en, ist seit neun Mo­na­ten in Deutsch­land. Das Wet­ter macht ihm zu schaf­fen – und manch­mal emp­fin­det er die Deut­schen als et­was kühl. Für ihn geht die Tour durch die Welt noch wei­ter: Sein nächs­ter Stopp ist São Pau­lo, sei­ne Freun­din stu­diert dort. Trotz­dem ist Deutsch­land et­was Be­son­de­res – und plötz­lich strahlt Au­gusts Ge­sicht ähn­lich wie das von Eckard Heintz, wenn er vom Ame­ri­ka sei­ner Ju­gend er­zählt. Au­gust be­rich­tet von sei­ner Gast­fa­mi­lie in Mün­chen, vom deut­schen All­tag und sagt: „Deutsch­land ist mei­ne zwei­te Hei­mat ge­wor­den.“

Fo­tos: Oli­ver Bod­mer (2)

Gast­schü­ler und Ver­tre­ter des AFS beim Trut­hahn-Es­sen am Don­ners­tag­abend

tz-Ver­le­ger Dr. Dirk Ip­pen und sei­ne Gat­tin Mar­le­ne in der Al­ten Ro­ta­ti­on des Pres­se­hau­ses

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