Alt – ganz neu

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Doch, das geht. Man kann den Elek­tro-Avant­gar­de-Pop von Vi­sa­ge oder die bom­bas­ti­schen New Wa­veOpern von Ul­tra­vox auch ganz in­tim im Akus­tik-Ge­wand auf­füh­ren. Im aus­ver­kauf­ten Tech­ni­kum zeigt Ul­tra­vox-Stim­me Midge Ure, wie das geht: Man nimmt ei­ne akus­ti­sche Gi­tar­re, ei­nen Kol­le­gen an der Man­do­li­ne, da­zu ei­nen Gei­ger – und ar­ran­giert neu und auf­re­gend um. Ein ech­tes Er­eig­nis!

Das ist frei­lich nur mög­lich, weil die Lie­der das tra­gen. In der Re­duk­ti­on er­kennt man erst, was für aus­neh­mend schö­ne Stü­cke das wa­ren. Bei der Ge­le­gen­heit wird ei­nem auch klar, wie sträf­lich un­ter­schätzt Ure – noch im­mer mit mar­kan­ter Stim­me – als So­lo­künst­ler ist. Ver­gleichs­wei­se ob­sku­re Num­mern wie Ri­sing oder Let me go sor­gen für in­ten­si­ve Au­gen­bli­cke.

Gal­ten die Kon­zer­te von Ul­tra­vox frü­her als ex­tra­va­gan­te Show­spek­ta­kel, be­sinnt sich Midge Ure heu­te auf al­te Tu­gen­den. Mit gran­di­os brei­tem schot­ti­schen Ak­zent er­zählt er An­ek­do­ten oder macht sich über sei­ne Mit­strei­ter (das Duo In­dian Electric) lus­tig. Aber sehr freund­lich.

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