Schup­pi­ge Au­gen

tz - - BUNT GEMISCHT - Se­Bas­ti­an l. Maxvor­staDt

Wo­her stammt ei­gent­lich die Re­dens­art „es ist mir wie Schup­pen von den Au­gen ge­fal­len“? Wenn man ganz schlag­ar­tig die Wahr­heit er­kennt oder Zu­sam­men­hän­ge durch­schaut, fällt es ei­nem „wie Schup­pen von den Au­gen“. Doch wo­her kommt die­se Re­dens­art ei­gent­lich, und wie­so spricht man da­bei von Schup­pen, die doch ei­gent­lich nur bei Fi­schen vor­kom­men? Tat­säch­lich geht die Re­dens­art auf die Bi­bel zu­rück. In der Apos­tel­ge­schich­te Die Be­keh­rung des Sau­lus nimmt Gott dem Ju­den Pau­lus, der die Chris­ten ver­folgt, vor­über­ge- hend das Augenlicht. Erst als sich Sau­lus be­kehrt, be­kommt er nach drei Ta­gen sein Augenlicht zu­rück und es heißt: „Und als­o­bald fiel es von sei­nen Au­gen wie Schup­pen, und er ward wie­der se­hend.“Die Schup­pen der Re­dens­art ge­hen au­ßer­dem nicht auf Fisch­schup­pen, son­dern auf Haut­schup­pen zu­rück. Im Mit­tel­al­ter herrsch­te die all­ge­mei­ne Vor­stel­lung, dass Blind­heit da­von her­rührt, dass sich Haut­schup­pen auf das Au­ge le­gen und das Augenlicht ver­de­cken. Wenn die­se Schup­pen al­so von den Au­gen fal­len, kann der­je­ni­ge wie­der se­hen.

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