Hält nur Freund mit Pre­vc-Brü­dern mit?

tz - - SPORT - MA­THI­AS MÜL­LER

Se­ve­rin Freund reck­te die Faust in den Him­mel, Bun­des­trai­ner Wer­ner Schus­ter klatsch­te be­geis­tert Bei­fall: Trotz langer Ver­let­zungs­pau­se ist Ski­sprun­gWelt­meis­ter Freund am Frei­tag über­ra­schend mit ei­nem star­ken zwei­ten Platz in den WM-Win­ter ge­star­tet. „Das war ein su­per Start. So hät­te ich es mir nicht ein­mal wün­schen kön­nen“, sag­te der 28-Jäh­ri­ge im ZDF. Freund muss­te sich sich beim Welt­cup-Auf­takt im fin­ni­schen Kuu­sa­mo ein­zig dem erst 17 Jah­re al­ten Do­men Pre­vc aus Slo­we­ni­en ge­schla­gen ge­ben. Drit­ter wur­de des­sen äl­te­rer Bru­der Pe­ter Pre­vc (24), der im zwei­ten Durch­gang nach der Lan­dung stürz­te und sei­ne kla­re Halb­zeit­füh­rung noch ab­ge­ben muss­te. War­um Pe­ter Pre­vc schon wie­der so gut springt, weiß Mar­tin Sch­mitt (38), der das Ge­sche­hen als Eu­ro­sport-Experte ver­folgt: „Er hat ei­ne sehr ex­tre­me An­fahrts­po­si­ti­on und den Schwer­punkt so weit vor­ne, wenn nur ein Schnee­korn in die Spur fällt, plumpst Pre­vc vor­ne über.“Kann nur Freund mit den Pre­vc-Bür­dern mit­hal­ten?

Ein Ide­al­bild gibt es nicht, da die kör­per­li­chen Vor­aus­set­zun­gen zu un­ter­schied­lich sind. Jan­ne Aho­nen bei­spiels­wei­se springt an­ders. Aho- nen? Ja, der 39-Jäh­ri­ge springt noch. ver­pass­te den zwei­ten Durch­gang am Frei­tag aber knapp. Der Äl­tes­te ist er nicht, auch Ja­pans Old­ti­mer No­ria­ki Ka­sai (44), vor 24 Jah­ren Ski­flug-Welt­meis­ter, fliegt wie­der.

Andre­as Wel­lin­ger (21), Grand-Prix-Zwei­ter im Som­mer, und Richard Frei­tag (25) war­ten nach wie vor auf den kon­stan­ten Durch­bruch, auch in Kuu­sa­mo. Sch­mitt hat zu­dem Mar­kus Ei­sen­bich­ler (25) und den deut­schen Meis­ter Da­vid Sie­gel (20) auf der Rech­nung: „Mar­kus hat be­ein­dru­cken­de Ein­zel­sprün­ge. Da­vid darf, aber er muss nicht. Er kann sich gut auf den Punkt fo­kus­sie­ren, punk­tu­ell ist ein Top-Ten-Er­geb­niss drin“, so der 38-Jäh­ri­ge.

Ne­ben be­kann­ten Ge­sich­tern wie dem Schwei­zer Si­mon Am­mann (35), dem Po­len Ka­mil Stoch (29) und dem Ös­ter­rei­cher Stefan Kraft (23) schaut bei den ers­ten Sprin­gen al­les auf die Som­mer­sen­sa­ti­on Ma­ciej Kot (25) aus Po­len. Im Vor­jahr wur­de er 31. im Ge­samt­welt­cup, bei sechs Mat­ten­sprin­gen sieg­te Kot fünf­mal und wur­de ein­mal Zwei­ter. Sch­mitt: „Som­mer und Win­ter nä­hern sich im­mer mehr an, man weiß nie, in wel­chem Zu­stand die Ath­le­ten sind, aber frei­wil­lig springt si­cher nie­mand schlecht.“ Pro­fi­tiert hat Kot von Stefan Hornga­cher, der 47-Jäh­ri­ge war im Vor­jahr noch beim DSV an der Sei­te von Wer­ner Schus­ter (47) im Ein­satz, nun coacht er Po­len. Die Deut­schen ha­ben sich da­für in Per­son von Ex-Sprin­ger Ro­ar Ljö­kel­söy (40) Un­ter­stüt­zung aus Nor­we­gen ein­ge­kauft. „Ro­ar ist ruhig, sach­lich und ana­ly­tisch“, ver­rät Sch­mitt, „als Sprin­ger ist es er­fri­schend, nach ei­ner ge­wis­sen Zeit ei­ne an­de­re An­spra­che zu be­kom­men.“Beim ers­ten Sprin­gen hat es schein­bar ge­fruch­tet, un­ter den ers­ten zehn Sprin­gern wa­ren drei Deut­sche.

Fo­tos (2): dpa

Pe­ter Pre­vc (r.) ist das Tech­nik-Vor­bild, Se­ve­rin Freund (mit Po­kal), Mar­kus Ei­sen­bich­ler (schwar­ze Müt­ze), Ma­ri­nus Kraus (wei­ße Müt­ze) und Andre­as Wel­lin­ger (un­ten, Zwei­ter von inks) wol­len ihn stop­pen

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