Prot­zi­ger Ad­vent

Jetzt gibt es schon Nüs­se mit Blatt­gold Wo Sie noch güns­tig ge­nie­ßen

tz - - ERSTE SEITE - A. THIE­ME, R. WEI­SE

Ihr Kin­der­lein zah­let! Wer heu­er über die Christ­kindl­märk­te un­se­rer Stadt schlen­dert, muss wie­der tief in die Ta­sche grei­fen. Zu­ge­ge­ben: Das An­ge­bot von Spei­sen und Ge­trän­ken wird im­mer brei­ter – in der Spit­ze aber auch teu­rer. Da gibt’s Prot­zPro­duk­te bis hin zu Gold(!)Man­deln. Selbst mit 50 Eu­ro kommt man zu zweit nicht all­zu weit. Der tz- Check: ■ Um halb zwölf packt uns der Hun­ger. Los geht’s am Ma­ri­en­platz. Die Schweins­würs­tel mit Speck-Kraut kos­ten 6,50 €. Ganz schön teu­er? „Nein“, sagt die Standl-Frau. „Es kom­men ja dop­pelt so vie­le Würs­te rein wie in die Sem­mel.“Al­so vier statt zwei. Nur: Die Sem­mel kos­tet 50 Cent ex­tra, der Tel­ler drei Eu­ro Pfand. Man zahlt al­so erst mal zehn Eu­ro. Da­für sind die Würs­tel recht klein, das Kraut aber frisch und wür­zig. Für Fisch-Fans gibt’s am in­der­markt le­cker Lachs: ge­bra­ten in der Sem­mel für 8,50 Eu­ro. Oder mit Ofen­kar­tof­fel und Sa­lat: für 12,80 Eu­ro. Als Sup­pe mit Shrimps und Mu­scheln kos­tet’s so­gar 13,50 Eu­ro. Schmeckt su­per. Nur der Preis ist zu heiß. ■ Jetzt erst mal Glüh­wein. Der kos­tet meist vier Eu­ro, mit Schuss fünf, mit Spe­zi­al-Rum so­gar hoch­pro­zen­ti­ge sechs Eu­ro. Da­zu kom­men vier Eu­ro Pfand. Macht ins­ge­samt 10 Eu­ro. Fühlt sich an wie ein Feu­er­schwert im Hals, hilft im­mer­hin ge­gen Käl­te. ■ Die Nach­spei­se ist süß, der Preis aber ge­sal­zen. Gla­sier­te Früch­te kos­ten 4,50 Eu­ro – am Spieß kle­ben nur sie­ben Stück. Noch här­ter: nur die Nüs­se. Am Rin­der­markt kos­ten sie zehn Eu­ro pro hun­dert Gramm. Al­ler­dings mit Gold drauf, und zwar Blatt­gold, 23 Ka­rat. Das glänzt wie Christ­baum­ku­geln. Und schmeckt bit­ter-süß. Die Nüs­se gibt’s auch mit Sil­ber oder Chi­li.

Orts­wech­sel am Nach­mit- ag: Wir schau­en zum Christ­kindl­markt am Chi­na­turm. Und fin­den ein ver­lo­cken­des An­ge­bot, das al­ler­dings auch sei­nen Preis hat. 3,20 Eu­ro, fast so viel wie so man­cher Glüh­wein, kos­tet ein Bai­leys Leb­ku­chen. Fa­zit: Schmeckt gut, der Geld­beu­tel trau­ert aber schon ein bis­serl.

Fa­zit: Zum Auf­takt des Christ­kindl­markts rund um den Ma­ri­en­platz sag­te Bür­ger­meis­ter Jo­sef Schmid (47, CSU), die Prei­se sei­en im Ver­gleich zum Vor­jahr weit­ge­hend sta­bil ge­blie­ben. Glüh­wein kos­te im Durch­schnitt zwi­schen 3,50 Eu­ro und vier Eu­ro, Brat­würs­te im Durch­schnitt 3,50 Eu­ro. Stimmt. Aber: Schon das Sta­bi­le war teu­er. Und wer ab­seits von Würstl & Co. Ap­pe­tit hat, zahlt rich­tig weih­nacht­lich.

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