Schlag auf Schlag

tz - - MÜNCHEN+REGION - M. KNIEPKAMP

Dre­ckig, rot­zig, voll auf die Zwölf – das ist der Sound der Ham­bur­ger Rap­pe­rin Haiy­ti. Bei ih­rer Mün­chen-Pre­mie­re räumt sie mit al­len Vor­ur­tei­len auf, die das Pu­bli­kum ge­gen­über Frau­en-Rap ha­ben könn­te auf. Knall­hart haut Haiy­ti ei­ne Zei­le nach der an­de­ren raus, ein häm­mer­des Stak­ka­to das sich wun­der­bar in den Sound des DJ ein­fügt. Das ist Gangs­ta-Rap vom Feins­ten, der nach Stra­ße riecht und fri­schen Wind in den manch­mal et­was an­ge­staub­ten Deut­schrap bringt. Die­se Band gibt Rät­sel auf: Wer sind die­se Men­schen, die mit Sturm­hau­be und Mas­ke auf­tre­ten? Zu­min­dest müs­sen sie hit­zeu­n­emp­find­lich sein, denn im Schein­wer­fer­licht auf der Büh­ne dürf­te die­se Ver­klei­dung kein Ver­gnü­gen sein. Ih­re Ge­heim­nis bleibt dann auch an die­sem Abend ver­bor­gen. Die An­sa­gen kom­men vom Band, die Mu­sik ist trei­ben­der Elek­tro. Und der brach­te das Pu­bli­kum beim Puls Fes­ti­val trotz al­ler Mas­ke­ra­de zum tan­zen. Ein gro­ßer Ver­dienst des Puls Fes­ti­vals ist es, im­mer wie­der klei­ne Klang­wun­der aus der Pro­vinz auf die gro­ße Büh­ne zu ho­len. Auch heu­er ge­lang das wie­der mit der Band Drang­sal. Aus der tiefs­ten Pfalz kommt die­se For­ma­ti­on – die ih­ren an die gu­ten al­ten 80er-Jah­re er­in­nern­den Sound im Stu­dio 1 ge­mein­sam mit dem Rund­funk­or­ches­ter auf die Büh­ne brin­gen konn­te. Band und Orches­ter har­mo­nier­ten präch­tig. Was für ein Auf­tritt! Prin­ce Ra­ma aus Brook­lyn zer­le­gen mal eben so mir nichts, dir nichts das Stu­dio 2 im BR-Funk­haus. Ne­on und Glit­zer über­all, die Sän­ge­rin hopst in ih­ren Mo­na-Li­sa-Leg­gings wie ein Flum­mi über die Büh­ne. Die Fans hul­di­gen dem spa­ßi­gen Trio über al­le Ma­ßen: Glück, Lie­be, Spaß – das ist die Ver­hei­ßung von Prin­ce Ra­ma. In den knapp 45 Mi­nu­ten, die das Trio auf der Büh­ne hat, ma­chen die New Yor­ker so viel Rab­batz, wie es nur geht. Tan­zen mit den Fans auf der Büh­ne, be­glü­cken die Zu­schau­er mit in der blo­ßen Hand frisch-ge­press­tem Obst – und las­sen sich zu gu­ter Letzt auf Hän­den tra­gen! Der In­die-Hy­pe des Jah­res zu Gast in Mün­chen. Auf der Büh­ne des Stu­dio 2 zeig­ten die vier Jungs von Iso­la­ti­on Ber­lin, war­um ge­ra­de al­le Welt so ei­nen Wind um sie macht. Me­lan­cho­lie als Kunst­form – oh­ne dass das Gan­ze saft- und kraft­los da­her­kommt. Die­ses Quar­tett ver­tont den Welt­schmerz ei­ner gan­zen Ge­ne­ra­ti­on und pen­delt im­mer ir­gend­wo zwi­schen Eu­pho­rie und Ab­sturz. En­er­gie­ge­la­den, ge­fühl­voll und ein­fach wun­der­schön.

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