Kö­nig Ni­co

So fei­ert der Welt­meis­ter

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Über­wäl­tigt von sei­nem ers­ten Ti­tel-Glück herz­te Ni­co Ros­berg in­nig sei­ne Frau Vi­vi­an, dann stemm­te er über­mü­tig For­mel-1-Chef Ber­nie Eccles­to­ne in die Hö­he. In der fun­keln­den Wüs­tenDäm­me­rung von Abu Dha­bi ge­nüg­te Ros­berg am Sonn­tag Platz zwei beim Zit­ter-Fi­na­le hin­ter dem nun ent­thron­ten Ti­tel­ver­tei­di­ger Le­wis Ha­mil­ton, um sich als drit­ter Deut­scher nach Micha­el Schu­ma­cher und Se­bas­ti­an Vet­tel zum Cham­pi­on der Kö­nigs­klas­se zu krö­nen. „Das ist ein Kind­heits­traum, der hier in Er­fül­lung geht. Ich will jetzt nur noch fei­ern und die Sau raus­las­sen“, sag­te der er­schöpf­te 31-Jäh­ri­ge, der gar nicht wuss­te, wo­hin mit sei­nen Emo­tio­nen. „Auf der Aus­lauf­run­de ka­men die Trä­nen oh­ne En­de“, be­rich­te­te er. Zehn­ein­halb Jah­re nach sei­nem For­mel-1-De­büt und 34 Jah­re nach dem Ti­tel­ge­winn von Pa­pa Ke­ke hol­te sich Ros­berg mit kal­ku­lier­tem Ri­si­ko und letzt­lich fünf Punk­ten Vor­sprung den lan­ge er­sehn­ten WM-Tri­umph. „Ich bin sehr stolz, dass ich in die Fuß­stap­fen mei­nes Va­ters tre­ten konn­te“, sag­te der vom enor­men Druck be­frei­te Ros­berg, nach­dem er zu­vor et­was ge­quält den ge­schla­ge­nen Ha­mil­ton um­armt hat­te. Sein Va­ter Ke­ke gra­tu­lier­te dem Sohn spä­ter herz­lich. „Ich bin na­tür­lich sehr hap­py für ihn“, sag­te der Welt­meis­ter von 1982, der sei­nen Sohn in der Ga­ra­ge in­nig herz­te. „Es ist ei­ne lan­ge Rei­se ge­we­sen und heu­te ist wie­der ein Mei­len­stein. Toll, dass es so ist“, sag­te der 67-Jäh­ri­ge wei­ter.

Es war nur ein win­zi­ger Schön­heits­fleck, dass der Bri­te das vier­te Ren­nen nach­ein­an­der ge­wann und da­mit ins­ge­samt mit zehn Sie­gen in die­ser Sai­son so­gar ei­nen mehr fei­er­te als Ros­berg. Nie zu­vor in sei­nen nun 206 Grand Prix mach­te Ros­berg ein zwei­ter Platz so glück­lich wie dies­mal. In der Box drück­te er mit feuch­ten Au­gen je­den Mecha­ni­ker an die Brust, auch Mut­ter Si­na nahm ih­ren Sohn fest in den Arm.

Ver­ges­sen wa­ren für den 33. Welt­meis­ter der For­mel-1Ge­schich­te auch die bit­te­ren Nie­der­la­gen ge­gen Dau­er­ri­va­le Ha­mil­ton in den Ti­tel­kämp­fen 2014 und 2015. „Ni­co war ein­fach bes­ser, mehr konn­te ich nicht tun“, sag­te Ha­mil­ton und droh­te schon: „Jetzt freu­en wir uns auf den Kampf im nächs­ten Jahr.“

Fer­ra­ri-Pi­lot Vet­tel, der Drit­ter in Abu Dha­bi wur­de, freu­te sich sicht­lich mit Lands­mann Ros­berg. „Das ist sein Tag heu­te. Ich weiß, wie er sich fühlt“, sag­te der vier­ma­li­ge Welt­meis­ter. Im Ren­nen war er den bei­den Sil­ber­pfei­len noch ge­fähr­lich nah ge­kom­men – auch weil Ha­mil­ton ge­gen die An­wei­sun­gen der Team­spit­ze of­fen­bar ab­sicht­lich lang­sa­mer fuhr, um den Ver­fol­gern noch die Chan­ce zu ge­ben, Ros­berg zu über­ho­len. „Könnt Ihr nichts tun? Ich könn­te viel schnel­ler fah­ren“, funk­te Ros­berg an die Box. „Fahr schnel­ler“, be­fahl Tech­nik­di­rek­tor Pad­dy Lo­we dem ver­bit­ter­ten Ha­mil­ton, der aber wi­der­sprach. Am En­de war es egal. Ros­berg war am Ziel.

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