See­ho­fer

Schwä­che­an­fall nach Er­käl­tung

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Schock­se­kun­den beim Tag der of­fe­nen Tür in der Baye­ri­schen Staats­kanz­lei: Bei ei­ner Bür­ger­sprech­stun­de am Sams­tag­mit­tag sack­te Horst See­ho­fer (67) plötz­lich zu­sam­men. Zwei Mit­ar­bei­ter, die hin­ter dem baye­ri­schen Mi­nis­ter­prä­si­den­ten stan­den, ver­hin­der­ten ge­ra­de noch, dass er stürz­te.

Der CSU-Chef rich­te­te sich wie­der auf, hielt sich am Red­ner­pult fest und blick­te für ei­ni­ge Se­kun­den schwei­gend in den Raum, ehe er er­neut weg­sack­te und das Pult bei­na­he mit­riss, wie die SZ be­rich­te­te. Mit­ar­bei­ter hal­fen See­ho­fer auf ei­nen Stuhl, brach­ten ihm ein Glas Was­ser. Doch ih­ren Rat, die Bür­ger­sprech­stun­de bes­ser ab­zu­bre­chen, wies See- ho­fer zu­rück: „Bit­te wei­ter­ma­chen!“, sag­te er nur – was die Bür­ger mit Ap­plaus be­grüß­ten.

„Es geht ihm gut“, kom­men­tier­te ein Spre­cher See­ho­fers „kur­zes Un­wohl­sein“spä­ter. Der Mi­nis­ter­prä­si­dent sei in den ver­gan­ge­nen Ta­gen leicht er­käl­tet ge­we­sen. Am Sonn­tag hat­te See­ho­fer dann „kei­ne öf- fent­li­chen Ter­mi­ne“, so ein Spre­cher der Staats­kanz­lei. Ei­ne klei­ne Ver­schnauf­pau­se nach ei­nem an­stren­gen­den Ter­min-Ma­ra­thon in den letz­ten Ta­gen, den er trotz sei­ner Er­käl­tung ab­sol­viert hat­te: Die Ren­ten-Ko­ali­ti­ons­run­de am Don­ners­tag, dann der „Frie­dens-Gip­fel“mit Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (sie­he links un­ten).

Der 67-Jäh­ri­ge, der 2002 nach ei­ner le­bens­ge­fähr­li­chen Herz­mus­kel­ent­zün­dung knapp dem Tod ent­ron­nen war, hat­te be­reits mehr­fach Schwä­che­an­fäl­le: Im Ja­nu­ar wur­de es ihm am Red­ner­pult in Wild­bad Kreuth vor den Au­gen der CSU-Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten schwind­lig. See­ho­fer ha­be sich plötz­lich am Red­ner­pult fest­hal­ten müs­sen, be­rich­te­ten da­mals Teil­neh­mer. Er sei ge­stützt und zu sei­nem Platz ge­führt wor­den, von dort aus re­de­te der Mi­nis­ter­prä­si­dent im Sit­zen wei­ter.

Im ver­gan­ge­nen Som­mer hat­te See­ho­fer bei der Neu­in­sze­nie­rung der et­wa vier­stün­di­gen Oper Tris­tan und Isol­de bei den Bay­reu­ther Richar­dWa­gner-Fest­spie­len über ge­sund­heit­li­che Pro­ble­me ge­klagt. Er ver­brach­te dar­auf­hin ei­ne Nacht zur Si­cher­heit in ei­nem Kran­ken­haus. Den Staats­emp­fang in Bay­reuth muss­te See­ho­fer des­halb ab­sa­gen.

Fo­to: dpa

Am Tag der of­fe­nen Tür durf­ten Be­su­cher auch See­ho­fers Schreib­tisch be­sich­ti­gen

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