Ein­kaufs­wüs­te Send­ling

tz - - MÜNCHEN -

Fo­tos nicht er­wünscht. Fra­gen gleich gar nicht: Die Stim­mung an der Macht­l­fin­ger Stra­ße ist an­ge­spannt. Der Re­al-Markt dort muss zum 17. De­zem­ber schlie­ßen. Mit ihm ver­liert Send­ling nicht nur ei­nen wich­ti­gen Nah­ver­sor­ger – auch Post, Apo­the­ke, Schlüs­sel­dienst, Ca­fé, Im­biss und Blu­men­la­den sind be­trof­fen. Schö­ne Be­sche­rung!

Der Markt gilt als ei­nes der größ­ten Ein­kaufs­zen­tren im Münch­ner Sü­den. Auf 7534 Qua­drat­me­tern fin­den Kun­den seit vie­len Jah­ren al­les, was das Herz be­gehrt. Doch jetzt ist La­den­schluss! Für Lud­wig Wei­din­ger kommt das ei­ner mitt­le­ren Ka­ta­stro­phe gleich. „Ich fra­ge mich schon, wo die Leu­te dann al­le ein­kau­fen wol­len“, sagt der Vor­sit­zen­de des Be­zirks­aus­schus­ses. Klar ge­be es Al­ter­na­ti­ven, et­wa an der Kist­ler­hof­stra­ße. Al­ler­dings sei­en die­se Stand­or­te oh­ne­hin schon stark fre­quen­tiert. „Ge­hen Sie da mal an ei­nem Sams­tag ein­kau­fen, ein Ver­gnü­gen ist das nicht.“Zu­dem ent­steht Am Süd­park ein neues Wohn­ge­biet für 2500 Men­schen. Auch die müs­sen ein­kau­fen.

Und ar­bei­ten. Denn mit dem Re­alMarkt ver­schwin­den nicht nur Ge­schäf­te. 116 Mit­ar­bei­ter des Händ­lers ban­gen um ih­re Ar­beits­plät­ze. „Wir sind in Ver­hand­lun­gen“, sagt Do­mi­nik Datz von der Ge­werk­schaft Ver­di.

Ihn är­gert be­son­ders, dass die Be­schäf­tig­ten erst im Ok­to­ber über das Aus in­for­miert wur­den – laut Ta­rif­ver­trag hät­ten es 15 Mo­na­te im Vor­aus sein müs­sen. „Wir prü­fen ge­ra­de, in­wie­weit das rech­tens ist.“

Doch­of­fen­bar­dräng­te die Zeit. Der In­ha­ber der Im­mo­bi­lie, ei­ne Er­ben­ge­mein­schaft, woll­te die Tief­ga­ra­ge sa­nie­ren. „Da hat man gra­vie­ren­de Män­gel fest­ge­stellt“, sagt Wei­din­ger. Er­geb­nis: Ei­ne Sa­nie­rung ist nicht mög­lich, nur der Ab­riss wirt­schaft­lich.

Ren­ta­bel sei der Stand­ort, sagt Datz. Er spricht gar von ei­ner Gold­gru­be. An­fang des Jah­res erst ha­be Re­al den Miet­ver­trag um zehn Jah­re ver­län­gert. „Au­ßer­dem wur­de über ei­ne Mil­li­on Eu­ro in die Sta­tik in­ves­tiert.“Um­so ver­wun­der­li­cher sei nun das Aus!

Das Un­ter­neh­men be­kräf­tigt der­weil nach wie vor In­ter­es­se an dem Stand­ort – es ge­be auch der­zeit Ge­sprä­che mit der Stadt. Ob er­neut ein Ein­kaufs­zen­tru­mentsteht, ist un­ge­wiss. Bei der Stadt ist noch kein An­trag ein­ge­gan­gen. S. KAROWSKI, M. HACKEMANN

F.: Schmidt

Der Re­al muss schlie­ßen. Grund sind Bau­män­gel, ei­ne Sa­nie­rung sei nicht mög­lich

Fo­to: fkn

Lud­wig din­ger Wei-

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