Ak­tu­el­le und neu ent­stan­de­ne Bräu­che

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Ad­vents­ka­len­der sind heu­te aus der Vor­weih­nachts­zeit nicht mehr weg­zu­den­ken. Und das, ob­wohl der Brauch erst et­was mehr als 100 Jah­re alt ist. 1902 ver­öf­fent­lich­te ei­ne Ham­bur­ger Buch­hand­lung den ers­ten ge­druck­ten Ka­len­der in Form ei­ner Weih­nachts­uhr, ein Jahr spä­ter ein Münch­ner Ver­le­ger ei­nen Ka­len­der mit 24 Bil­dern zum Aus­schnei­den und Auf­kle­ben. Trend heu­te: Öf­fent­li­che Ad­vents­ka­len­der, sagt Ex­per­te Micha­el Rit­ter. Ein Bei­spiel ist der Ka­len­der am Mer­ce­des-Cen­ter an der Don­ners­ber­ger­brü­cke. ■ Aus dem schwä­bi­schen Raum zu uns schwappt das „Christ­baum­lo­ben“, so Rit­ter. Hier be­sich­ti­gen Nach­barn die Christ■ bäu­me ih­rer Freun­de – und ho­len sich „für das Lob ei­nen Schnaps ab. ■ Ei­ne wei­te­re Ent­wick­lung: Der Weih­nachts­mann und der Ni­ko­laus ge­hen im­mer wei­ter in­ein­an­der über. Der Weih­nachts­mann sei die sä­ku­la­ri­sier­te Form der Ni­ko­lau­ses, so Rit­ter. Und ein In­diz da­für, dass Weih­nach­ten im­mer mehr sei­nen re­li­giö­sen Hin­ter­grund ver­lie­re.

Ein al­ter Brauch, der ei­ne Re­nais­sance er­lebt, ist das „Frau­en­tra­gen“. Ei­ne Ma­ri­en­fi­gur bleibt je­weils für ei­nen Tag in ei­nem Haus, dann wird sie wei­ter­ge­ge­ben. Die An­spra­che der Got­tes­mut­ter – ei­ne Vor­be­rei­tung auf das Weih­nachts­fest.

Öf­fent­li­cher Ad­vents­ka­len­der (Fo­to o.). Der Weih­nachts­mann (l.) ver­drängt den Ni­ko­laus

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