Ken­nen Sie das noch?

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Kin­der zie­hen im Ad­vent von Haus zu Haus – und bit­ten um Ga­ben. Die­ser „Klop­fer­brauch“war im 19. Jahr­hun­dert ver­brei­tet. „Die Rei­chen hat­ten ein gu­tes Ge­wis­sen und die Ar­men be­ka­men Es­sen“, so Micha­el Rit­ter. Ei­ne zeit­ge­mä­ße Ab­wand­lung ist das Stern­sin­gen: Mi­nis­tran­ten sam­meln für Be­dürf­ti­ge. ■ Einst weit ver­brei­tet, sind auch die „Bar­ba­razwei­ge“im­mer un­be­kann­ter. Am 4. De­zem­ber wer­den Zwei­ge von Obst­bäu­men in ei­ner Va­se auf­ge­stellt – mit der Hoff­nung, dass sie bis zum Hei­li­gen Abend blü­hen. Das soll Glück brin­gen.

Mit Aber­glau­ben ver­bun­den ist der Brauch der Rau- oder Rauch­näch­te“, der heu­te nur noch sel­ten ge­lebt wird. Die Angst: Zum Jah­res­wech­sel kön­ne die christ­li­che Ordnung au­ßer Kraft ge­setzt wer­den. Al­so wur­den die Wohn­räu­me und Stäl­le mit Weih­rauch aus­ge­räu­chert. Die Nacht zum 21. De­zem­ber wur­de als „Los­tag“ge­se­hen. Le­di­ge Mäd­chen war­fen ei­nen Pan­tof­fel zur Woh­nungs­tür: In der Hoff­nung, die Schuh­spit­ze zei­ge in die Stu­be. Das wür­de ei­nen na­hen­den Hoch­zeiter be­deu­ten.

Bis vor 100 Jah­ren war die Ad­vents­zeit noch ei­ne kirch­lich vor­ge­schrie­be­ne Fas­ten­zeit. Sie ging vom 11. No­vem­ber bis zum Drei­kö­nigs­tag. Seit 1917 wird das vor­weih­nacht­li­che Fas­ten von der Kir­che nicht mehr ver­langt.

Einst weit ver­brei­tet: Die Bar­ba­razwei­ge

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