Bock auf Voll­gas

tz - - MENSCHEN - BAR­BA­RA ZAHN

Gibt es ei­nen per­fek­te­ren Ort, ein ab­ge­fah­re­nes Mu­sik­vi­deo mit dem Ti­tel Bock auf

gei­len Scheiß zu dre­hen, als in der Kult-Kn­ei­pe „Bei Ot­to“in der Ga­bels­ber­ger­stra­ße in der Maxvor­stadt? Das Wer­be­vi­deo soll Lust ma­chen auf das Print­ma­ga­zin Bock, das es seit die­sem Jahr gibt. Als die Band um His­to­rySen­der­chef Andre­as Wei­nek und

Daho­am is Daho­am- Lieb­ling Har­ry Blank das An­ge­bot be­kam, ei­nen Song für Bock zu schrei­ben, wa­ren sie gleich mit Feu­erei­fer da­bei, und schnell war klar: Ge­dreht wird bei Wir­tin Re­na­te, die für ih­re Gäs­te Ma­ma, Psy­cho­lo­gin und Rat­ge­be­rin in ei­nem ist. Nach­na­me und Al­ter der Wir­tin, die den La­den seit 16 Jah­ren schmeißt, blei­ben ge­heim. Har­ry Blank: „Vor 20 Jah­ren ha­be ich hier um die Ecke ge­wohnt und war ger­ne auf Kn­ei­pen­tour. Die­se hier hat ein be­son­de­res Flair, weil sie nicht hip ist, son­dern so ge­blie­ben ist, wie sie im­mer war. Und die Wir­tin ist ei­ne Wucht!“Die Idee zu Song und Vi­deo hat­te Bock- Her­aus­ge­ber Pe­ter „Bu­lo“

Böh­ling. Sein Pro­jekt wird fi­nan­ziert von Te­le 5 und des­sen Ge­schäfts­füh­rer Kai Blas­berg, der sich ge­nau­so amü­sier­te wie die 30-köp­fi­ge Crew, die sich auf den 25 Qua­drat­me­tern Kn­ei­pe ir­gend­wie zu­recht­fin­den muss­te. Für Bu­lo, für den die Kn­ei­pe so ei­ne Art „zwei­tes Wohn­zim­mer“ist, war die Re­gie­ar­beit ein biss­chen stres­sig. „Un­ser Kon­zept ist: Die Band spielt am Tre­sen, und im­mer wie­der kommt ein pro­mi­nen­ter Mensch oder je­mand, der ei­nen be­son­de­ren Ty­pen ver­kör­pert, in die Kn­ei­pe und setzt sich an die Bar. Es gibt kein Geld und auch kei­nen Dreh­plan und Ti­me­ta­bles, da­für Ruhm und Eh­re, und je­der soll­te kom­men, wann und wenn er Bock hat.“Denn in dem Song geht es ums an­ders sein, um Schnee im Som­mer, sinn­lo­ses Da­her­re­den und den Spaß dar­an, Voll­gas zu ge­ben.

„Bock auf gei­len Scheiß“hat­ten ei­ni­ge Pro­mi­nen­te, dar­un­ter Fre­de­ric Meis­ner, der beim An­blick der Kn­ei­pe ganz nost­al­gisch wur­de: „Frü­her war ich näch­te­lang in Mün­chen un­ter­wegs. Die­se Zei­ten sind lan­ge vor­bei.“Auch Bond-Bö­se­wicht

Det­lef Bo­the. Er spiel­te in Jog­ging­ho­se den Tür­ste­her und mein­te: „Bock auf gei­len Scheiß ha­be ich im­mer! Das Le­ben ist zu kurz, um trau­rig und ge­lang­weilt in der Ecke zu hän­gen.“

Das gro­ße High­light kam nach dem of­fi­zi­el­len Dreh­schluss. Spon­tan tauch­te am Abend noch Gun­ter Ga­b­ri­el auf. Und klar, die Ka­me­ras spran­gen so­fort wie­der an. Der 74-jäh­ri­ge Ger­man Cow­boy, wie Ga­b­ri­el sich selbst nennt, trug sei­ne schwarz-rot-gol­de­ne Gi­tar­re un­term Arm. „Ich fin­de, in je­der Lo­ca­ti­on soll­te ei­ne Gi­tar­re hän­gen. Die Leu­te soll­ten wie­der viel mehr ge­mein­sam Mu­sik ma­chen, an­statt sich aus den Bo­xen voll­dröh­nen zu las­sen. Das ver­bes­sert das Ge­mein­schafts­ge­fühl!“Wie das geht, zeig­te er in rot­wein­se­li­ger Run­de und si­gnier­te spä­ter sei­ne Gi­tar­re als Ge­schenk für Wir­tin Re­na­te, die dar­über glück­se­lig war. Ga­b­ri­el: „Ich hat­te Bock auf gei­len Scheiß und wur­de nicht ent­täuscht!“

Wir­tin Re­na­te um­ringt von den Darstel­lern so­wie Bock-Her­aus­ge­ber Pe­ter Böh­ling (ganz re.), der auch im klei­nen Bild links zu­sam­men mit Fre­de­ric Meis­ner zu se­hen ist

Fo­tos: Weiß­fuß (2), Hör­ha­ger (2), Alex­an­dra v. Spre­ti,

Über­ra­schung! Am Abend kam Kult-Sän­ger Gun­ter Ga­b­ri­el (oben) vor­bei. Links: die Darstel­ler Tom­my Schwim­mer (li.) und Har­ry Blank

Det­lef Bo­the mim­te den Tür­ste­her "Bei Ot­to"

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