Staats­oper: Kup­fer macht Gold

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„Heu­te wer­den wir et­was ganz Gro­ßes er­le­ben“– sel­ten hat man ein Pu­bli­kum so vol­ler Vor­freu­de er­lebt. Es war ja schon viel durch­ge­si­ckert nach der Ge­ne­ral­pro­be, und al­les wur­de ges­tern Abend noch über­trof­fen. La­dy Mac­beth von Mzensk in der frü­hen, rau­en Fas­sung von 1934, für die sich Ki­rill Pe­tren­ko ent­schie­den hat, ist die gül­ti­ge Wahl. Eng ar­bei­tet er mit dem Re­gis­seur Har­ry Kup­fer zu- sam­men, al­ler­dings in ei­nem zu mäch­ti­gen Büh­nen­bild. Die bei­den hät­ten es auch al­lei­ne ge­schafft.

Die gro­ße Drei­fach­mör­de­rin Ka­te­ri­na wird von Schosta­ko­witschs ly­ri­schen Si­ber­tö­nen von al­ler Schuld rein­ge­wa­schen. An­ja Kam­pe hat al­le kraft­vol­len und al­le er­grei­fend ly­ri­schen Tö­ne zur Ver­fü­gung, ist in je­der Se­kun­de mensch­lich warm im Spiel. Die Män­ner­rie­ge um sie her­um, fast nur Rus­sen, sind präch­tig aus­ge­sucht. Er­staun­lich, wie sich die vie­len Zi­ta­te, Richard-Strauss-Sü­ße und die be­tö­ren­den Bruck­ner-An­klän­ge, or­ga­nisch in die Par­ti­tur ein­pas­sen. Ein herr­li­ches Orches­ter mit vor al­lem glanz­vol­len Blä­sern spielt sich die See­le aus dem Leib. Wir kön­nen die­se Oper des 20. Jahr­hun­derts heu­te auf­neh­men wie ei­nen gro­ßen Klas­si­ker.

Fo­to: Hösl

Die La­dy (An­ja Kam­pe) und ihr Schwie­ger­va­ter (Ana­to­li Kot­scher­ga)

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