„El pro­fe“ver­län­gert Vi­dals Fuß­bal­ler­le­ben

tz - - SPORT - JO­SÉ CAR­LOS MEN­ZEL LÓPEZ

Uli Ho­en­eß ist ein Mann der kla­ren Wor­te. Da­mals wie heu­te. Be­reits am ers­ten Wo­che­n­en­de sei­ner Rück­kehr be­ka­men so­wohl Sech­zig, Man­ches­ter Uni­ted und auch RB Leip­zig ihr Fett weg. Das war’s? Mit­nich­ten! Für den chi­le­ni­schen Ver­band hat­te der neue al­te Prä­si­dent des FC Bay­ern eben­falls ei­ne Spit­ze pa­rat. Ho­en­eß wäh­rend sei­nes Ad­vents­be­suchs bei meh­re­ren Fan­klubs in Wun­sie­del: „Es ist ei­ne Schan­de, wie in man­chen Län­dern mit Ver­let­zun­gen um­ge­gan­gen wird. Ar­turo kam aus Chi­le letz­tens mit ei­nem Klump­fuß zu­rück und hat­te nicht mal ei­nen Ver­band rum.“

Die Fol­ge: knapp zwei Wo­chen Aus­fall, in de­nen der FC Bay­ern auf den Krie­ger ver­zich­ten muss­te – und dar­auf­hin zwei Plei­ten ge­gen den BVB (0:1) und in der Kö­nigs­klas­se ge­gen Ros­tov (2:3) kas­sier­te. Zwei Plei­ten, die sich mit ei­nem ge­sun­den Vi­dal wo­mög­lich hät­ten ver­mei­den las­sen. Schließ­lich sind Vi­dals Kämp­fer­herz und Wil­le mitt­ler­wei­le un­ab­ding­bar für den FCB. Sieht auch Uli Ho­en­eß so. Der 29-Jäh­ri­ge sei „le­bens­wich­tig für un­ser Spiel“, so Ho­en­eß wei­ter. „Wenn Vi­dal spielt und ge­sund ist, sind die Chan­cen viel grö­ßer, dass der FC Bay­ern ge­winnt.“

Und da­mit Vi­dal noch lan­ge spielt, hat er sich ei­gens ei­nen Ex­per­ten nach Mün­chen ge­holt, der ihm ein lan­ges Fuß­bal­ler­le­ben be­sche­ren soll: Juan Ramí­rez. Seit An­fang der Sai­son hat der Co­pa-Amé­ri­ca-Sie­ger den Ex-Fit­ness­trai­ner sei­nes ers­ten Pro­fi­klubs Co­lo-Co­lo als Per­so­nal Trai­ner nach Mün­chen ge­holt. Das Ziel: Die kör­per­li­che Ba­sis schaf­fen, da­mit Vi­dal so lan­ge wie mög­lich auf Top­ni­veau spie­len kann, am bes­ten bis ins ho­he Fuß­bal­ler­al­ter hin­ein. Und da­für quält „el pro­fe“(spa­nisch für der Prof.), wie die Num­mer 23 des Re­kord­meis­ters Ramí­rez lie­be- voll nennt, sei­nen Schütz­ling auch ger­ne nach Train­ins­ein­hei­ten noch die oder an­de­re St­un­de in ei­nem Grün­wal­der Fit­ness­stu­dio. Von nichts kommt schließ­lich nichts.

Die Ex­tra­schich­ten sind na­tür­lich mit Car­lo An­ce­lot­ti und sei­nem Stab ab­ge­spro­chen, wes­halb Ramí­rez auch so gut wie im­mer an der Sä­be­ner Stra­ße an­zu­tref­fen ist. „Es han­delt sich um zu­sätz­li­che Ein­hei­ten zu de­nen des FC Bay­ern“, er­klärt „el pro­fe“in ei­nem In­ter­view mit dem chi­le­ni­schen Por­tal As. „Un­se­re Ab­sicht ist es, sei­ne Leis­tung zu op­ti­mie­ren, sei­nen Kar­rie­re zu ver­län­gern und ihn auf der Spit­ze sei­ner kör­per­li­chen Be­las­tungs­fä­hig­keit zu hal­ten. All das er­folgt im Hin­blick auf die Zu­kunft, auf die Na­tio­nal­mann­schaft und auf das, was noch vor ihm liegt. Die Idee ist, dass er die­se Leis­tung über ei­nen lan­gen Zei­t­raum hal­ten und je­ne Qua­li­tä­ten ver­bes­sern kann, die ihn aus­zeich­nen.“

Der Krie­ger ist üb­ri­gens nicht der ein­zi­ge Ro­te, der sport­li­che Al­ters­vor­sor­ge be­treibt. „Es kommt im­mer auf die Per­son an“, er­klärt Ramí­rez. „Hier in Mün­chen ha­ben Dou­glas Cos­ta, Ra­fin­ha und Thia­go ih­re Per­so­nal Trai­ner. Vie­le Spie­ler er­gän­zen ihr Trai­ning. Mes­si und Ney­mar ma­chen das in Spa­ni­en auch.“Ei­nen wei­te­ren Vor­teil sieht der Ex-Do­zent der Uni­ver­si­dad de las Ame­ri­cas in San­tia­go de Chi­le auch in Car­lo An­ce­lot­tis Trai­ning. „Hier se­he ich, dass ei­ner der bes­ten Trai­ner der Welt es nicht mit der Ar­beit über­treibt“, so Ramí­rez. „Er macht nicht mehr als nö­tig, die Spie­ler sind glück­lich, und das merkt man. Der gro­ße Un­ter­schied liegt da­rin, die Spie­ler nicht aus­zu­pres­sen, es mit dem Trai­ning nicht zu über­trei­ben.“Mu­sik in Ho­en­eß’ Oh­ren. Zu­mal Vi­dal beim 2:1-Sieg über Le­ver­ku­sen end­lich wie­der zehn Mi­nu­ten ki­cken durf­te. Dass er noch lan­ge ki­cken kann, da­für sorgt schon der Prof.

Ho­en­eß über Chi­les Um­gang mit Vi­dals Bles­sur

Fo­to: fi­ro

Vi­dal plag­ten zu­letzt Pro­ble­me an den Ad­duk­to­ren

Schwit­zen mit dem Prof: Ramí­rez (mit Bart) und Vi­dal mit Hö­hen­trai­ning si­mu­lie­ren­der Trai­nings­mas­ke

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