Tag der of­fe­nen Tür

tz - - POLITIK -

Wie sehr un­ser All­tag mitt­ler­wei­le da­von ab­hängt, dass un­se­re Ver­bin­dung zur Au­ßen­welt funk­tio­niert, merkt man erst, wenn Te­le­fon und In­ter­net mal aus­fal­len. Gleich­zei­tig macht so ein Aus­fall wie der bei der Te­le­kom deut­lich, wie an­greif­bar ein gro­ßer Teil un­se­rer IT-Struk­tur ist. Das muss sich än­dern. Klar ist: Wer die Woh­nungs­tür aus­hängt, muss sich nicht über un­ge­be­te­nen Be­such be­schwe­ren. Ähn­lich sieht es mit der IT-Si­cher­heit aus. In vie­len Be­rei­chen ste­hen die Tü­ren für Ha­cker sperr­an­gel­weit of­fen. Wenn Ein­dring­lin­ge so leicht Zu­gang zu den Rou­tern von 900 000 Te­le­kom-Kun­den fin­den konn­ten, dann darf man dem Ro­sa Rie­sen ei­ne ge­wis­se Schlud­rig­keit beim Schutz der Ge­rä­te un­ter­stel­len. Es ist schlimm ge­nug, wenn es Ha­ckern ge­lingt, in die Rou­ter von Pri­vat­leu­ten ein­zu- drin­gen – sie sind im­mer­hin die Schalt­zen­tra­le für den hei­mi­schen In­ter­net­zu­gang. Weit be­droh­li­cher sind die Ge­fah­ren für In­fra­struk­tur und De­mo­kra­tie. Nach den USWah­len gab es Vor­wür­fe, aus­län­di­sche Ha­cker hät­ten ver­sucht, das Er­geb­nis zu ma­ni­pu­lie­ren. Gleich­zei­tig wird das Netz mit ge­fälsch­ten Nach­rich­ten über­flu­tet, die zwar je­der Grund­la­ge ent­beh­ren, aber für or­dent­lich Stim­mung sor­gen. Im Vor­feld der Bun­des­tags­wahl im kom­men­den Jahr muss die IT-Si­cher­heit des­halb bei den Be­hör­den höchs­te Prio­ri­tät ge­nie­ßen. Und Pi­lot­ver­su­che mit Wahl­com­pu­tern kann man di­rekt zu den Ak­ten le­gen, so lan­ge die­se nicht hun­dert­pro­zen­tig si­cher sind.

Muss wirk­lich je­der Be­reich des All­tags ver­netzt sein?

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