Ex­per­te: Tod nach Ver­lust kein Zu­fall

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Im­mer wie­der kommt es vor, dass Part­ner kurz nach­ein­an­der ster­ben. War­um? Die tz hat mit Claas Lah­mann, Ärzt­li­cher Di­rek­tor der Kli­nik für psy­cho­so­ma­ti­sche Me­di­zin der Uni Frei­burg, ge­spro­chen. „Wir ha­ben lei­der sehr oft mit Men­schen zu tun, die ziem­lich bald nach ei­nem ge­lieb­ten Men­schen ster­ben.“

Der Spruch „Das tut mir in der See­le weh“kom­me nicht von un­ge­fähr. Lah­mann: „Das ist kein Zu­fall. Es gibt so­gar ei­ne Un­ter­su­chung, die das Phä­no­men be­weist: Da­bei wur­de ei­ne Grup­pe Per­so­nen oh­ne und ei­ne mit Trau­er­fall in der Fa­mi­lie be­ob­ach­tet. Bei letz­te­rer war die Ster­be­ra­te in den zwei Jah­ren nach dem Trau­er­fall ein­ein­halb­mal so hoch.“

Ver­ant­wort­lich da­für ist das Bro­ken-He­art-Syn­drom. Wenn ei­ne en­ge Bin­dung ge­trennt wird, be­deu­tet das für den Hin­ter­blie­be­nen neu­ro­bio­lo­gisch Ge­fahr. Der Kör­per schüt­tet mas­siv Stress­hor­mo­ne wie Cor­ti­sol aus. Lang­zei­tig schwächt das den Kör­per und ver­än­dert das Herz-Kreis­lauf-Sys­tem. Das kann äl­te­re Men­schen, die vor­er­krankt sind, sehr ge­fähr­den. Im schlimms­ten Fall kann das le­bens­ge­fähr­lich sein.

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