Frau Di­rek­tor und ihr Zir­kus

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Der Be­griff „Che­fin“trifft’s nicht so recht. Beim Cir­cus Kro­ne sa­gen sie „die Frau Di­rek­tor“oder „Prin­zi­pa­lin“, wenn von Chris­tel Sem­bach-Kro­ne die Re­de ist. Von je­ner Da­me, die am Sonn­tag 80 Jah­re alt ge­wor­den ist und nach wie vor die Ge­schäf­te von Eu­ro­pas größ­tem Zir­kus führt. Je­ne Dis­zi­plin, die sie im­mer auch von ih­ren An­ge­stell­ten for­dert, lebt sie sel­ber vor. „Cir­cus isn’t a job, it’s a way of li­fe“: Die­ses Mot­to hat sie ver­in­ner­licht. Auf Deutsch: „Das Zir­kus­le­ben ist kein Be­ruf, es ist ei­ne Ein­stel­lung.“Sem­bach-Kro­ne sagt: „Das ha­be ich schon von mei­nen El­tern und Groß­el­tern ge­lernt – sie wa­ren mei­ne Vor­bil­der.“Denn: Das Pu­bli­kum will un­ter­hal­ten wer­den, und zwar pünkt­lich! So ge­se­hen ist aus­ge­rech­net der Zir­kus ei­ne sehr wert­kon­ser­va­ti­ve Welt. Das hat Chris­tel Sem­bach-Kro­ne im­mer be­her­zigt, und sie tut es auch heu­te noch: „Das Wich­tigs­te für ei­nen Zir­kus ist es, das Pu­bli­kum nicht zu ent­täu­schen. Die Men­schen sol­len nach dem Fi­na­le glück­lich und zu­frie­den heim­ge­hen.“

Glück­lich und zu­frie­den: Das kann auch die Prin­zi­pa­lin sein. Ihr Zir­kus be­steht nach wie vor – im Ge­gen­satz zu so vie­len an­de­ren, die im Lauf der Jahr­zehn­te sang- und klang­los un­ter­ge­gan­gen sind. Und: Die­ser Zir­kus ist nicht ein­fach bun­te Folk­lo­re, son­dern ein ernst zu neh­men­des Münch­ner Un­ter­neh­men. Ar­beit­ge­ber, Grund­be­sit­zer, ei­ne Mar­ke, die für die Stadt steht.

Der Weg dort­hin be­stand vor al­lem aus Fleiß und Akri­bie. Nach wie vor trifft Chris­tel Sem­bach-Kro­ne je­de Ent­schei­dung sel­ber, auch wenn Toch­ter Ja­na Manda­na im­mer stär­ker ein­ge­bun­den ist. Wenn es dar­um geht, aus den täg­lich 20 bis 40 Be­wer- kom­men pro Jahr zu den Kro­ne-Vor­stel­lun­gen

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