Ba­den ge­hen ist mehr als sau­ber

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Im Was­ser lie­gen und fried­lich an die De­cke schau­en: Nicht al­len ist bzw. war die­ses Glück be­schie­den. Et­li­che Ba­de­wan­nen sind so zum Schau­platz ei­nes Un­falls mit To­des­fol­ge ge­wor­den. Von Mord und Frei­tod ganz zu schwei­gen. For­tu­ne hat­te Wil­li­am Ho­ward Taft. Der 27. US-Prä­si­dent blieb in der Ba­de­wan­ne im Wei­ßen Haus le­dig­lich ste­cken, was ganz al­lein an sei­ner Lei­bes­fül­le lag. Für „Pret­ty Wo­man“sah das Ba­de­wan­nen-Dreh­buch in­des nur Gu­tes vor. Voll im Le­ben durf­te sie mit ei­nem Walk­man auf dem Kopf im Schaum­bad laut­stark sin­gen

Über und un­ter Was­ser Mu­sik hö­ren

Dass die Sze­ne heut­zu­ta­ge ver­mut­lich an­ders aus­se­hen dürf­te, liegt we­ni­ger an der Prot­ago­nis­tin als an der Ba­de­wan­ne selbst. Im­mer mehr die­ser Or­te der Ent­span­nung ver­fü­gen über ein Au­dio­sys­tem, das un­ter­halb des Wan­nen­kör­pers mon­tiert ist. „Da­mit kann man über und un­ter Was­ser Mu­sik hö­ren und so­gar spü­ren. Die Ba­de­wan­ne dient da­bei als Klang­kör­per“, er­klärt Jens J. Wisch­mann. Man brau­che we­der Ka­bel, noch ein ex­ter­nes Ge­rät. Selbst ein Be­di­en­feld sei über­flüs­sig, so der Ge­schäfts­füh­rer der Ver­ei­ni­gung Deut­sche Sa­ni­tär­wirt­schaft (VDS): „Die Steue­rung funk­tio­niert über das ge­kop­pel­te Smart­pho­ne, ein Ta­blet oder ein an­de­res Blue­tooth-End­ge­rät.“

Rän­der wer­den dann auch zu Leh­nen

Oh­ne­hin ist das Schaum­bad „an­no jetzt“ei­ne fei­ne Sa­che mit viel Po­ten­zi­al zum Kult. Ne­ben spek­ta­ku­lä­ren For­men zum Auf­stel­len mit­ten im Raum, an der Wand oder für den (Halb-)Ein­bau im Po­dest oder Bo­den er­war­ten die Käu­fer zahl­rei­che prak­ti­sche und zu­gleich an­ge­neh­me De­tails. Seit­lich an­ge­ord­ne­te Über­läu­fe ge­hö­ren eben­so da­zu wie in­te­grier­te Arm-, Kopf­stüt­zen oder Hand­tuch­hal­ter. Aus Rü­cken­rän­dern wer­den ho­he Leh­nen mo­del­liert, die zu­gleich be­schüt­zen und un­ter­stüt­zen. Auf brei­ten Sei­ten­rän­dern da­ge­gen kann man be­quem sit­zen oder Ba­deu­ten­si­li­en ab­stel­len. Zu­dem las­sen sich Ar­ma­tu­ren in­di­vi­du­ell ein­bau­en so­wie das Be­di­en­pa­neel und der Brau­se­schlauch ver­ste­cken. Mit ei­ner falt­ba­ren Ab­de­ckung sind ei­ni­ge Mo­del­le Lu­xus­ba­de­wan­ne und Re­la­xBank in ei­nem. Un­ter­schied­li­che Mö­bel­ver­klei­dun­gen und so­gar die So­ckel tra­gen zur per­fek­ten Ab­stim­mung auf die üb­ri­ge Ein­rich­tung bei. Of­fe­ne Re­ga­le und ge­schlos­se­ne Schrank­mo­du­le an der Stirn­sei­te bie­ten Bü­cher und Hand­tü­cher in Griff­wei­te. Pfle­ge­leich­te Ober­flä­chen füh­len sich nicht nur im­mer an­ge­nehm an, son­dern hal­ten auch das Was­ser län­ger warm, das in den un­ter­schied­lichs­ten Strahl­bil­dern ein­fließt.

Ba­den stärkt für den Tag

So ein be­hag­li­ches Voll­bad bringt ne­ben Ver­gnü­gen vor al­lem ge­sun­de The­ra­pie. Nach schwe­ren Trai­nings-Ein­hei- ten, be­rich­tet Schwimm-Iko­ne Fran­zis­ka van Alm­sick, sei sie je­des Mal in die war­me Ba­de­wan­ne ge­gan­gen, um den Mus­kel­ka­ter zu lin­dern. Kal­te An­wen­dun­gen hal­fen bei Ge­lenk­schmer­zen. Heu­te steigt die VDS-Bad­bot­schaf­te­rin aus an­de­ren Grün­den in die Wan­ne: „Sie stärkt für den Tag.“Erst 2014 ließ sich nach­wei­sen, dass war­me Bä­der als sinn­vol­les Ko- The­ra­peu­ti­kum zur Be­hand­lung von Blut­hoch­druck An­wen­dung fin­den kön­nen. Laut Rat­ge­ber „Für Herz und See­le“hat­ten über 2 000 Pa­ti­en­ten mit und oh­ne Hy­per­to­nie in drei Wo­chen ins­ge­samt 15 war­me Bä­der á 15 Mi­nu­ten er­hal­ten. Da­nach wie­sen bei­de Grup­pen ei­ne si­gni­fi­kan­te Sen­kung so­wohl des obe­ren als auch des un­te­ren Blut­druck­wer­tes auf.

Fo­to: Ver­ei­ni­gung Deut­sche Sa­nit­trwir tschaft (VDS) / shut­ter­stock/Kzenon

Tut gut: sich ein­fach nur im Was­ser trei­ben zu las­sen. Dass Ba­den mehr bie­tet als Sau­ber­keit, das wuss­ten schon die Men­schen der An­ti­ke. Heut­zu­ta­ge be­sinnt man sich des­sen mehr denn je.

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