MEI­NE KLATSCH

tz - - MENSCHEN -

Weih­nach­ten fängt En­de Ok­to­ber an – dann end­lich gibt es Nüs­se, Christ­stol­len und Leb­ku­chen. Wie groß­ar­tig! Wie sonst soll­te ich über­le­ben? Ab To­ten­sonn­tag spä­tes­tens kommt der Glüh­wein bei plus zwölf Grad, und am ers­ten Ad­vent ist die­ses Jahr mein Ge­burts­tag. Da fra­gen al­le: Bist du nicht de­pres­siv? In so ei­ner dunk­len Jah­res­zeit Ge­burts­tag? Wie schlimm, du be­kommst ja gar kei­ne Blu­men...!?

Doch – auch da­mit sind die Ge­schäf­te voll. Es fehlt uns an nix, nur an Läs­sig­keit, To­le­ranz und Groß­zü­gig­keit, und an der Freu­de. Was ma­chen wir Weih­nach­ten? Wir ha­ben doch da­vor schon al­les ge­habt und ge­trun- ken und ge­ges­sen

ls ich noch ein Kind war, ka­men wir Hei­lig­abend aus der Kir­che, wa­ren ganz lei­se, und dann klin­gel­te ein Glöck­chen und Va­ter sag­te: „Das Christ­kind ist ge­ra­de aus dem Fens­ter ge­flo­gen.“Und wir rann­ten ins Wohn­zim­mer ans of­fe­ne Fens­ter und schau­ten dem Christ­kind hin­ter­her.

Als Ge­schen­ke be­ka­men wir auf je­den Fall ei­ne Oran­ge und Ha­sel­nüs­se und Scho­ko­la­de. Welch ei­ne Freu­de! Und Va­ter hat die Bi­bel ge­holt – groß und schwer – und hat uns die Weih­nachts­ge­schich­te vor­ge­le­sen: Es be­gab sich aber zu der Zeit...

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.