Tra­gö­die um Fuß­ball-Team

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Was für ein Dra­ma: Den Tri­umph in der Co­pa Su­dame­ri­ca­na vor Au­gen, ist das Team des bra­si­lia­ni­schen Fuß­ball­ver­eins Cha­pe­co­en­se in der Nä­he der ko­lum­bia­ni­schen Stadt Me­del­lín mit ei­nem Flug­zeug ab­ge­stürzt. Bei dem Un­glück wur­den 75 Men­schen ge­tö­tet. Fünf In­sas­sen über­leb­ten wie durch ein Wun­der.

Wie Jo­sé Ace­ve­do, Po­li­zei­chef in Me­del­lín be­rich­te­te, wur­den aus dem Wrack zu­nächst sechs Men­schen le­bend ge­bor­gen, aber ei­ne Per­son – es soll sich um ei­nen der bei­den Tor­hü­ter des Teams han­deln – ver­starb auf dem Weg ins Kran­ken­haus. Zu den Ge­ret­te­ten sol­len Ab­wehr­spie­ler Alan Ru­schel (27), Tor­hü­ter Jak­son Foll­mann (24), Ra­dio­re­por­ter Ra­fa­el Hen­zel und die Ste­war­dess Xi­me­na Suá­rez Ot­ter­berg ge­hö­ren. Das Flug­zeug stürz­te im Nord­wes­ten Ko­lum­bi­ens ab. Nach ei­nem Flug von São Pau­lo nach San­ta Cruz in Bo­li­vi­en war die ver­un­glück­te Ma­schi­ne dort in Rich­tung Me­del­lín ge­star­tet. Wie die Luft­fahrt­be­hör­de mit­teil­te, zer­schell­te die Ma­schi­ne vom Typ Av­ro RJ85 der bo­li­via­ni­schen Ge­sell­schaft La­mia am Berg El Gordo in der Nä­he der Ort­schaft La Unión - rund 38 Ki­lo­me­ter von Me­del­lín ent­fernt. Be­vor das vier­strah­li­ge Flug­zeug ge­gen 22 Uhr (Orts­zeit) am Mon­tag­abend vom Ra­dar ver­schwun­den sei, hät­ten die Pi­lo­ten Pro­ble­me mit der Elek­tro­nik ge­mel­det, hieß es un­ter Be­ru­fung auf den Kon­troll­turm des Flug­ha­fens von Me­del­lín. Zu­vor hat­ten Agen­tu­ren be­rich­tet, der Ma­schi­ne sei der Sprit aus­ge­gan­gen. Die ers­ten Hel­fer, die die Ab­sturz­stel­le er­reich­ten, wa­ren Po­li­zis­ten. Sie sind ge­schockt: Die Ma­schi­ne ist in drei Tei­le zer­bro­chen. Un­fass­bar, dass tat­säch­lich fünf In­sas­sen die Ka­ta­stro­phe über­lebt ha­ben. Doch die Ber­gung ge­stal­te­te sich ex­trem schwie­rig, da die Un­glücks­stel­le nur mit Mü­he er­reich­bar war. Die Ge­gend um Me­del­lín ist sehr hü­ge­lig, die Mil­lio­nen­stadt liegt in ei­nem Tal­kes­sel. We­gen dich­ten Ne­bels konn­ten zu- dem kei­ne Hub­schrau­ber ein­ge­setzt wer­den. Die Mann­schaft des bra­si­lia­ni­schen Erst­li­ga-Ver­eins Cha­pe­co­en­se soll­te am Mitt­woch in Me­del­lín das Hin­spiel im Fi­na­le der Co­pa Su­dame­ri­ca­na, dem zweit­wich­tigs­ten Po­kal­wett­be­werb Süd­ame­ri­kas, ge­gen At­lé­ti­co Na­cio­nal be­strei­ten. Für die Rei­se zum bis­lang wich­tigs­ten Spiel der Ver­eins­ge­schich­te hat­te der Klub ei­gens ei­nen Char­ter­flug or­ga­ni­siert. An Bord wa­ren auch 22 Jour­na­lis­ten, die über das Spiel be­rich­ten woll­ten. Das Er­rei­chen des Fi­na­les war der bis­her größ­te Er­folg des 1973 ge­grün­de­ten Ver­eins aus dem bra­si­lia­ni­schen Bun­des­staat San­ta Ca­ta­ri­na, bei dem vor über 20 Jah­ren auch der Bun­des­li­gaPro­fi Pau­lo Rink spiel­te. Cha­pe­co­en­se war erst 2014 in die Ers­te Li­ga Bra­si­li­ens auf­ge­stie­gen.

Füh­ren­de bra­si­lia­ni­sche Erst­li­ga­ver­ei­ne wol­len jetzt Son­der­rech­te für den Club durch­set­zen. Meh­re­re Tra­di­ti­ons­clubs wie Meis­ter Pal­mei­ras und der frü­he­re Pelé-Club San­tos star­te­ten ei­ne Initia­ti­ve, die das kos­ten­lo­se Lei­hen von Spie­lern vor­sieht, zu­dem soll der Club drei Jah­re lang nicht ab­stei­gen.

Die Ma­schi­ne wur­de in drei Tei­le zer­ris­sen – das letz­te Fo­to aus der Ka­bi­ne (u.)

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