Ich bin das Kü­ken? Das ist kein Pro­blem!

tz - - KULTUR + TV - Ste­fa­nie Heinz­mann Soul­sän­ge­rin AS

Bei je­der Night of the Proms gibt es ein Kü­ken, das erst zei­gen muss, dass es ge­gen die Ve­te­ra­nen des Pop­ge­schäfts be­ste­hen kann. Heu­er ist das Ste­fa­nie Heinz­mann, die 27-jäh­ri­ge Schwei­ze­rin, die in Soul­krei­sen be­reits ei­nen Na­men hat und nun den Proms-Fans vor­ge­stellt wird. Wir spra­chen in Mann­heim mit der sym­pa­thi­schen Eid­ge­nos­sin. Stört es Sie, wenn Sie bei der Proms als das Kü­ken vor­ge­stellt wer­den?

Ste­fa­nie Heinz­mann: Ich bin das ge­wohnt. Ich bin im­mer das Kü­ken. Ich ha­be ei­nen sie­ben Jah­re äl­te­ren Bru­der, da bin ich im­mer die Klei­ne. Und auch mei­ne Band – da sind fast al­le schon vier­zig. Ich hät­te nur ein Pro­blem: wenn ich die Klei­ne wä­re und mich nie­mand re­spek­tiert.

Die Proms-Fa­mi­lie nimmt neue Mit­glie­der schnell auf. Wur­den Sie schon mit den wich­tigs­ten An­ek­do­ten ver­sorgt?

Heinz­mann: Das ist der Wahn­sinn. Ei­ni­ge ha­be ich schon mit­be­kom­men. Ich schät­ze, ich wer­de in den nächs­ten Wo­chen noch rich­tig ein­ge­führt (lacht). Je­der, der hier ar­bei­tet, vom Ca­te­ring über die Cr­ew bis hin zum Orches­ter, ist wahn­sin­nig nett. Du hast nie das Ge­fühl, die Neue zu sein, die sich be­wei­sen muss.

Sonst kom­men die Leu­te zu Ih­ren Kon­zer­ten, weil sie Sie ken­nen. Das ist bei dem Proms ja jetzt an­ders ...

Heinz­mann: Das ist ein ganz schö­ner Punkt. Weil ich weiß, dass Leu­te da un­be­fan­gen ran­ge­hen. Es ist na- tür­lich ganz schön prak­tisch, mich dann mit so ei­nem mas­si­ven Orches­ter vor­zu­stel­len (lacht).

Hat­ten Sie auch Angst, dass es in die Ho­se geht?

Heinz­mann: In die Ho­se geht das nicht. Weil wir Mu­sik ma­chen, und die lebt von dem Au­gen­blick. Es pas­siert oft, dass et­was Coo­les ent­steht, ge­ra­de weil et­was schief­ge­lau­fen ist. Das wird dann für die nächs­te Show ein­ge­probt.

Soul ist in­zwi­schen oft zur Mu­sik für Steh­par­tys im Gold­la­mée­kleid ver­kom­men. Sie tre­ten ger­ne in zer­ris­se­nen Je­ans auf. Ist das ein State­ment?

Heinz­mann: Ich se­he das nicht un­be­dingt als Pro­test. Ich füh­le mich dann halt so. Sonst wür­de ich mich un­wohl füh­len.

Gibt es ei­ne Rück­kehr zum hand­ge­mach­ten Soul?

Heinz­mann: Ich glau­be, das war jetzt ei­ne Zeit lang ei­ne span­nen­de Rei­se ins di­gi­ta­le Zeit­al­ter. Aber es gibt doch Leu­te, die in­zwi­schen das Ech­te ver­mis­sen.

Die Night of the Proms ist schil­lernd

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