Sze­na­rio 3: Die Ghet­to-Stadt

tz - - MÜNCHEN+REGION -

Ei­ne Stadt vol­ler Wi­der­sprü­che und Kon­flik­te – so prä­sen­tie­ren die Ex­per­ten des Fraun­ho­fer-In­sti­tuts Mün­chen in die­sem Sze­na­rio. Die Kon­flik­te wer­den sel­ten of­fen aus­ge­tra­gen, son­dern ste­hen in ei­ner bei­na­he ein­zig­ar­ti­gen Wei­se ne­ben­ein­an­der und wer­den von den Men­schen nicht nur aus­ge­hal­ten, son­dern in ge­wis­ser Wei­se so­gar wert­ge­schätzt – da­bei geht es nicht nur um ei­nen Un­ter­schied zwi­schen Arm und Reich, son­dern auch um kul­tu­rel­le Wi­der­sprü­che. Prä­gend für die Stadt war und ist die wach­sen­de Dif­fe­renz von Wohl­stand und Ar­mut, von Er­folg und Schei­tern, von glo­ba­ler Ori­en­tie­rung und lo­ka­ler Fi­xie­rung. Ar­beits- und Woh­nungs­märk­te sind 2040 seit Jah­ren chro­nisch über­las­tet. Zu­neh­men­de Ar­mut und da­mit ein­her­ge­hen­de Ghet­toi­sie­rung, die ho­he so­zia­le Trans­fer­leis­tun­gen der Stadt er­for­dern, sind ne­ga­ti­ve Be­gleit­erschei­nun­gen. Mün­chen ver­kör­pert ei­ne neue Form der Un­über­sicht­lich­keit und Un­struk­tu­riert­heit, die aber durch­aus ih­ren Charme mit sich bringt. Denn die Stadt er­mög­licht es je­dem Men­schen, auf sei­ne ei­ge­ne Art glück­lich zu wer­den. Hier­zu ha­ben auch die um­fang­rei­chen so­zia­len För­der­pro­gram­me bei­ge­tra­gen, mit de­nen ei­ne tief­grei­fen­de Po­la­ri­sie­rung und so­zia­le Spal­tung ver­mie­den be­zie­hungs­wei­se de­ren Fol­gen da­durch ab­ge­schwächt wer­den konn­ten. Münch­ner zu sein, be­deu­tet heu­te in ers­ter Li­nie: Welt­bür­ger zu sein.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.