Mach mal Pau­se, Spaß­ge­sell­schaft!

tz - - POLITIK -

Das Ur­teil muss mit Au­gen­maß um­ge­setzt wer­den.

Es nervt! So­gar an Ta­gen wie Kar­frei­tag kil­len Ram­bo und Co. auf di­ver­sen TV-Ka­nä­len. Und Al­ler­hei­li­gen ist dank Hal­lo­ween in der Nacht da­vor oh­ne­hin schon zu ei­ner Art ame­ri­ka­ni­sier­tem Fa­sching mu­tiert. Auch Men­schen, die mit dem Chris­ten­tum nicht mehr all­zu viel an­fan­gen kön­nen, tut es gut, wenn es Ta­ge gibt, die an­ders sind: Stil­ler, oh­ne Dau­er­kon­sum, oh­ne Spaß­be­rie­se­lung auf al­len Ka­nä­len. Die­se „trau­ri­gen Fei­er­ta­ge“kön­nen auch ei­ner der Tra­di­ti­on und dem Chris­ten­tum ent­frem­de­ten See­le gut­tun. Und trotz­dem war es rich­tig vom Ver­fas­sungs­ge­richt, das Ver­bot der pro­vo­kan­ten „Hei­den­spaß-Par­ty“des Münch­ner Bun­des für Geis­tes­frei­heit zu kip­pen. Denn hier ging es um ei­ne Ab­wä­gung zwi­schen den Rech­ten der wach­sen­den Zahl von Men­schen, die mit den Kir­chen nichts mehr am Hut ha­ben, und den Vor­rech­ten der Kir­che. Das Karls­ru­her Ur­teil ist auch des­halb wei­se, weil es an­er­kennt, dass die christ­li­chen „stilKlaus len Ta­ge“geRim­pel schützt wer­den müs­sen. Das heißt kon­kret: Die Tanz- und En­ter­tain­men­tPau­se an den stil­len Ta­gen ist grund­sätz­lich er­laubt und rich­tig – nur ei­ne Ver­an­stal­tung wie die At­he­is­ten-Par­ty, die kei­nen an­de­ren in sei­ner Sehn­sucht nach Ru­he stört, kann nicht ein­fach pau­schal ver­bo­ten wer­den. Jetzt sind die Kom­mu­nen am Zug, das Ur­teil mit Au­gen­maß um­zu­set­zen. We­nigs­tens an Kar­frei­tag, Hei­lig­abend und Al­ler­hei­li­gen Pau­se von der Spaß­ge­sell­schaft – das muss doch auch fürs Par­ty­volk drin sein!

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