Der Prü­gel-Räu­ber – ein Se­ri­en­tä­ter?

tz - - MÜNCHEN+REGION - JO­HAN­NES HEI­NIN­GER

Ist der Po­li­zei je­ner Mann ins Netz ge­gan­gen, der am 10. März Hel­ga P. (86, Na­me ge­än­dert) aus­ge­raubt und übel zu­ge­rich­tet hat? Durch ei­nen Ab­gleich der DNA vom Tat­ort mit Spu­ren von meh­re­ren Ein­brü­chen könn­te die Mord­kom­mis­si­on jetzt auf den mut­maß­li­chen Tä­ter ge­sto­ßen sein. Doch der strei­tet den Über­fall ab.

Als die tz Hel­ga P. kurz nach dem Mord­ver­such im Kran­ken­haus be­sucht, sitzt die Se­nio­rin tief­trau­rig auf ih­rem Bett. Ihr Ge­sicht und ihr Ober­kör­per sind mit blau­en Fle­cken über­sät. Der Ein­bre­cher hat­te es auf ih­re Hab­se­lig­kei­ten ab­ge­se­hen. „Er hat mei­ne Schmuck­käst­chen leer­ge­räumt“, sag­te Hel­ga P. da­mals. Doch vor­her hat­te er die Rent­ne­rin bru­tal aus dem Weg ge­räumt.

Rück­blick: Hel­ga P. lebt al­lein in Ot­to­brunn. Ihr Ehe­mann lei­det an De­menz, wohnt in ei­nem Al­ten­heim. Ge­gen 20.15 Uhr klin­gelt der Tä­ter an der Haus­tür der 86-Jäh­ri­gen. Hel­ga P. rech­net mit Be- such, öff­net. Spä­ter sagt sie: „Ich ha­be ge­dacht, es wä­ren Ver­wand­te.“Es kommt ganz an­ders: Zwei schnel­le Schlä­ge ins Ge­sicht – als Hel­ga P. am Bo­den liegt, ver­setzt ihr der Mann noch Fuß­trit­te ge­gen den Kopf. So hef­tig, dass P. das Be­wusst­sein ver­liert. Als das hilf­lo­se Op­fer wie­der zu sich kommt, wählt sie den No­t­ruf. Mit Prel­lun­gen und Platz­wun­den wird sie ins Kran­ken­haus ge­bracht.

Der An­griff war so bru­tal, dass die Mord­kom­mis­si­on die Er­mitt­lun­gen auf­ge­nom­men hat. Jetzt, acht Mo­na­te spä­ter, könn­te der Durch­bruch ge­kom­men sein. Den Er­mitt­lern ge­lang es, ei­ne DNA-Spur des Un­be­kann­ten am Tat­ort zu si­chern. In der Da­ten­bank der Kri­po wur­de schnell klar: Die ge­such­te Per­son war schon öf­ter ak­tiv. Denn die­sel­be Spur fan­den die Be­am­ten bei drei Ein­brü­chen in Ge­trän­ke­märk­ten und Gast­stät­ten. Al­ler­dings: Wer die­ser Ein­bre­cher ist, wel­cher Mensch zu die­sem ge­ne­ti­schen Fin­ger­ab­druck ge­hört, war lang nicht klar – bis der mut­maß­li­che Tä­ter Die­bes­gut im In­ter­net zum Kauf an­bot. Da­mit hat­ten die Er­mitt­ler das feh­len­de Bin­de­glied. Und: Sie hat­ten ei­nen Na­men, schnapp­ten ei­nen 22- Jäh­ri­gen aus Neuperlach!

Der Staats­an­walt er­ließ Haft­be­fehl ge­gen den Mann. Die Ein­brü­che ge­steht er, vom Raub­über­fall auf Hel­ga P. will er aber nichts wis­sen.

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