US-Star rech­net mit Sek­te ab

Sci­en­to­lo­gy-Aus­stei­ge­rin Leah Re­mi­ni be­rich­tet von Miss­brauch und Schlä­gen

tz - - COMIC - ds/kb

Ein we­nig er­in­nert das Sze­na­rio an den un­glei­chen Kampf von Da­vid ge­gen Go­li­ath. USSchau­spie­le­rin Leah Re­mi­ni ( King of Queens) er­hebt in Form ei­ner acht­tei­li­gen Do­ku­men­ta­ti­on mas­si­ve Vor­wür­fe ge­gen Sci­en­to­lo­gy. Es geht um zer­stör­te Fa­mi­li­en, um Miss­brauch, um Schlä­ge, um Ge­hirn­wä­schen. Da wun­dert es nicht, dass die Sek­te mit mas­si­ven ju­ris­ti­schen Mit­teln da­ge­gen vor­zu­ge­hen ver­sucht. Bis­lang ver­geb­lich.

Re­mi­ni war acht Jah­re alt, als sie ge­mein­sam mit ih­rer Ma­ma Sci­en­to­lo­gy bei­trat. 30 Jah­re war sie dort ei­nes der Vor­zei­ge­mit­glie­der, spen­de­te Mil­lio­nen Dol­lar und warb für die um­strit­te­ne Or­ga­ni­sa­ti­on, ehe sie 2013 end­lich den Mut auf­brach­te, die Sek­te zu ver­las­sen. Der Aus­lö­ser: Sie hat­te es ge­wagt, nach der ver­schwun­de­nen Ehe­frau von Sci­en­to­lo­gy-Chef Da­vid Mis­ca­vi­ge zu fra­gen. Ver­hö­re, Ge­hirn­wä­sche, Über­wa­chung wa­ren die Fol­ge. Die 46-Jäh­ri­ge, in­zwi­schen er­bit­ter­te Geg­ne­rin der Sek­te, hat über ih­re Er­fah­run­gen das Buch Trou­ble­maker: Sur­vi­ving Hol­ly­wood and Sci­en­to­lo­gy ge­schrie­ben. Jetzt legt sie mit ei­ner acht­tei­li­gen Do­ku­men­ta­ti­on nach: Sci­en­to­lo­gy and Af­ter­math (Sci­en­to­lo­gy und die Fol­gen) heißt die Rei­he.

Die vom Ka­bel­sen­der A&E pro­du­zier­te Se­rie hat es in sich. Am Di­ens­tag wur­de der ers­te Teil aus­ge­strahlt. Er ist be­reits hoch­ex­plo­siv: Ein Ex-Mit­glied na­mens Amy Sco­bee be­rich­tet, sie sei als 14-Jäh­ri­ge von ei­nem hö­he­ren Mit­glied se­xu­ell miss­braucht wor­den. Sci­en­to­lo­gy ha­be da­von ge­wusst, aber nichts un­ter­nom­men. Der Chef der selbst er­nann­ten „Kir­che“, Da­vid Mis­ca­vi­ge, soll mehr­fach hand­greif­lich ge­wor­den sein – er soll Zweif­ler ge­würgt und ge­schla­gen ha­ben. Mit­glie­der, de­ren Fa­mi­li­en der Sek­te nicht an­ge­hö­ren, sol­len sys­te­ma­tisch ent­frem­det wor­den sein.

Auch Vor­zei­ge-Sci­en­to­lo­ge Tom Crui­se wird von Re­mi­ni nicht ver­schont. In ei­ne­mVo­rab­in­ter­view mit dem Hol­ly­wood Re­por­ter

be­rich­tet sie, wie un­ge­recht sie es fand, dass ein Su­per­star mit Mil- lio­nen-Ein­kom­men als per­fek­ter Sci­en­to­lo­ge ge­prie­sen wur­de: „Tom wur­de im­mer schon be­son­ders ho­fiert, weil man si­cher­ge­hen will, dass er nie aus­steigt.“Der Mis­si­on Im­pos­si­ble- Star gel­te un­ter Sek­ten­mit­glie­dern gar als „Mes­si­as“, weil „ih­nen ein­ge­trich­tert wird, dass Tom ganz al­lein die Fä­hig­keit hat, un­se­ren Pla­ne­ten zu ver­än­dern“.

Re­mi­ni for­dert von Sci­en­to­lo­gy 1,5 Mil­lio­nen Dol­lar Wie­der­gut­ma­chung für er­lit­te­nes Leid. Sci­en­to­lo­gy nennt das ei­ne „pro­vo­kan­te Ma­sche“. Die Do­ku sei ei­ne „bil­li­ge Rea­li­ty-TV-Show ei­ner Schau­spie­le­rin, de­ren Kar­rie­re­ze­nit seit zehn Jah­ren über­schrit­ten ist“.

F.: get­ty, pa (2)

Leah Re­mi­ni (l.) mit Toch­ter und Ehe­mann. Oben: Tom Crui­se mit Sek­ten-Boss Da­vid Mis­ca­vi­ge 2015 ver­öf­fent­lich­te Leah Re­mi­ni ih­re Bio­gra­fie, in der sie ih­re Er­fah­run­gen mit Sci­en­to­lo­gy be­schrieb. Jetzt legt die Aus­stei­ge­rin nach

F.: r ts

Der Haupt­sitz der um­strit­te­nen Or­ga­ni­sa­ti­on in Los An­ge­les

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