Durch­su­chun­gen im WM-Skan­dal!

6,7-Mio.-Über­wei­sung: Ex-FIFA-Ge­ne­ral Lin­si un­ter Ver­dacht

tz - - SPORT -

Der Som­mer­mär­chen-Skan­dal um die Fuß­ball-WM 2006 in Deutsch­land wei­tet sich aus und bringt nun auch den ehe­ma­li­gen FIFA-Ge­ne­ral­se­kre­tär Urs Lin­si in Be­dräng­nis. Wie die Schwei­zer Bun­des­an­walt­schaft (BA) am Mitt­woch mit­teil­te, ha­be es be­reits in der ver­gan­ge­nen Wo­che wei­te­re Haus­durch­su­chun­gen ge­ge­ben, die mit Lin­si in Zu­sam­men­hang stün­den. Nach An­ga­ben der Er­mitt­ler sei der in­zwi­schen 67-Jäh­ri­ge, der von 1999 bis 2007 für den Fuß­bal­lWelt­ver­band FIFA tä­tig war, wie be­reits die deut­schen WM- Or­ga­ni­sa­to­ren Franz Be­cken­bau­er, Theo Zwan­zi­ger, Wolf­gang Niers­bach und Horst R. Schmidt ein Ver­däch­ti­ger im lau­fen­den Ver­fah­ren. Seit dem ver­gan­ge­nen Jahr er­mit­telt die Bun­des­an­walt­schaft we­gen des Ver­dachts des Be­trugs, der un­ge­treu­en Ge­schäfts­be­sor­gung, der Geld­wä­sche so­wie Ver­un­treu­ung. Lin­si soll we­gen der Er­mitt­lun­gen in­zwi­schen von sei­nem Pos­ten als Ver­wal­tungs­rat ei­ner Schwei­zer Bank zu­rück­ge­t­re- ten sein. Die FIFA woll­te sich mit Hin­weis auf das lau­fen­de Ver­fah­ren am Mitt­woch nicht äu­ßern. Im­mer stellt sich die Fra­ge, was ge­nau mit den 6,7 Mil­lio­nen Eu­ro pas­sier­te, die 2005 vom deut­schen WM-Or­ga­ni­sa­ti­ons­ko­mi­tee über die FIFA mut­maß­lich an den frü­he­ren adi­das-Chef Ro­bert Lou­is-Drey­fus über­wie­sen wur­den. Ex­akt die­se Sum­me war drei Jah­re zu­vor in Form von Vor­leis­tun­gen von Be­cken­bau­er und Lou­is-Drey­fus an den frü­he­ren FIFA-Skan­dal­funk­tio­när Mo­ha­med bin Ham­mam nach Ka­tar ge­flos- sen. Auf­klä­rung dar­über er­hof­fen sich die Schwei­zer Er­mitt­ler nun wo­mög­lich von Lin­si, der al­ler­dings bis­her schweigt.

Im vom DFB in Auf­trag ge­ge­be­nen Be­richt der Kanz­lei Fresh­fiel­ds taucht der Na­me Lin­si gleich mehr­mals auf. So heißt es dort auf Sei­te 297: „Ba­sie­rend auf den uns vor­lie­gen­den In­for­ma­tio­nen kom­men wir zu dem Er­geb­nis, dass je­den­falls Urs Lin­si über den wah­ren Emp­fän­ger und den Zweck der Zah­lung sei­ner­zeit Kennt­nis hat­te.“

Ge­gen Ex-Ge­ne­ral Lin­si er­mit­telt die Bun­des­an­walt­schaft

Fo­tos (2): dpa

Urs Lin­si (ste­hend 2. v. li.) 2003 bei ei­ner PR-Ak­ti­on für die WM 2006

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