BR-Sport­chef Kas­tan er­klärt die Ver­hand­lun­gen und was ARD und ZDF über­tra­gen dür­fen

tz - - SPORT - IN­TER­VIEW: MA­THI­AS MÜLLER

Nach der Kri­tik von Ex-BR-Sport­chef Wer­ner Ra­be (tz-In­ter­view vom Mitt­woch) mel­det sich nun der ak­tu­el­le Sport­chef Klaus Kas­tan (62) in der tz zu Wort.

Herr Kas­tan, hät­ten die Öf­fent­lich-Recht­li­chen mehr Geld für die TV-Olym­pia­Rech­te aus­ge­ben müs­sen?

Kas­tan: bo­ten um Su­bli­zen­zen be­müht. Wir wa­ren auch be­reit, deut­li­che Ab­stri­che beim Rech­t­e­um­fang in Kauf zu neh­men. Aber wenn mein Vor­gän­ger Wer­ner Ra­be, der in­zwi­schen die Sei­ten ge­wech­selt hat, in Ih­rer Zei­tung for­dert, dass ARD und ZDF noch mehr hät­ten in­ves­tie­ren kön­nen, dann ver­ste­he ich zwar, dass er für Eu­ro­sport das meis­te her­aus­ho­len will. Aber ich muss dar­an er­in­nern: Wir sind zum wirt­schaft­li­chem Um­gang mit den Bei­trags­gel­dern ver­pflich­tet. Und wenn wir die For­de­run­gen nicht ver­ant­wor­ten kön­nen, kön­nen wir es eben lei­der nicht ma­chen.

Der ORF hin­ge­gen hat es bei­spiels­wei­se ge­schafft, ei­ne Ei­ni­gung zu er­zie­len.

Kas­tan: In Ös­ter­reich sind die Rah­men­be­din­gun­gen völ­lig an­ders. Der ORF ist dort der ein­zi­ge An­bie­ter, der die Vor­ga­ben des IOC bzw. des Ge­setz­ge­bers hin­sicht­lich der frei emp­fang­ba­ren Ver­brei­tung er­füllt – al­lein schon des­halb war für Dis­co­very ei­ne Ei­ni­gung zwin­gend. In Deutsch­land hat Dis­co­very mit Eu­ro­sport ei­nen ei­ge­nen Free-TV-Sen­der, der die vor­ge­schrie­be­ne Ver­brei­tung er­reicht. Wohl auch des­halb war das Un­ter­neh­men hier in ei­ner ganz an­de­ren Ver­hand­lungs­po­si­ti­on. Für Deutsch­land se­he ich es nicht als Auf­ga­be von ARD und ZDF an, Dis­co­very zu sub­ven­tio­nie­ren.

Was dür­fen ARD und ZDF nach ak­tu­el­lem Stand zei­gen?

Kas­tan: Ak­tu­ell ist der Bild­schirm schwarz, wir ha­ben nicht ein­mal die Be­wegt­bild­rech­te für Kurz­be­rich­te in den Nach­rich­ten. Wir wer­den aber na­tür­lich prü­fen, was mög­lich ist. Ich per­sön­lich bin für mög­lichst viel Sport im Fern­se­hen. Aber wir kön­nen die Kom­mer­zia­li­sie­rung auch nicht un­ein­ge­schränkt mit­ma­chen – ir­gend­wann ist Schluss.

Trau­en Sie Dis­co­very/Eu­ro­sport die Über­tra­gung zu?

Kas­tan: Das wer­den wir ja jetzt se­hen kön­nen. Ich kann nur sa­gen, dass wir bis­her bei Olym­pi­schen Spie­len viel in­ves­tiert ha­ben. Nicht nur in die Rech­te, son­dern auch in die Pro­duk­ti­on und die Re­dak­ti­on. Was wir in Rio ge­leis­tet ha­ben, dar­auf bin ich sehr stolz.

Nur noch Bryce Tay­lor, in­zwi­schen Ka­pi­tän, und Ni­had Dje­do­vic (bei­de rechts im Bild) sind von der Meis­ter­mann­schaft noch üb­rig

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