Laut­stark – und töl­pel­haft

tz - - POLITIK -

Die­ses CSUGe­schenk ist kein Grund zur Freu­de

Seit drei Jah­ren zieht sich die­ses Maut-Dra­ma schon hin – und wenn man sehr wohl­wol­lend ist, könn­te man an­er­ken­nen: Be­har­rungs­ver­mö­gen hat Alex­an­der Do­brindt hier im­mer­hin be­wie­sen. Aber die CSU hat mit ih­rem Wahl­kampf­schla­ger „Aus­län­der­maut“vor al­lem viel töl­pe­li­ge Un­ge­schick­lich­keit ge­zeigt! Wenn die Bun­des­re­gie­rung ein­fach ei­ne Maut wie in Ös­ter­reich oder der Schweiz ein­ge­führt hät­te, dann nach zwei Jah­ren die Kfz-Steu­er ab­ge­schafft hät­te – die EUKom­mis­si­on hät­te ga­ran­tiert nicht ge­klagt. Da Horst See­ho­fer aber laut­stark ver­kün­de­te, er wol­le ei­ne Maut, die nur Aus­län­der zah­len, muss­te die EU-Kom­mis­si­on ein­schrei­ten – denn solch ei­ne Maut nur für die „Frem­den“gibt es in Eu­ro­pa nir­gend­wo, und dass die­ser An­satz ge­gen den Ge­dan­ken vom ver­ein­ten Eu­ro­pa ver­stößt, ist nun mal mehr als of­fen- sicht­lich. Wenn sie über­haupt kommt, wird das pas­sie­ren, was Kri­ti­ker be­fürch­tet ha­ben: ei­ne Mehr­be­las­tung auch für die deut­schen Au­to­fah­rer. Denn die Eins-zu-ein­sKom­pen­sa­ti­on bei der Kfz-Steu­er auch für äl­te­re, we­ni­ger um­welt­freund­li­che Au­tos ist de­fi­ni­tiv vom Tisch. An­ge­sichts der zu be­fürch­ten­den ho­hen Bü­ro­kra­tie­kos­ten und der auf EU-Druck nun ge­senk­ten Maut-Ta­ri­fe wer­den die Ein­nah­men aus der Au­to­bahn­ge­bühr nicht so spru­deln wie er­hofft – und die Kfz-Steu­er wird nicht so ge­senkt wer­den kön­nen wie von der CSU ver­spro­chen. Am En­de die­ses Spek­ta­kels ha­ben wir al­le nun al­so ei­ne läs­ti­ge Ge­bühr mehr zu be­rap­pen – ein Grund zur Freu­de ist die­ses CSU-Weih­nachts­ge­schenk si­cher nicht.

Klaus Rim­pel

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.