Kram­pus-Ku­schel­kur­se für Kin­der

tz - - MÜNCHEN - TOS

Fins­te­re Ge­stal­ten mit Hör­nern und Mas­ken: Kram­pus­se lehr­ten Ge­ne­ra­tio­nen das Fürch­ten. Da­mit soll nun Schluss sein. Die Stadt will Kin­dern die Angst neh­men – auf dem Münch­ner Christ­kindl­markt dür­fen sie in ei­ner „Mit­mach­Werk­statt“die grau­si­gen Fell­ge­wän­der und Mas­ken an­fas­sen, da­zu wird der Hin­ter­grund des Brauchs er­klärt. Braucht’s des?

„So ein Schmarrn“, sagt Brauch­tums-Experte Hans Trie­bel (63). Für ihn ge­hört der Kram­pus da­zu – so wie die Angst vor ihm. Den Initia­to­ren des Work­shops emp­fiehlt Trie­bel, „lie­ber nach­mit­tags den Fern­se­her an­zu­schal­ten“. Dort sei Mord und Tot­schlag an der Ta­ges­ord­nung. „Da sind Kram­pus­se doch völ­lig harm­los!“

Ganz an­ders sieht das der Kin­der­psy­cho­lo­ge Dietrich Schultz (71): „Für vie­le Kin­der ist ei­ne Be­geg­nung mit dem Kram­pus trau­ma­tisch.“Be­trof­fe­ne hät­ten auch Jah­re spä­ter noch „ge­wal­ti­ge Ängs­te“, die sich „ne­ga­tiv aufs Be­rufs­le­ben aus­wir­ken kön­nen“. Den An­ti-Angst-Work­shop be­grüßt Schultz als „klas­si­sche Me­tho­de aus der Ver­hal­tens­the­ra­pie“. Die Kin­der wür­den so ih­re Ängs­te be­wusst er­le­ben – und „aus­lö­schen“. Schultz: „Viel­leicht soll­te man den Kram­pus ab­schaf­fen.“

So weit will die Stadt of­fen­bar nicht ge­hen: Die Kram­pus­läu­fe am drit­ten und vier­ten Ad­vent fän­den „na­tür­lich“statt.

F: dpa

Die Stadt will Kin­dern mit ei­ner „Mit­mach-Werk­statt“die Angst vorm Kram­pus neh­men

Hans Trie­bel F: pri­vat, Plet­ten­berg

Psy­cho­lo­ge Dietrich Schultz

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.