Bay­ern-Star beim Haus­kauf ge­foult?

tz - - MÜNCHEN+REGION - ANDRE­AS THIEME

Die­ser Geg­ner ist ein rich­tig har­ter Bro­cken. Vor dem Land­ge­richt hat Da­vid Ala­ba (24) kein leich­tes Spiel! Seit ges­tern wird dort sei­ne Scha­dens­er­satz­kla­ge ver­han­delt. Vom Vor­be­sit­zer sei­ner Grün­wal­der Vil­la for­dert der Bay­ern-Star 137 000 Eu­ro. Grund: Der Kel­ler des Hau­ses ist feucht. Das hat­te Ala­ba erst nach Ein­zug im April 2015 be­merkt und sich Sor­gen um sei­ne Ge­sund­heit ge­macht. Er be­auf­trag­te ei­ne Spe­zi­al-Fir­ma mit der auf­wen­di­gen Sa­nie­rung – und will die Kos­ten nun er­setzt ha­ben. Ala­bas Vor­wurf: Über die Män­gel ha­be der Vor­be­sit­zer be­reits bei Ver­trags­ab­schluss im No­vem­ber 2014 Be­scheid ge­wusst, sie bei den Ver­kaufs-Ver­hand­lun­gen aber ver­schwie­gen. Ein üb­les Foul? „Mein Man­dant wur­de arg­lis­tig ge­täuscht“, sagt Rechts­an­walt Mar­co Win­te­rer, der Da­vid Ala­ba ver­tritt. Doch der Vor­be­sit­zer be­strei­tet das hart­nä­ckig. Rich­te­rin Han­na Schnei­der nahm den Schim­mel-Streit ges­tern un­ter die Lu­pe. „Es lie­gen mas­si­ve Feuch­tig­keits­schä­den im Kel­ler vor“, sag­te sie. Im Kauf­ver­trag sei al­ler­dings kein Ge­währ­leis­tungs­aus­schluss ver­ein­bart wor­den. Ala­ba hat al­so kei­ne Ga­ran­tie auf den Kauf – und kann das Haus na­tür­lich auch nicht um­tau­schen.

Bis­lang steht es Un­ent­schie­den vor Ge­richt: Aus­sa­ge ge­gen Aus­sa­ge. „Wir se­hen deut­li­che Zei­chen da­für, dass der Vor­be­sit­zer Kennt­nis von den Män­geln hat­te“, sag­te Ala­bas An­walt. Die Ge­gen­sei­te weist aber je­de Schuld von sich. „Wir ha­ben selbst an­dert­halb Jah­re in dem Haus ge­wohnt und sind nur aus­ge­zo­gen, weil die Kin­der in Starn­berg zur Schu­le ge­hen. Uns wa­ren kei­ne Män­gel be­kannt.“

Das Pro­blem: Bis heu­te ist der Schim­mel im Kel­ler nicht rest­los be­sei­tigt. „Die tat­säch­li­che Hö­he des Scha­dens ist des­halb noch gar nicht ab­seh­bar“, sagt Win­te­rer. „Für Da­vid ist das al­les sehr un­an­ge­nehm“, sagt Va­ter Ge­or­ge, der den Bay­ern-Star ges­tern vor dem Land­ge­richt ver­trat. Er selbst wohnt, wie die Fa­mi­lie, auch in der Grün­wal­der Vil­la.

Ei­ne güt­li­che Ei­ni­gung ist noch nicht in Sicht. Ei­ne Zah­lung von 20 000 Eu­ro lehn­te Ala­ba ab. Jetzt geht der Schim­mel-Streit in die Ver­län­ge­rung. Rich­te­rin Schnei­der will am 24. Fe­bru­ar nun Zeu­gen hö­ren: un­ter an­de­rem Ge­or­ge Ala­ba und den Ar­chi­tek­ten der Vil­la. Even­tu­ell muss auch ein Gut­ach­ter ein­ge­schal­tet wer­den. Ih­re Aus­sa­gen sol­len we­nigs­tens das Ur­teil in tro­cke­ne Tü­cher brin­gen.

Rechts­an­walt Mar­co Win­te­rer über die Kla­ge

Fo­to: Jantz

Klä­ger-An­walt Mar­co Win­te­rer mit Ge­or­ge Ala­ba, der sei­nen Sohn Da­vid (24) vor Ge­richt ver­trat

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