„Frau­en brau­chen kla­re Rol­len…“

Münch­ne­rin Klein über die EM und Neu-Trai­ner Bieg­ler

tz - - SPORT - IN­TER­VIEW: MA­THI­AS MÜL­LER

Micha­el „Bea­gle“Bieg­ler soll es rich­ten. Die deut­schen Hand­ball­da­men fris­te­ten im DHB in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ein Rand­da­sein, doch durch die Aus­rich­tung der Welt­meis­ter­schaft 2017 und der Ver­pflich­tung des ehe­ma­li­gen Trai­ners der pol­ni­schen Her­ren­na­tio­nal­mann­schaft nimmt das Pro­jekt im­mer mehr Fahrt auf. Bei der EM in Schwe­den (4. bis 18. De­zem­ber) trifft die DHBAus­wahl in Kris­ti­an­stad auf den WM-Zwei­ten Nie­der­lan­de (Sonn­tag, 18.30 Uhr), den Olym­pia-Zwei­ten Frankreich (6. De­zem­ber, 20.45 Uhr) und dem WM-Vier­ten Po­len (8. De­zem­ber, 18.30 Uhr). Die drei bes­ten Mann­schaf­ten qua­li­fi­zie­ren sich für die Haupt­run­de. „Un­ser Ziel ist das Wei­ter­kom­men“, sagt Bieg­ler.

Klein: Er hat ei­ne gan­ze kla­re Vor­stel­lung, wie er spie­len will und sucht und braucht Spie­le­rin­nen, die da­zu pas­sen. Bieg­ler ver­gibt kla­re Rol­len, für Frau­en ist das wich­tig, die wol­len wis­sen, woran sie sind. An­fangs ha­ben wir gro­ße Au­gen ge­macht, aber er hat uns über­zeugt, sei­nen Weg mit­zu­ge­hen.

Von au­ßen be­trach­tet wirkt Micha­el Bieg­ler et­was knor­rig.

Klein: Un­se­re ers­te Re­ak­ti­on war: „Puuuh, ein har­ter Hund.“Aber die­ser Ein­druck täuscht, er kom­mu­ni­ziert sehr viel, ist im­mer zu­gäng­lich für Ge­sprä­che und hat bei sei­nen kon­kre­ten An­sa­gen ei­nen ru­hi­gen Ton. Im Mo­ment macht es ein­fach Spaß, Teil ei­nes gro­ßen Pro­jekts zu sein, das sei­nen Hö­he­punkt mit der Welt­meis­ter­schaft 2017 im ei­ge­nen Land hat.

Seit Ih­rem Wech­sel nach Nan­tes müs­sen Sie im Ge­gen­satz zu Ih­rer Zeit in Bux­te­hu­de kei­nen Zweit­job mehr ma­chen. Wie ist dies­be­züg­lich die Quo­te in der Na­tio­nal­mann­schaft?

Klein: Al­le bei uns ha­ben ei­ne dua­le Kar­rie­re. Bieg­ler hat ge­sagt, dass das ein Punkt ist, den er sehr be­wun­dert. Ich ha­be als Aus­gleich im­mer gern ne­ben­her ge­ar­bei­tet, aber jetzt mer­ke ich, dass es nö­tig ist, sich voll auf den Sport zu kon­zen­trie­ren. In Nan­tes sind et­wa 90 Pro­zent mei­ner Team­kol­le­gin­nen Pro­fis, drei oder vier Jün­ge­re ma­chen noch et­was an­de­res, aber nur zwei St­un­den am Tag. Was ist bei der EM drin? Klein: 2016 ist ein Durch­gangs­jahr, wir spie­len

das Tur­nier nicht er­geb­nis-ori­en­tiert, son­dern wol­len un­se­re Auf­ga­ben er­fül­len, das wird noch nicht rei­bungs­los funk­tio­nie­ren, das wis­sen wir. Für uns geht es dar­um, min­des­tens drei Spie­le auf sehr ho­hem Ni­veau zu spie­len. Die Grup­pe ist kna­ckig. Klein: Al­le vier Teams sind stark, wie es aus­geht, ist schwer zu sa­gen. Frankreich ist in­di­vi­du­ell stark aus­ge­bil­det, ähn­lich wie die Her­ren. Die Nie­der­lan­de ha­ben ein star­kes Kol­lek­tiv, sie ha­ben sich in der Vor­be­rei­tung kom­plett ab­ge­schot­tet. Po­len ist ei­ne sehr be­weg­li­che Mann­schaft, sie sind am schwers­ten ein­zu­schät­zen. Wir ha­ben über­ra­gen­de An­sät­ze, aber auch Pha­sen, in de­nen es nicht so läuft.

Fo­tos (3): Imago

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Fo­tos: dpa, fkn

DHBCoach Micha­el Bieg­ler mit sei­nem Team

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