Der Va­ter der Zom­bies ist tot

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Wie­der­auf­er­stan­de­ne To­te, die wie von Sin­nen über ei­nen Fried­hof tor­keln, gie­rig nach Men­schen­fleisch. Als 1968 der Schwarz-Weiß-Strei­fen DieNacht­der

le­ben­den To­ten auf die Lein­wand kam, war das ei­ne Re­vo­lu­ti­on des Hor­ror­films. Re­gis­seur und Dreh­buch­au­tor Ge­or­ge A. Ro­me­ro hauch­te da­mit dem Gen­re des mo­der­nen Zom­bie­films das Le­ben ein. Nun ist Ro­me­ro mit 77 Jah­ren ge­stor­ben.

Ro­me­ro sei am Sonn­tag fried­lich im Krei­se sei­ner Fa­mi­lie ein­ge­schla­fen, teil­te sein Ma­na­ger Chris Roe ges­tern mit. Nach ei­nem „kur­zen, aber ag­gres­si­ven Kampf“ge­gen den Lun­gen­krebs. Im Ster­be­bett ha­be er die Mu­sik sei­nes Lieb­lings­films The

Qu­iet Man ( Der Sie­ger) ge­hört. Kein Gru­sel­film, son­dern ei­ne Roman­ze aus den 50er Jah­ren, mit John Way­ne und Mau­re­en O‘Ha­ra.

Ro­me­ro dreh­te ein Dut­zend Gru­sel­strei­fen, dar­un­ter fünf Zom­bieFort­set­zun­gen wie Land of the De­ad,

Dia­ry of the De­ad und 2009 sein letz­tes Re­gie­werk Sur­vi­val of the De­ad, das der Alt­meis­ter beim Film­fest in Ve­ne­dig vor­stell­te. Der Splat­ter-Kö­nig brach­te auch an­de­re Hor­ror­fil­me auf die Lein­wand wie den 70er-Jah­reScho­cker Cra­zi­es. Dar­in ließ er über ei­ner ame­ri­ka­ni­schen Kle­in­stadt ein Mi­li­tär­flug­zeug mit Gift­stof­fen ab­stür­zen, diein­sTrink­was­ser­ge­lan­gen. Die Be­woh­ner ster­ben oder wer­den ver­rückt. 1983 schlug Ro­me­ro in dem

Epi­so­den­strei­fen Creep­show – Die un­heim­lich ver­rück­te Geis­ter­stun­de gleich mit meh­re­ren Gru­sel­sze­na­ri­en zu: In der Epi­so­de Mond­ge­stein über­wu­chert wi­der­li­ches , töd­li­ches Grün­zeug aus ei­nem Me­te­or die Er­de. In In­sek­ten­spray spie­len Zig­tau­sen­de Kü­chen­scha­ben in di­ver­sen Grö­ßen die Haupt­rol­le. Ein ge­häs­si­ger, von ei­ner In­sek­ten­pho­bie ge­plag­ter Mil­lio­när er­trinkt nach der Schlacht mit den Ka­ker­la­ken qua­si in Füh­lern und Flü­geln.

Doch kei­ner von Ro­me­ros spä­te­ren Fil­me kommt an die Ge­nia­li­tät sei­nes Re­gie­de­büts von 1968 her­an. Die Nacht der le­ben­den To­ten, in Schwar­zweiß ge­dreht, kam mit ei­nem Bud­get von 114 000 Dol­lar zu­stan­de, als Film­blut dien­te ver­dünn­ter Scho­ko­la­den­si­rup. Am En­de spiel­te der Klas­si­ker 30 Mil­lio­nen Dol­lar ein. Er gilt seit den 1980erJah­ren als Kult­film und wur­de in die Film­samm­lung des Mu­se­um of Mo­dern Art in New York auf­ge­nom­men. Seit 1999 ist der Film au­ßer­dem als er­hal­tens­wer­tes Kul­tur­gut im Na­tio­nal Film Re­gis­try­derU SA ein­ge­tra­gen. Die Sto­ryi st ein­fach: see­len lo­se, hung­ri­ge Lei­chen stei­gen aus ih­ren Grä­bern. Auf der Flucht vor den Un­to­ten ha­ben sich meh­re­re Men­schen in ei­nem Land­haus ver­schanzt. Das un­ap­pe­tit­li­che Grau­en be­ginnt. Rom erog ab dem schwar­zen Schau­spie­ler Dua­ne Jo­nes ei­ne Haupt­rol­le und war da­mit sei­ner Zeit vor­aus. Denn ge­sell­schaft­li­che Bot­schaf­ten wa­ren Ro­me­ro stets wich­tig.

Ge­or­ge A. Ro­me­ro mit als Zom­bies ver­klei­de­ten Fans

Fo­tos: dpa, Cour­te­sy Ever­ett Collec­tion

Ge­or­ge A. Ro­me­ros Low-Bud­get-Strei­fen „Die Nacht der le­ben­den To­ten“be­grün­de­te 1968 das mo­der­ne Gen­re des Zom­bie-Hor­ror­films

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