Die Trep­pe ins Un­ge­wis­se

tz - - MÜNCHEN+REGION -

Wie lang kön­nen sie noch für sich selbst sor­gen? Mar­got (79) und Wil­helm Mon­tag (76) woh­nen in der Riß­bach­stra­ße in Ober­gie­sing in ei­ner Woh­nung der Ge­wo­fag im ers­ten Ober­ge­schoss. Die Trep­pe wird für die bei­den Rent­ner im­mer mehr zum Pro­blem. Wil­helm Mon­tag hat­te ei­ne schwe­re Herz­ope­ra­ti­on, und bei Mar­got steht ei­ne KnieOP an. Denn seit die ehe­ma­li­ge Blu­men­bin­de­rin vor acht Jah­ren von ei­nem Au­to an­ge­fah­ren wur­de, funk­tio­nie­ren die Knie nicht mehr rich­tig.

„Ich ha­be gro­ße Angst – we­ni­ger we­gen der Ope­ra­ti­on sel­ber, son­dern we­gen der drei­mo­na­ti­gen Re­ha da­nach. Denn ich muss mei­nen Mann da­heim­las­sen­und­ha­beAngst, ihm pas­siert et­was, wäh­rend ich­weg­bin“, sag­tMar­go­tMon­tag. Ihr Mann kann nicht mit auf Kur, denn da­zu fehlt das Geld. Mar­got Mon­tag hat le­dig­lich ei­ne Ren­te von 300 Eu­ro, ihr Mann be­kommt 1200 Eu­ro im Mo­nat, Ex­tras sind da nicht drin. 600 Eu­ro ge­hen drauf für die Mie­te. Te­le­fon, Au­to, Strom und Es­sen ver­schlin­gen dann das rest­li­che Geld. Jetzt möch­te Mar­got ih­re Pup­pen­samm­lung ver­kau­fen, um viel­leicht doch noch ge­nug Geld zu­sam­men­zu­be­kom­men, da­mit ihr Mann sie auf Kur be­glei­ten kann.

Wie es da­nach wei­ter­geht, wis­sen­dieMon­tags­nochnicht. „Wir wün­schen uns ei­ne an­de­re Woh­nung – mit Auf­zug oder im Par­terre“, sagt sie. Die tz­frag­te­bei­derGe­wo­fag­nach. Dort hieß es, Mar­got Mon­tag ha­be ein An­ge­bot ab­ge­lehnt, sei aber wei­ter­hin vor­ge­merkt für ei­ne bar­rie­re­freie Woh­nung. Spre­che­rin Sa­bi­ne Som­mer er­klärt, dass sich die Mon­tags Un­ter­stüt­zung beim Ge­wo­fag-Stand­ort am Wal­chen­see­platz von „Woh­nen im Vier­tel“, dem Wohn- und Ver­sor­gungs­pro­jekt für hilfs- und pfle­ge­be­dürf­ti­ge Men­schen, ho­len kön­nen. Zu­dem schlägt die Spre­che­rin dem Ehe­paar vor, bei zu­neh­men­dem Pfle­ge­be­darf in ei­ne Pro­jekt­woh­nung um­zu­zie­hen, um un­kom­pli­ziert Hilfs­an­ge­bo­te in An­spruch neh­men zu kön­nen.

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