Wel­pe

Po­li­zei be­freit klei­nen Hund

tz - - ERSTE SEITE - DORITA PLANGE

Dank Kom­mis­sar Zu­fall hat die Po­li­zei ein Hun­de- und ein Kat­zen­ba­by aus den Fän­gen der Tier­ma­fia be­freit! Mon­tag, 15.15 Uhr, Münch­ner Be­am­te des Fahn­dungs­kon­troll­trupps ma­chen an der A 8 auf dem Au­to­bahn­park­platz Hof­fol­din­ger Forst bei Brunn­thal (Kreis Mün­chen) Halt, als plötz­lich ein win­zi­ger La­b­ra­dor-Wel­pe un­be­auf­sich­tigt über den Rast­platz flitzt und gro­ßes Glück hat: Ein Lkw bremst im letz­ten Mo­ment für das höchs­tens sie­ben Wo­chen al­te Tier. Aber nie­mand scheint sich zu­stän­dig zu füh­len.

So­fort­ma­chen­sich­dieBe­am­ten auf die Su­che. Schließ­lich fin­den sie ei­nen gel­ben Klein­trans­por­ter mit ru­mä­ni­schen Kenn­zei­chen, zu dem der Hund ge­hör­te. Als Be­sit­ze­rin gibt sich ei­ne 16-Jäh­ri­ge aus, die mit zwei Ver­wand­ten – ein Mann (40) und ei­ne Frau (39) – und dem Fah­rer (34) Rast macht. Im Trans­por­ter hockt noch ein win­zi­ges Kätz­chen – auch die­ses Tier ist viel zu klein, um von der Mut­ter ge­trennt zu sein.

Die 16-Jäh­ri­ge zeigt ge­fälsch­te Impf­päs­se für die Tier­kin­der vor. Dem­nach sol­len Hund und Kätz­chen schon 15 bzw. zwölf Wo­chen alt und ge­gen die Toll­wut ge­impft sein. Das je­doch wür­den so klei­ne Tie­re gar nicht über­le­ben.

Den Be­am­ten ist so­fort klar: Hier fährt die ru­mä­ni­sche Tierba­by-Ma­fia spa­zie­ren – ver­mut­lich mit den letz­ten bei­den Klei­nen ei­nes ur­sprüng­lich viel grö­ße­ren Trans­por­tes. Die Er­wach­se­nen wa­schen ih­re Hän­de wie im­mer in Un­schuld, das Mäd­chen be­haup­tet, die Tie­re nicht ver­kau­fen zu wol­len: „Wir sind nur auf der Heim­fahrt nach Ru­mä­ni­en“, er­klärt sie. Bei­de Tie­re schla­fen wäh­rend der Kon­trol­le ein­fach ein. Die 16-Jäh­ri­ge wird kurz­fris­tig fest­ge­nom­men, we­gen Ur­kun­den­fäl­schung und Ver­stoß ge­gen das Tier­schutz­ge­setz an­ge­zeigt und wie­der frei­ge­las­sen.

Die bei­den Tier­kin­der blei­ben hier – sie sind be­schlag­nahmt! Im Tier­heim sit­zen sie nun in Qua­ran­tä­ne. Erst in ei­ni­gen Wo­chen kön­nen die Tier­heim-Mit­ar­bei­ter für sie ein Zu­hau­se su­chen. Dass die Ru­mä­nen die Tie­re zu­rück­ha­ben möch­ten, ist un­wahr­schein­lich. Denn dann müss­ten­sie­ei­ne­hor­ren­deRech­nung für Tier­arzt, Kost und Lo­gis be­zah­len. Wahr­schein­li­cher ist, dass sie schon bald wie­der mit viel zu jun­gen, un­ge­impf­ten Tie­ren auf Ver­kaufs­tour ge­hen. Dar­um die War­nung: Kau­fen Sie nie (!) Tie­re, de­ren Her­kunft Sie nicht ken­nen.

Fo­tos: Tier­heim

Von der Po­li­zei be­schlag­nahmt: Der klei­ne La­b­ra­dor schläft viel, das Kätz­chen spielt mit Pfle­ge­rin An­na Krieg­mair

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