Bahn-Schutz vor Ter­ror-Atta­cken

tz - - MÜNCHEN -

Das Bun­des­kri­mi­nal­amt (BKA) schläg­tAlarm! Nach­dem is­la­mis­ti­sche Ter­ro­ris­ten zu­letzt wie­der­holt Last­wa­gen und Au­tos für ih­re An­schlä­ge nutz­ten, neh­men sie jetzt of­fen­sicht­lich den Bahn­ver­kehr und Mil­lio­nen Rei­sen­de und Pend­ler ins Vi­sier! „Die Sa­bo­ta­ge von Ei­sen­bahn­schie­nen scheint in den Ge­dan­ken­spie­len dschi­ha­dis­ti­scher Grup­pie­run­gen ei­nen im­mer grö­ße­ren Platz ein­zu­neh­men“, so das BKA.

Al-Kai­da ru­fe in ei­ner Pu­bli­ka­ti­on zu An­schlä­gen auf mo­der­ne Trans­port­mit­tel und den Schie­nen­ver­kehr im Be­son­de­ren auf. Un­fass­bar: In ei­nem In­ter­net­fo­rum, das der Dschi­ha­dis­ten­mi­liz Is­la­mi­scher Staat (IS) na­he­steht, wird das schwe­re Zug­un­glück von Bad Ai­b­ling, bei dem 2016 zwölf Men­schen ums Le­ben ka­men, als „er­stre­bens­wer­tes Ziel“auf­ge­führt — und die Mög­lich­keit dis­ku­tiert, Zü­ge ins­be­son­de­re auf ge­ra­den Stre­cken au­ßer­halb von Ort­schaf­ten zum Ent­glei­sen zu brin­gen.

Al­ler­dings be­tont das BKA, dass es der­zeit kei­ne kon­kre­ten Hin­wei­se auf ge­plan­teAn­schlä­ge in Deutsch­land gä­be .„ Denk­bar“sei­en sie aber trotz­dem.

Die Ge­werk­schaft der Po­li­zei (GdP) for­dert auf­grund die­ser Fak­ten ei­ne Ver­stär­kung der Bun­des­po­li­zei. „Nach­dem wir nach 9/11 gro­ße An­stren­gun­gen un­ter­nom­men ha­ben, um den Luft­ver­kehr si­che­rer zu gestal­ten, ge­rät nun an­de­re, we­ni­ger ge­si­cher­te In­fra­struk­tur in den Blick der Ter­ro­ris­ten. Hier gilt es, schnell Ge­gen­maß­nah­men zu er­grei­fen“, sagt Jörg Ra­dek, Vor­sit­zen­der der GdP.

In Deutsch­land ist die Bun­des­po­li­zei für Si­cher­heit in Zü­gen und auf Bahn­an­la­gen zu­stän­dig. Das be­deu­tet die Si­che­rung von rund 5600 Bahn­hö­fen und -hal­te­punk­ten und von über 33 000 Ki­lo­me­tern Schie­nen­netz. Al­lein für die­se Auf­ga­be feh­len der­zeit laut GdP 2350 Strei­fen­und Er­mitt­lungs­be­am­te. Ra­dek be­tont: „Vor dem Hin­ter­grund der ter­ro­ris­ti­schen Be­dro­hung ist der ak­tu­el­le Per­so­nal­not­stand mit vor­über­ge­hen­den Re­vier­schlie­ßun­gen nicht zu ak­zep­tie­ren. Um ei­ne Chan­ce zu ha­ben, Ter­ror­an­schlä­ge zu ver­hin­dern, braucht es Po­li­zis­ten vor Ort, die ,ihr Re­vier‘ ken­nen und Auf­fäl­lig­kei­ten am Schie­nen­netz oder ver­däch­ti­ge Per­so­nen an Bahn­hö­fen recht­zei­tig be­mer­ken.“Ei­ne Spre­che­rin des Bun­des­po­li­zei­prä­si­di­ums be­tont da­ge­gen, dass „die Si­cher­heits­maß­nah­men in Deutsch­land auf ei­nem sehr ho­hen Ni­veau“sei­en. Die Bahn ver­si­chert, dass man eng mit den Si­cher­heits­be­hör­den zu­sam­men ar­bei­te“- und „auf wach­sa­mes Per­so­nal und Vi­deo­tech­nik“ver­traue.

Fo­to: Bodmer

Laut Bun­des­kri­mi­nal­amt steigt die Ge­fahr, dass Ter­ro­ris­ten Zü­ge ent­glei­sen las­sen wol­len

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