Klei­ne Schild­krö­te als blin­der Pas­sa­gier

tz - - MÜNCHEN + REGION -

Was macht die klei­ne Was­ser­schild­krö­te so hoch in der Luft? Das Flug­per­so­nal­ei­nerCond­or­die von der Do­mi­ni­ka­ni­schen Re­pu­blik nach Mün­chen un­ter­wegs war, ent­deck­te die rot­wan­gi­ge Ech­se auf der Bord­toi­let­te, wo sie her­um­krab­bel­te. Höchst­wahr­schein­lich hat­te ei­ner der Flug­gäs­te das Vie­cher­lanBord­ge­schmug­gelt und dann wäh­rend des Flu­ges aus­ge­setzt. Da braucht man ei­nen di­cken Pan­zer…

„Lei­der kommt es re­gel­mä­ßig vor, dass Ur­lau­ber aus ih­ren Fe­ri­en ein exo­ti­sches Tier mit­brin­gen und die­ses il­le­gal ein­füh­ren wol­len“, sagt Mar­kus Baur. Er ist Lei­ter der Auf­fang­sta­ti­on für Rep­ti­li­en in Mün­chen. „Al­ler­dings ist dies für uns das ers­te Mal, dass der Ver­ur­sa­cher es sich be­reits auf hal­ber Stre­cke an­ders über­legt hat.“Baur ver­mu­tet, dass „die Angst vor dem Flug­ha­fen­zoll ei­ne wich­ti­ge Rol­le“ge­spielt ha­be.

Ver­mut­lich hat der Un­be­kann­te die jun­ge Rot­wan­gen-Schmuck­schild­krö­te auf ei­nem Ba­sar er­stan­den. Die Art ist auch in Deutsch­land nicht sel­ten. Wer bei der Ein­fuhr von Tie­ren er­wischt wird, muss mit ei­ner ho­hen Geld­stra­fe rech­nen.

Der blin­de Pas­sa­gier hat üb­ri­gens Glück: Die Schild­krö­te darf mit 500 ih­rer Art­ge­nos­sen in ei­nem art­ge­rech­ten Re­fu­gi­um in der Auf­fang­sta­ti­on hau­sen, bis sie wei­ter­ver­mit­telt wird.

Die Rot­wan­gen-Was­ser­schild­krö­te wur­de auf dem WC ei­nes Li­ni­en­flugs ent­deckt. Sie soll­te wohl ein­ge­schmug­gelt wer­den

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