Stückls neue Stückl

tz - - KULTUR + TV - MICHAEL SCHLEICHER

Er will nichts an­de­res als „neue For­men“fürs Thea­ter: der jun­ge Dich­ter Kost­ja in Die Mö­we. Nichts fürch­tet An­ton Tsche­chows Fi­gur mehr als die Rou­ti­ne, als das Er­star­ren im Be­kann­ten. „Viel­leicht“, sagt Chris­ti­an Stückl, „bin ich auf die­ses Stück ge­ra­de jetzt ge­sto­ßen, weil mich die­ses The­ma um­treibt.“Schließ­lich ha­be er ge­ra­de sei­ne 15. Spiel­zeit als In­ten­dant des Münch­ner Volks­thea­ters hin­ter sich ge­bracht…

Jetzt, in der neu­en Sai­son, die im Haus an der Bri­en­ner Stra­ße am 27. Sep­tem­ber mit der Pre­mie­re von Sha­ke­speares Ro­meo und Ju­lia er­öff­net wird (Re­gie: Kier­an Jo­el), in­sze­niert Stückl zum ers­ten Mal ein Stück des Rus­sen: „Man läuft vor Tsche­chow im­mer ein biss­chen da­von, weil man sich fragt: Wie stellt man auf der Büh­ne Lan­ge­wei­le dar? In der Mö­we ste­hen aber zum Glück al­le un­ter Strom.“Stückls Ar­beit hat am 26. Ok­to­ber Pre­mie­re; es ist die zwei­te der neu­en Spiel­zeit (wei­te­re Pre­mie­ren ste­hen im Kas­ten rechts).

Für die zu­rück­lie­gen­de Sai­son konn­ten der In­ten­dant und Mün­chens Kul­tur­re­fe­rent Hans-Ge­org Küp­pers bei der Pres­se­kon­fe­renz am Frei­tag er­neut po­si­ti­ve Zah­len ver­mel­den. Die Platz­aus­las­tung lag 2016/17 bei 80,3 Pro­zent, es wur­den 106 122 Zu­schau­er in der Bri­en­ner Stra­ße ge­zählt. Als er an­ge­fan­gen ha­be, be­rich­tet Stückl, sei­en rund 50 000 Zu­schau­er pro Jahr ge­kom­men.

Für viel mehr Gäs­te als die zu­letz­ter­reich­te­nist­seinThea­terauch gar nicht aus­ge­legt – ei­ne Ka­pa­zi­täts­stei­ge­rung gibt es erst im ge­plan­ten Neu­bau an der Ze­net­ti-/

Tum­blin­ger­stra­ße. Küp­pers kün­dig­te an, dass die Ju­ry noch heu­er dem Stadt­rat ei­nen Sie­ger­ent­wurf vor­schla­gen wird; im Ar­chi­tek­ten­wett­be­werb sei­en ei­ni­ge „sehr, sehr in­ter­es­san­te Bei­trä­ge“, be­rich­te­te der Kul­tur­re­fe­rent. Im kom­men­den Som­mer soll mit vor­be­rei­ten­den Ar­bei­ten an der Bau­stel­le be­gon­nen wer­den. Läuft al­les nach Plan, wird das neue Volks­thea­ter am Vieh­hof mit der Spiel­zeit 2020/21 er­öff­net. Jetzt ste­hen aber zu­nächst ein­mal für 2017/18 zehn Pre­mie­ren auf dem Pro­gramm, dar­un­ter die Urauf­füh­rung von Child­ren of To­mor­row am 13. De­zem­ber und die deutsch­spra­chi­ge Erst­auf­füh­rung von Das fer­ne Land. Des­sen Au­tor, der Fran­zo­se Je­an-Luc Lag­ar­ce (1957 bis 1995), ge­hört nach Sha­ke­speare und Mo­liè­re zu den meist­ge­spiel­ten Dra­ma­ti­kern sei­ner Hei­mat – bei uns ist er da­ge­gen (noch?) weit­ge­hend un­be­kannt.

Erst in der ver­gan­ge­nen Wo­che hat das Thea­ter vom Ver­lag grü­nes Licht für ei­ne Be­ar­bei­tung von Al­dous Hux­leys Ro­man Schö­ne neue Welt aus dem Jahr 1932 be­kom­men. Der Ös­ter­rei­cher Fe­lix Haf­ner wird sei­ne Büh­nen­fas­sung in­sze­nie­ren; die Pre­mie­re ist im kom­men­den Mai. Aus Wi­en kommt auch das Burg­thea­ter mit ei­nem Gast­spiel nach Mün­chen: Die re­nom­mier­te Büh­ne gas­tiert am 11., 12. und 13. Ja­nu­ar 2018 für drei Aben­de mit derStückl-Ins­ze­nie­rungvonGol­do­nis Die­ner zwei­er Her­ren am Volks­thea­ter. Von Rou­ti­ne al­so kei­ne Spur. ■ Mehr In­fos un­ter Tel. 52 34 655 und mu­ench­ner-volks­thea­ter.de

Fs: Schlaf, Neeb

Sie spie­len „Ro­meo und Ju­lia“in der Er­öff­nungs-Pre­mie­re: Si­las Brei­ding, Ca­ro­lin Hart­mann

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