Fisch­ster­ben in der Würm

Ge­fahr durch Kraft­werk und En­ten­ren­nen: Tier­schüt­zer schla­gen Alarm

tz - - MÜNCHEN - SA­SCHA KAROWSKI

Ein Bild des Elends. Ver­en­de­te Fisch­lein, leb­los und ge­krümmt in der Hand­flä­che statt quir­lig-silb­rig im Flüss­chen. Wir sind an der Würm in Al­lach – hier, wo im­mer wie­der Jung­fi­sche be­droh­ter Ar­ten ster­ben! Schuld ist ei­ne Kn­eipp­an­la­ge, aber auch Ver­an­stal­tun­gen wie das Kirch­weih­fest tun ihr Üb­ri­ges. Al­lein durch ein En­ten­ren­nen am 15. Ok­to­ber ver­en­de­ten 70 Tie­re. Um­welt­schüt­zer ha­ben An­zei­ge er­stat­tet! „Das war der bis­her gra­vie­rends­te Vor­fall“, sagt Fi­sche­rei-Auf­se­her Mar­kus Edel­berg.

An dem Ge­wäs­ser be­fin­det sich seit 2005 in ei­nem Sei­ten­arm ei­ne Kn­eipp­an­la­ge. Auch ein Wehr und ein Kraft­werk lie­gen an dem Flüss­chen. Wenn das Wehr ge­schlos­sen wird, um das Kraft­werk an­zu­trei­ben, geht der Was­ser­stand in der Kn­eipp­an­la­ge zu­rück. Das wis­sen aber die Fi­sche nicht, die in den Kn­eipp-Be­reich schwim­men.

Am 15. Ok­to­ber nun ha­ben die Ver­an­stal­ter des En­ten­ren­nens Stan­gen und Bret­ter ins Was­ser ge­legt und be­fes­tigt. Das führ­te laut Edel­berg da­zu, dass der Was­ser­fluss um­ge­lei­tet wur­de – am Zu­lauf der Kn­eipp­an­la­ge vor­bei. In der Fol­ge kam kein Was­ser mehr in den Sei­ten­arm, die Fisch­b­rut ver­en­de­te. „Wir ha­ben An­zei­ge bei der Un­te­ren Na­tur­schutz­be­hör­de er­stat­tet“, sagt der Fi­sche­rei­auf­se­her. „So geht es nicht wei­ter.“

F.: Haag

Fi­sche­rei­auf­se­her Edel­berg an der Kn­eipp-An­la­ge

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.