Te­st­re­por­ta­ge Raf­ting

Sinn Spe­zi­al­uh­ren, TAG Heu­er und Tu­dor auf Wild­was­ser-tour im All­gäu.

Uhren-Magazin - - Inhalt -

Bei 30 Grad und strah­len­dem Son­nen­schein kommt ei­ne Ab­küh­lung ge­ra­de recht. Wir neh­men die Sinn Spe­zi­al­uh­ren U1 S E, die Aqua­ra­cer 300 m Ca­li­bre 5 von TAG Heu­er und die in die­sem Jahr vor­ge­stell­te He­ri­ta­ge Black Bay Steel von Tu­dor mit zu ei­ner Wild­was­ser-raf­ting-tour auf der Il­ler im All­gäu.

——— Wir ha­ben Glück mit dem Wet­ter. Noch vor ein paar Ta­gen wech­sel­ten sich Son­nen­schein und Ge­wit­ter­wol­ken im Halb­stun­den­takt ab, aber heu­te strahlt der Him­mel im kla­ren Blau. Ein gu­ter Tag, um ei­ne Wild­was­ser-raf­ting­tour zu star­ten.

Doch be­vor wir uns die Er­fri­schung ho­len kön­nen, braucht es et­was Vor­be­rei­tung. Im Out­door­zen­trum All­gäu in Blaichach, we­ni­ge Ki­lo­me­ter süd­lich von Kemp­ten, tref­fen wir auf Sven Git­ter­mann – un­ser Raf­ting­gui­de für heu­te – und das Fo­to­graf­en­team von Ok-photography. Bis auf Sven sa­ßen wir al­le noch nie oder vor lan­ger Zeit auf ei­nem Raf­ting­boot. »Kein Pro­blem«, ver­si­chert uns Sven, »ich er­klär euch al­les.« Wir brau­chen zwei Boo­te, Neo­pren­an­zü­ge, Hel­me, Schwimm­wes­ten, Pad­del und na­tür­lich die drei Te­stuh­ren. Auf dem Was­ser be­glei­ten uns die U1 S E von Sinn Spe­zi­al­uh­ren, die Aqua­ra­cer Ca­li­bre 5 von TAG Heu­er und die Tu­dor He­ri­ta­ge Black Bay Steel.

Zu­nächst pum­pen wir die Boo­te auf und brin­gen sie an die Ein­stiegstel­le der Il­ler bei Sont­ho­fen. Die Il­ler ist ein Ne­ben­fluss der Do­nau, ent- springt bei Oberst­dorf im All­gäu und mün­det schließ­lich bei Ulm in die Do­nau. Ins­ge­samt ist die Il­ler 147 Ki­lo­me­ter lang, acht da­von wol­len wir heu­te hin­un­ter­pad­deln. Zwei Au­tos brin­gen wir zur Aus­stiegs­stel­le, um dort die Boo­te wie­der auf­la­den zu kön­nen und tro­cke­ne Klei­dung zum Wech­seln pa­rat zu ha­ben.

Vor­be­rei­tung für die Raf­ting­tour: Die Uh­ren wer­den ein­ge­stellt

Ein kur­zer Blick auf die Uhr: Wir ha­ben rund ei­ne St­un­de für die Vor­be­rei­tung ge­braucht. Die Te­stuh­ren hat­ten wir be­reits ein­ge­stellt, was bei al­len drei leicht von der Hand. So­wohl die U1 S E von Sinn Spe­zi­al­uh­ren, als auch die TAG Heu­er Aqua­ra­cer und die He­ri­ta­ge Black Bay Steel von Tu­dor be­sit­zen ei­ne ver­schraub­te Kro­ne. Die­se lässt sich in al­len drei Fäl­len oh­ne Schwie­rig­kei­ten auf­dre­hen und in die Po­si­ti­on Zei­gers­tel-

lung zie­hen. Sinn und TAG Heu­er ver­wen­den au­to­ma­ti­sche Ba­sis­wer­ke der Sel­li­ta und ETA, Tu­dor stat­tet die Black Bay Steel mit dem au­to­ma­ti­schen Ma­nu­fak­tur­ka­li­ber MT5612 aus. Vor der Zeit­ein­stel­lung muss das Da­tum auf den rich­ti­gen Tag ge­schal­tet wer­den. Da al­le drei Uhr­wer­ke über ei­nen Se­kun­den­stopp ver­fü­gen, lässt sich die Zeit an­schlie­ßend se­kun­den­ge­nau ein­stel­len. Nun die Kro­ne wie­der rein­drü­cken und zu­schrau­ben. Jetzt sind wir start­klar für die Raf­ting­tour.

Doch be­vor es ins Was­ser geht, gibt uns Sven ei­ne Si­cher­heits­ein­wei­sung. Da­zu schlüp­fen wir in die Neo­pren­an­zü­ge – das Was­ser der Il­ler misst an die­sem Tag nur rund 16 Grad Cel­si­us –, le­gen die Wes­ten um und set­zen die Hel­me auf. Dann er­klärt der Gui­de die Re­geln: »Das Wich­tigs­te vor­ab: »Wir las­sen nie­mals das Pad­del los!«, schärft er uns ein. Egal, ob wir pad­deln, ei­ne Pau­se ein­le­gen oder gar ins Was­ser fal­len, das Pad­del muss im­mer am Mann blei­ben. Beim Ken­tern hilft das Pad­del, sich im Was­ser ru­hig zu ver­hal­ten. »Hal­tet den Rü­cken da­bei im­mer ge­gen die Strö­mung und lasst euch trei­ben«, rät Sven. Da­mit die Ka­me­ras kei­nen Scha­den neh­men, pa­cken die Fo­to­gra­fen Olaf und Mo­ritz ih­re Ge­rä­te in was­ser­dich­te Hül­len ein.

Auf dem Was­ser: Die Uh­ren bie­ten ei­ne ho­he Was­ser­dicht­heit

Solch ei­nen Schutz brau­chen un­se­re Te­stuh­ren nicht. Die U1 S E von Sinn an Svens Hand­ge­lenk bleibt bis 1000 Me­ter was­ser­dicht. So tief kommt man beim Raf­ting nicht, selbst beim Tau­chen ist solch ei­ne Tie­fe nur mit pro­fes­sio­nel­ler Aus­rüs­tung zu er­rei­chen, aber es gibt den­noch ein Ge­fühl von Si­cher­heit. Ob­wohl die Sinn mit 44 Mil­li­me­tern die größ­te Uhr un­ter den Test­model­len ist, passt sie den­noch gut an Svens schma­les Hand­ge­lenk. Für ho­hen Tra­ge­kom­fort sorgt das Kaut­schuk­band mit Falt­schlie­ße, die über ei­ne zu­sätz­li­che Tauch­ver­län­ge­rung ver­fügt. Das Arm­band lässt sich leicht auf die ge­wünsch­te Län­ge kür­zen und dank un­kom­pli­zier­tem Wech­sel­sys­tem an der Schlie­ße mon­tie­ren. Das Ge­häu­se be­steht im Üb­ri­gen aus hart­stoff­be­schich­te­tem U-boot-stahl und ist da­her sehr ro­bust. So macht es der U1 S E nichts aus, wenn sie ver­se­hent­lich ei­nen

Schlag ab­be­kommt oder am Boot ent­lang­schrammt. We­nig An­griffs­flä­che bie­tet auch die 43 Mil­li­me­ter gro­ße Aqua­ra­cer von TAG Heu­er.

Sie ge­hört zu den Klas­si­kern un­ter den Tau­cher­uh­ren und ist schon ei­ni­ge Jah­re in vie­len Va­ri­an­ten er­hält­lich. Un­ser Mo­dell hält ei­nem Was­ser­druck bis 30 Bar stand. Das Ge­häu­se be­steht aus Edel­stahl und trägt ei­ne brei­te Drehlü­net­te aus schwar­zer Ke­ra­mik. Krat­zer ma­chen ihr al­so we­nig aus – eben­so dem schwar­zen Kaut­schuk­band, das mit ei­ner Falt­schlie­ße aus­ge­stat­tet ist. Die Län­ge des Arm­ban­des kann ein- fach durch Ver­schie­ben der Schlie­ße be­stimmt wer­den. So stellt Jo­nas, ein Mit­glied des Fo­to­graf­en­teams, die Aqua­ra­cer auf die rich­ti­ge Wei­te ein, so dass die Uhr be­quem über sei­nen Neo­pren­an­zug passt. Wenn­gleich die Aqua­ra­cer an Jo­nas‘ schma­lem Hand­ge­lenk et­was grö­ßer aus­sieht, als ih­re Ma­ße es vor­ge­ben, trägt sich die Uhr den­noch sehr an­ge­nehm. Selbst oh­ne Neo­pren­an­zug drückt kei­ne Kan­te oder Kro­ne. Das sport­li­che De­sign ist er­freu­lich zu­rück­hal­tend, so­dass die Aqua­ra­cer auch im Bü­ro­all­tag ge­tra­gen wer­den könn­te. Die Tu­dor fällt da­ge­gen deut­lich ele- gan­ter aus, was nicht zu­letzt auf die stäh­ler­ne Drehlü­net­te und das Edel­stahl­band zu­rück­zu­füh­ren ist. Letz­te­res lässt sich lei­der nicht so fle­xi­bel in der Wei­te ver­stel­len, wie die Arm­bän­der der an­de­ren bei­den Te­stuh­ren.

Denn das Edel­stahl­band der He­ri­ta­ge Black Bay Steel bie­tet kei­ne Tauch­ver­län­ge­rung. Das macht aber nichts, denn am Test­tag ist es so warm, dass ein Neo­pren­an­zug oh­ne Är­mel voll­kom­men aus­reicht. Kom­plett in Edel­stahl – die Tu­dor misst 41 Mil­li­me­ter im Durch­mes­ser – ist sie von den drei Te­stuh­ren am emp­find­lichs­ten ge­gen­über Krat­zern. Mit ver-

schraub­ter Kro­ne bleibt die Black Bay Steel aber bis 200 Me­ter was­ser­dicht. Ei­nen Sturz aus dem Boot ins Was­ser wür­de sie al­so un­be­scha­det über­ste­hen. Wer den Look et­was sport­li­cher gestal­ten möch­te, der tauscht das Edel­stahl­band ge­gen das mit­ge­lie­fer­te Tex­til­band. Wir blei­ben bei Stahl, denn in die­ser Auf­ma­chung ist die He­ri­ta­ge Black Bay Steel so­wohl sport­lich als auch ele­gant.

End­lich schie­ben wir die bei­den Boo­te ins Was­ser und sit­zen auf. »Vor­wärts!« ruft Sven und wir pad­deln los. Die zwei­te Re­gel bei ei­ner Raf­ting­tour lau­tet: Al­les hört auf das Kom­man­do des Gui­des. Wenn er die Rich­tung vor­ge­ge­ben hat, in die ge­pad­delt wer­den soll, gilt es, sich am Vor­der­mann zu ori­en­tie­ren und mit ihm im Gleich­takt zu ar­bei­ten. Die­je­ni­gen, die ganz vorn im Boot sit­zen, stim­men den Takt mit ih­rem Ne­ben­mann ab. Als Raf­ting­gui­de ach­tet Sven au­ßer­dem dar­auf, dass wir nicht in ge­fähr­li­che Strö­mun­gen ge­ra­ten. Denn, ob­wohl die Il­ler recht breit ist und ru­hig er­scheint, »kön­nen un­ter Was­ser tü­cki­sche Stru­del lau­ern«, er­klärt Sven und deu­tet auf ei­ne Stel­le in der Mit­te des Flus­ses, wo wir tat­säch­lich Wir­bel­be­we­gun­gen er­ken-

nen kön­nen. Im­mer wie­der steu­ert Sven uns aber in Strom­schnel­len. Das Was­ser spritzt hoch, das Boot schau­kelt und wir müs­sen uns or­dent­lich an­stren­gen, vor­wärts zu kom­men.

Zwi­schen­durch gönnt Sven uns ei­ne Ver­schnaufs­pau­se. Das Was­ser ist jetzt et­was ru­hi­ger und kaum ei­ne Wol­ke trübt den Him­mel. So kommt es auf­grund der in­ten­si­ven Son­nen­ein­strah­lung hin und wie­der vor, dass die stäh­ler­nen Ele­men­te auf den schwar­zen Zif­fer­blät­tern der TAG Heu­er und der Tu­dor blen­den­de Re­fle­xio­nen her­vor­ru­fen. Nicht so bei der U1 SE – wie ihr Ge­häu­se er­schei­nen auch Zif­fer­blatt und Zei­ger matt, so dass die Uhr­zeit aus al­len Win­keln un­ge­stört ab­ge­le­sen wer­den kann.

Nach der Raf­ting­tour: Die Uh­ren zei­gen zu­ver­läs­sig die Zeit an

Sven schätzt die Uhr­zeit ger­ne an­hand des Son­nen­stan­des, »aber wenn ich zwei Raf­ting­tou­ren hin­ter­ein­an­der durch­füh­ren soll, ist es gut, die Zeit mit ei­ner Uhr ge­nau im Blick zu ha­ben.« Al­le drei Test­model­le wä­ren da­bei ei­ne gu­te Wahl, denn so­wohl am Hand­ge­lenk als auch auf der Zeit­waa­ge schnei­den sie gut ab. Das bes­te Er­geb­nis er­zielt die He­ri­ta­ge Black Bay Steel, die als Chro­no­me­ter zer­ti­fi­ziert ist. Im Üb­ri­gen zei­gen sich die drei Uh­ren von der Raf­ting­tour un­be­rührt, wie ein Gang­test nach der Ak­ti­on auf der Zeit­waa­ge zeigt.

Acht Ki­lo­me­ter pad­deln wir wild durch Strom­schnel­len und über St­ei­ne hin­weg die Il­ler hin­un­ter. Die drei Uh­ren er­wei­sen sich als zu­ver­läs­si­ge Be­glei­ter – den wil­den Ker­len ma­chen we­der Schweiß noch kal­tes Fluss­was­ser et­was aus. Ro­bust und funk­tio­nal ge­stal­tet, gibt sich die U1 S E am sport­lichs­ten. Die Tu­dor über­zeugt mit ho­her Gang­ge­nau­ig­keit und zeit­lo­sem De­sign, das auch zum Hemd passt. Da­für punk­tet die Aqua­ra­cer mit dem Preis, muss beim De­sign und der Funk­tio­na­li­tät aber zu­rück­ste­cken. [958] ———

Text — Me­lis­sa Göß­ling Fo­tos — Ok-photography, Her­stel­ler

Vor­be­rei­tung: Ei­ne Raf­ting­tour will gut ge­plant sein. Ge­mein­sam tra­gen wir die Boo­te zum Fluss hin­un­ter.

Kom­for­ta­bel: Raf­ting­gui­de Sven Git­ter­mann trägt wäh­rend der Fahrt die U1 S E von Sinn­spe­zi­al­uh­ren.

Si­cher­heit: Das Pad­del darf nie los­ge­las­sen wer­den, zum Glück bleibt die TAG Heu­er Aqua­ra­cer dank Kaut­schuk­band si­cher am Arm.

1 Mit Kraft: Auch beim schnel­len Pad­deln ist die Tu­dor ein zu­ver­läs­si­ger Part­ner am Hand­ge­lenk.

2 Mit Ge­schwin­dig­keit: Bei Strom­schnel­len heißt es ge­mein­sam im Gleich­takt pad­deln. 3 Mit Um­sicht: Raf­ting­gui­de Sven lenkt das Boot si­cher durch Strom­schnel­len den Fluss hin­ab.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.