Lieb­lings­uhr

Uhren-Magazin - - Inhalt - HIROTA MASAYUKI Chef­re­dak­teur Chro­nos Ja­pan, Uh­ren­jour­na­list und Ju­ror der Watch­stars Awards Pro­to­koll: So­phia Küm­mer­le

——— Die heu­ti­ge Ju­gend, heißt es oft, wür­de kei­ne Uh­ren mehr tra­gen. Für vie­le Uh­ren­lieb­ha­ber scheint al­lein der Ge­dan­ke un­vor­stell­bar. »Ei­nen Tag oh­ne Uhr zu ver­brin­gen, ist un­mög­lich«, sagt auch Hirota Masayuki und fügt hin­zu: »Man muss kei­ne teu­re Uhr tra­gen. Aber um den Wert der ei­ge­nen Zeit zu rea­li­sie­ren, soll­te man sie mit sei­ner Lieb­lings­uhr mes­sen.« Dass es schwie­rig sein kann, die­se Uhr zu fin­den, weiß er selbst sehr gut – denn Hirota ist Chef­re­dak­teur des ja­pa­ni­schen Lu­xus­uh­ren­ma­ga­zins Chro­nos und tag­täg­lich von me­cha­ni­schen Zeit­mes­sern um­ge­ben.

Hirota fing be­reits mit zwölf Jah­ren an, sich für Uh­ren zu in­ter­es­sie­ren. Sein Va­ter be­saß ein Buch, das Vin­ta­ge-mo­del­le von Pa­tek Phil­ip­pe zeig­te, da­rin ver­tief­te er sich ger­ne. Da­von an­ge­trie­ben, spar­te er sein Ta­schen­geld und kauf­te sich, so­bald er ge­nug bei­sam­men hat­te, Uh­ren von »we­ni­ger be­kann­ten Mar­ken wie Mo­va­do oder Cy­ma«. Spä­ter folg­te das ers­te me­cha­ni­sche Mo­dell, ein Vin­ta­ge-chro­no­graph, als Stu­dent schließ­lich fand mit der Sinn 903 sei­ne ers­te nam­haf­te me­cha­ni­sche Uhr den Weg an Hi­ro­tas Hand­ge­lenk. Heu­te be­sitzt der Uh­ren­ken­ner ei­ni­ge Zeit­mes­ser, doch auch wenn er emp­fiehlt, die ei­ge­ne Zeit mit der Lieb­lings­uhr zu mes­sen, er selbst hat kei­nen Fa­vo­ri­ten. Das liegt auch da­ran, dass er vor cir­ca zwölf Jah­ren vom Uh­ren­lieb­ha­ber und –samm­ler zum Uh­ren­jour­na­list wur­de. »Mei­ner An­sicht nach ist es wich­tig, als Uh­ren­jour­na­list kei­ne Uh­ren zu sam­meln, son­dern ver­schie­de­ne Mo­del­le zu tra­gen«, sagt er. Ei­nen spe­zi­el­len Platz in sei­nem Her­zen hat den­noch die IWC Ju­bi­lee Por­tu­gie­ser von 1993. Die­se IWCUhr, so Hirota, wer­de er für im­mer be­hal­ten. An­de­re sei­ner Samm­ler­stü­cke hat er mitt­ler­wei­le ver­kauft. Bei der Por­tu­gie­ser han­delt es sich um ei­ne li­mi­tier­te Son­der­edi­ti­on, die es dem Ex­per­ten be­son­ders an­ge­tan hat. »Das Ka­li­ber 9828, die Stoß­si­che­rung aus­ge­nom­men, geht auf die spä­ten 1930er-jah­re zu­rück. Es ist ein­fach und den­noch raf­fi­niert kon­stru­iert, so et­was ist heut­zu­ta­ge prak­tisch un­mög­lich zu fin­den.« Hirota er­gänzt: »Die Uhr bie­tet Funk­tio­na­li­tät und ent­spricht gleich­zei­tig mei­nem per­sön­li­chen In­ter­es­se.« Ob die IWC da­mit wohl doch so et­was wie sei­ne Lieb­lings­uhr ist?

»Den Wert der ei­ge­nen Zeit rea­li­siert man mit sei­ner Lieb­lings­uhr.«

Hirota Masayuki ist Chef­re­dak­teur der Lu­xus­uh­ren­zeit­schrift Chro­nos Ja­pan und emp­fiehlt, die ei­ge­ne Zeit mit der Lieb­lings­uhr zu mes­sen.

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