Le­ser­brie­fe

Das Fo­rum für un­se­re Le­ser – Pu­bli­kums­stim­men zu frü­he­ren UH­REN-MA­GA­ZIN-AUS­GA­BEN

Uhren-Magazin - - Inhalt - UM — Leucht­mit­tel

——— Wie er­hal­ten nacht­leuch­ten­de Uh­ren ih­re Leucht­kraft ei­gent­lich bes­ser – wenn sie im dunk­len Schrank lie­gen, oder wenn sie dem Licht aus­ge­setzt sind? Als Samm­ler stel­le ich fest, dass Uh­ren mit den Jah­ren ih­re Leucht­kraft ver­lie­ren, selbst bei Ro­lex ist das so. Wann al­tert die Leucht­mas­se schnel­ler? ———

Ar­ne Tig­ler, Aid­lin­gen

UH­REN-MA­GA­ZIN: Bei der Klä­rung der Fra­ge war uns Al­bert P. Z el­ler von der RC Tri­tec Ag/lu­mi­no­va AG be­hilf­lich. Hier sei­ne ge­kürz­te und be­ar­bei­te­te Ant­wort:

Die Fra­ge ist sehr span­nend, grün­de t aber auf ein paar Fehl­an­nah­men, re­spek­ti­ve Ver­wechs­lun­gen. Bei mo­der­nen Leucht­mit­teln, wie den von der RC Tri­tec AG her­ge­stell­ten »Swiss Su­per-lu­mi­no­va® Pig­men­ten« ( weit ver­brei­tet als »Su­per­lu­mi­no­va« be­kannt) oder auch dem von Sei­ko her­ge­stell­ten »Lu­mi­bri­te« han­delt es sich um Alu­mi­na­te, al­so Ke­ra­mi­ken. Die­se Nach­leucht­pig­men­te be­sit­zen kei­ne nach­las­sen­de Leucht­kraft über Jah­re, und zwar egal, wo und wie die Uhr auf­be wahrt wird. Wo­her könn­te al­so der Ver­dacht kom­men, dass die Leucht­kraft nach­lässt? Alu­mi­na­te be­fin­den sich erst seit An­fang der 1990er-jah­re in vie­len Uh­ren im Ein­satz. Zu­vor wur­den Zinks­ul­fid­kris­tal­le, ein­fa­che Nach­leucht­kris­tal­le, wel­che mit ei­nem Kunst­stoff über­zo­gen wa­ren, ver­wen­det. In die­sen Kunst­stoff ist Tri­ti­um, ein schwa­cher Be­ta-strah­ler, ein­ge­bun­den. Das Tri­ti­um führ­te zu ei­ner kon­stan­ten Ak­ti­vie­rung der Leucht­kraft der Zinks­ul­fid­kris­tal­le, was zu ei­nem kon­stan­ten Leuch­ten im Dun­keln führ­te. Da es sich bei Tri­ti­um um Was­ser­stoff mit zwei zu­sätz­li­chen Neu­tro­nen im Atom­kern han­delt, ist auch des­sen Grö­ße sehr klein. Als di­rek­te Kon­se­quenz kann al­so die­ser ra­dio­ak­ti­ve Was­ser­stoff sehr ein­fach Aus­tauschre­ak­tio­nen mit sei­ner Um­ge­bungs­luft aus­füh­ren. Die theo­re­ti­sche Halb­werts­zeit von Tri­ti­um ist zwölf Jah­re, prak­tisch ge­se­hen sinkt die­se auf­grund der ho­hen Re­ak­ti­ons­fä­hig­keit auf et­wa fünf Jah­re. Er­reicht al­so das Tri­ti­um sei­ne Halb­werts­zeit, so be­fin­det sich nach die­ser Zeit­pe­ri­ode nur noch die Hälf­te des Ak­ti­vie­rungs­ma­te­ri­als in der Kunst­stoff­schicht, was die Leucht­kraft li­ne­ar hal­biert.

Es spielt al­so kei­ne Rol­le, ob ei­ne Uhr im Dun­keln oder in der Son­ne ge­la­gert wird, denn der ra­dio­ak­ti­ve Zer­fall von Tri­ti­um bei et­was äl­te­ren Uh­ren lässt sich auf kei­nem Fall be­ein­flus­sen. Bei vie­len Mo­del­len, auf de­nen Tri­ti­um­leucht­far­be ver­wen­det wur­de, ist das mit ei­nem »T« ne­ben dem In­dex der Sechs ver­merkt. ———

Http://bit.ly/2uwsz­vx Oh­ne Ver­lust: Mo­der­ne Leucht­mit­tel, wie Su­per­lu­mi­no­va, las­sen in ih­rer Leucht­kraft über Jah­re nicht nach.

Noch mehr In­for­ma­tio­nen zum The­ma Leucht­mit­tel gibt es hier:

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