Ome­ga Die Rail­mas­ter ent­stand 1957 als Arm­band­uhr für Ar­bei­ter. Auch heu­te ist sie ein per­fek­ter All­tags­be­glei­ter.

Preis­ka­te­go­rie bis 5 000 Eu­ro

Uhren-Magazin - - Inhalt - Tex t — Mar­ti­na Rich­ter Fo­tos — Ok-pho­to­gra­phy

Sie war nicht auf dem Mond und auch nicht am Hand­ge­lenk von 007. Die Rail­mas­ter ist ei­ne sch­lich­te, prak­ti­sche Uhr, die bei der Ar­beit ge­tra­gen wird. 1957 für Men­schen ge­macht, die in der Nä­he elek­tri­scher Fel­der tä­tig sind, ist sie heu­te ab­so­lut stil­si­cher, mit ei­nem mo­der­nen Mas­ter Chro­no­me­ter-werk aus­ge­stat­tet und muss in ih­rem »Maus­grau« durch­aus kein Schat­ten­da­sein fris­ten.

——— »Nachts sind al­le Kat­zen grau«, sagt ei­ne weit be­kann­te Re­de­wen­dung. Nicht so die Rail­mas­ter. Denn die am Ta­ge in hell­bei­ger Su­per­lu­mi­no­va er­schei­nen­den In­di­zes leuch­ten samt Stab­mi­nu­ten- und -stun­den­zei­ger bei Dun­kel­heit in ei­nem herr­li­chen Azur­blau. Ge­mäch­lich streicht ein heller Punkt an den Spit­zen der drei­ecki­gen St­un­den­mar­kie­run­gen vor­bei. Der so­ge­nann­te »Lol­li­pop«Se­kun­den­zei­ger er­in­nert mit sei­nem leuch­ten­den Kreis an die ty­pi­sche Zeit­an­zei­ge auf Bahn­hofs­uh­ren und ver­weist so­mit – wie es ihr Na­me schon an­deu­tet – auf die Ver­bin­dung der Rail­mas­ter zur Ei­sen­bahn.

Die Rail­mas­ter wur­de 1957 vor­ge­stellt und sym­bo­li­sier­te da­mit ei­ne be­reits lan­ge be­ste­hen­de Be­zie­hung

zwi­schen Ome­ga und der Ei­sen­bahn. Das Un­ter­neh­men lie­fer­te näm­lich schon seit 1895 Ta­schen­uh­ren an Ei­sen­bahn­ge­sell­schaf­ten. Die Rail­mas­ter war die ers­te Arm­band­uhr, die spe­zi­ell für Ei­sen­bahn­be­diens­te­te, Wis­sen­schaft­ler, Elek­tri­ker und Tech­ni­ker ent­wor­fen wur­de, die in der Nä­he von star­ken elek­tri­schen Strö­men ar­bei­te­ten. Sie hat­te da­mals ein spe­zi­el­les Dop­pel­ge­häu­se und konn­te so­mit das Uhr­werk vor den schäd­li­chen Ein­flüs­sen elek­tri­scher Fel­der von bis zu 1000 Gauß schüt­zen.

2003 kam ei­ne über­ar­bei­te­te Auf­la­ge des Ome­ga-klas­si­kers her­aus. Die­se Uhr war be­reits mit ei­nem En­de der 1990er-jah­re ent­wi­ckel­ten mo­der­nen Co-axi­al-ka­li­ber aus­ge­stat­tet. Zwi­schen­zeit­lich nicht mehr pro­du­ziert, er­schien die Rail­mas­ter 2017 im his­to­ri­schen De­sign des Ori­gi­nals von 1957 in ei­ner Ju­bi­lä­ums­kol­lek­ti­on und mit ei­ni­gen De­si­gnNuan­cen auch als Se­ri­en­mo­dell.

Aus­ge­stat­tet mit dem au­to­ma­ti­schen Ome­ga-ma­nu­fak­tur­ka­li­ber 8806 trifft ihr Vin­ta­ge-look auf die

mo­der­ne Mas­ter-chro­no­me­ter-tech­nik, die heu­te vor Ma­gnet­fel­dern von bis zu 15000 Gauß schützt. Da­mit schreibt die Rail­mas­ter der Ge­gen­wart ei­ne Ge­schich­te fort, die schon vor mehr als 120 Jah­ren be­gann.

Im Ge­gen­satz zum Ori­gi­nal und zur li­mi­tier­ten Ju­bi­lä­ums­uhr ist das schwar­ze Stahl­zif­fer­blatt der Se­ri­en­Rail­mas­ter nicht glatt, son­dern ver­ti­kal ge­bürs­tet und ver­leiht der Uhr da­mit ei­ne mo­der­ne Nuan­ce. Nost­al­gie kommt da­ge­gen mit der so tref­fend als »Ei­sen­bahn­schie­ne« be­zeich­ne­ten Mi­nu­te­rie auf, die üb­ri­gens beim Ori­gi­nal aus lang­ge­streck­ten In­dexLi­ni­en be­stand. Ei­nen mo­der­ne­ren Ein­druck hin­ter­las­sen wie­der­um die Zif­fern Drei, Sechs, Neun und Zwölf, die bei al­len Mo­del­len auf­tau­chen, wenn auch in un­ter­schied­li­cher ty­po­gra­fi­scher Aus­füh­rung.

Das Fa­den­kreuz in der Mit­te des Zif­fer­blat­tes gilt als Sym­bol für be­son­de­re Prä­zi­si­on, die bei der Rail- mas­ter der Ge­gen­wart durch das Mas­ter Chro­no­me­ter Ka­li­ber 8806 er­reicht wird. Zer­ti­fi­ziert von der COSC er­füllt das Uhr­werk zu­nächst ein­mal die Chro­no­me­ter­norm. Mit dem Zer­ti­fi­kat des Eid­ge­nös­si­schen In­sti­tuts für Me­tro­lo­gie (METAS) geht die Rail­mas­ter über die­se Qua­li­täts­stu­fe hin­aus und bie­tet als ge­prüf­tes Mas­ter Chro­no­me­ter Ma­gnet­feld­schutz bis zu 15000 Gauß. Ome­ga ge­währt da­für vier Jah­re Ga­ran­tie.

Aus­ge­wo­ge­ner An­trieb: Mas­ter Chro­no­me­ter 8806

Wie in­zwi­schen zahl­rei­che Ome­ga­Uhr­wer­ke, er­reicht das Ka­li­ber 8806 da­mit den der­zeit höchs­ten Stan­dard an Prä­zi­si­on, Gang­ge­nau­ig­keit, und Ma­gnet­feld­re­sis­tenz. Es läuft zwar nicht ganz so per­fekt, wie an­de­re, be­reits von uns ge­tes­te­te Mas­ter Chro­no­me­ter – wie et­wa das Ka­li­ber 8900 in un­se­rer Lang­zeit-testuhr Sea­m­as­ter Pla­net Oce­an – den­noch aber ta-

del­los und sehr aus­ge­wo­gen, mit ge- rings­ten Gan­g­ab­wei­chun­gen zwi­schen den ein­zel­nen La­gen und bes­ten Wer­ten am Hand­ge­lenk.

Das Ka­li­ber 8806 be­fin­det sich als rei­nes Drei­zei­ger-werk seit 2017 in Ome­gas Mas­ter Chro­no­me­ter-re­per­toire und ist grund­sätz­lich bau­gleich mit dem 2016 ein­ge­führ­ten Ka­li­ber 8800, hat al­ler­dings – im Ge­gen­satz zu die­sem – kei­ne Da­tums­an­zei­ge. Bei der Rail­mas­ter ver­birgt es sich (lei­der) hin­ter ei­nem mas­si­ven Ge­häu­se­bo­den mit wel­len­kan­ti­gem De­sign und ge­präg­tem See­pferd­chen-me­dail­lon. Dass die­ses samt al­ler Schrift­zü­ge im­mer auf der rech­ten Po­si­ti­on er­scheint, da­für sorgt das neue, pa­ten­tier­te Nai­ad-lock-sys­tem. Es han­delt sich um ei­ne Art Ba­jo­nett-ver­schluss des Ge­häu­se­bo­dens, der nach und nach die her­kömm­li­chen Ge­win­de­schraub­bö­den bei Ome­ga er­set­zen soll.

Der Bo­den des 40 Mil­li­me­ter gro­ßen und bis 15 Bar druck­fes­ten Edel­stahl­ge­häu­ses sitzt da­mit im­mer ex­akt, was nicht zu­letzt von be­son­de­rem äs­the­ti­schem Reiz ist. Mit sei­ner gro­ben Ras­ter-struk­tur und den mo­nu­men­tal an­mu­ten­den Schrift­zü­gen und Gra­vu­ren ver­stärkt der Bo­den aber auch den Ein­druck ei­nes »Ar­beits­pfer­des«. Die­sen un­ter­streicht zu­dem das bei un­se­rer Testuhr an­ge­brach­te Tex­tilarm­band. Des­sen Le­der­un­ter­füt­te­rung macht es an­ge­nehm am Arm, wäh­rend das Fisch­grä­ten­mus­ter des Stof­fes und die me­tall­ge­fass­ten Lö­cher an die Ro­bust­heit von Ar­beits­an­zü­gen er­in­nern.

Ro­bus­ter Zeit­ge­nos­se für den Ar­beits­all­tag

Ro­bust ist die Rail­mas­ter al­le­mal. Sie wächst mit ih­rem De­sign zwar nicht über sich hin­aus, zeich­net sich aber auch nach Jah­ren als prak­ti­sche, zu­ver­läs­si­ge und den­noch de­zent, ele­gant an­mu­ten­de Uhr aus, die gern bei der Ar­beit und dar­über hin­aus ge­tra­gen wer­den kann. [4907] ———

Re­tro-mo­der­ne: Das Zif­fer­blatt hat von Bei­dem et­was und ist stets gut ab­les­bar.

Ar­beits­an­zug: Tex­til­band, Dorn­schlie­ße, Stahl­bo­den, ko­ni­sche Schraub­kro­ne.

Nacht­zug: Die Rail­mas­ter ist auch bei Dun­kel­heit bes­tens ab­les­bar.

Ori­gi­nal­grö­ße: Die Rail­mas­ter misst knapp 40 Mil­li­me­ter im Durch­mes­ser.

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