TAG Heu­er

Come­back der Mo­na­co Gulf

Uhren-Magazin - - Erste Seite - Text — Hol­ger Christ­mann Fo­tos — Her­stel­ler

TAG Heu­er be­lebt die his­to­ri­sche Part­ner­schaft mit der Erd­öl­ge­sell­schaft Gulf wie­der und lan­ciert 2018 gleich meh­re­re Chro­no­gra­phen mit den kul­ti­gen blau-oran­ge­nen Strei­fen. Beim Blau ist je­doch auf die fei­nen Un­ter­schie­de zu ach­ten.

——— In den sech­zi­ger und sieb­zi­ger Jah­ren wa­ren sie Kult auf den Renn­pis­ten von Le Mans bis Day­to­na: die oran­ge und hell­blau la­ckier­ten Renn­wa­gen des Mo­tor­sport-spon­sors Gulf. In Ko­ope­ra­ti­on mit dem Renn­team John Wy­ers und mit Fah­rern wie Ja­cky Ickx, Pe­dro Ro­d­ri­guez, Lu­ci­en Bi­an­chi und Jo Sif­fert ge­wan­nen die Ford GTS und Por­sche 917 der Gulf-teams zahl­rei­che Langstre­cken­ren­nen, dar­un­ter 1968 Le Mans.

1970 kreuz­ten sich die We­ge der ame­ri­ka­ni­schen Öl­ge­sell­schaft mit de­nen des renn­sportaf­fi­nen Schwei­zer Uh­ren­bau­ers Heu­er. Bei­de spon­ser­ten den Pi­lo­ten Jo Sif­fert. Als der ame­ri­ka­ni­sche Film­star Ste­ve Mc­queen im Som­mer des Jah­res sein Epos »Le Mans« dreh­te, ent­schied er sich für den Ren­no­ver­all Sif­ferts als Film­kluft. Auf dem wa­ren die Lo­gos von Chro­no­graph Heu­er und Gulf auf­ge­näht. Mc­queens Film-por­sche 917 war in den Gul­fOil-far­ben la­ckiert. Am Hand­ge­lenk trug Mc­queen den neu­en Heu­erMo­na­co- Chro­no­gra­phen, der mit ei­nem der ers­ten au­to­ma­ti­schen Chro­no­gra­phen­wer­ke aus­ge­stat­tet war, dem Ca­li­bre 11. Heu­er hat­te das Werk ge­mein­sam mit Breitling, Leo­ni­das, Ha­mil­ton/bü­ren und dem Wer­ke­fa­bri­kan­ten Du­bo­is Dé­praz ent­wi­ckelt und 1969 gleich­zei­tig in New York und Genf vor­ge­stellt. Zu den Cha­rak­te­ris­ti­ka des Ca­li­bre 11 ge­hör­te, dass es nicht von ei­nem zen- tra­len, son­dern von ei­nem Mi­kroro­tor an­ge­trie­ben wur­de. Au­ßer­dem saß die Kro­ne des Pio­nier­werks auf der lin­ken Sei­te. Die Heu­er Mo­na­co war zu­dem der ers­te vier­ecki­ge Au­to­ma­tik­chro­no­graph und die ers­te ecki­ge Uhr, die dank neu­er Dich­tungs­tech­nik was­ser­dicht war.

Le Mans 1968 – ein Ren­nen in ei­nem denk­wür­di­gen Jahr

Dem Mo­tor­sport blie­ben die bei­den Mar­ken eng ver­bun­den, Gulf mit sei­nem ei­ge­nen Renn­team, Heu­er als Part­ner Fer­ra­ris in der For­mel 1, spä­ter als Zeit­neh­mer der For­mel 1. 1984 fu­sio­nier­te Gulf mit Stan­dard Oil und ging im Öl­kon­zern Chev­ron auf. Die Gulf-na­mens­rech­te lie­gen heu­te bei der in­di­schen Hin­du­ja-grup­pe. An die ge­mein­sa­me Ge­schich­te er­in­ner­ten sich die bei­den Iko­nen 2005 wie­der. Da­mals brach­te TAG Heu­er zum 75. Ge­burts­tag des al­ler­dings schon 1980 ge­stor­be­nen Ste­ve Mc­queen die TAG Heu­er Mo­na­co Vin­ta­ge (CW 2118) mit Gulf-strei­fen und als li­mi­tier­te Edi­ti­on her­aus. 2007 folg­te die Gulf II Mo­na­co Ca­li­bre 17 (CW 211A), 2009 die Gulf III Ca­li­bre 12 (CAW 2113). Zu den H igh­lights ge­hör­te die M ona­co Twen­ty Four Ca­li­bre 36 von 2010.

2018 nun be­le­ben die eins­ti­gen Weg­ge­fähr­ten ih­re Part­ner­schaft mit gro­ßem Aplomb wie­der . I m März stell­te TAG Heu­er auf dem G en­fer Au­to­sa­lon die Heu­er Mo­na­co Gulf Spe­cial Edi­ti­on Ca­li­bre 11 im cha­rak­te­ris­ti­schen 39-M il­li­me­ter-for­mat vor. Im Ju­ni folg­te ei­ne auf 50 Ex­em­pla­re li­mi­tier te, leicht mo­di­fi­zier­te Ver­si­on des Au­to­ma­tik chro­no­gra­phen: die Heu­er Mo­na­co Ca­li­bre 11 Spe­cial Edi­ti­on Gulf 50th An­ni­vers­a­ry. Sie er­in­nert an den ers­ten Sieg des Gulf-ra­c­ing Teams beim 2 4-St­un­den-ren­nen in L e Mans vor ei­nem hal­ben Jahr­hun­dert. Den er­ran­gen der Me­xi­ka­ner Pe­dro Ro­d­ri­guez und sein bel­gi­scher Team-kol­le­ge Lu­ci­en Bi­an­chi im le­gen­dä­ren F ord GT40. Das Le-mans-ren­nen von 1968 stand un­ter au­ßer­ge wöhn­li­chen Vor­zei­chen. We­gen der Stu­den­ten­un­ru­hen und Streiks, die Frank­reich von Mai bis in den Som­mer lahm­leg­ten, fand es zum ers­ten Mal erst En­de Sep­tem­ber statt. Die Un­ter­schie­de zwi­schen bei­den Ver­sio­nen der Uhr lie­gen vor

WAHLVERWANDTSCHAFT VON TREIB­STOFF UND ZEIT­NAH­ME Einst zier­ten die Strei­fen der Öl­ge­sell­schaft Gulf und das Lo­go der Heu­er- Chro­no­gra­phen die Over­alls und Renn­wa­gen von Le­gen­den. Jetzt wol­len die bei­den Mar­ken ih­re Part­ner­schaft aus­bau­en.

al­lem in den Stück­zah­len und in der Farb­ge­bung. Wer die Ge­schich­te des Gulf-renn­teams kennt, weiß, dass sich das Gulf-lo­go und der Farb­code der Renn­la­ckie­rung mehr­mals än­der­ten: Am auf­fäl­ligs­ten ist bis heu­te der Wech­sel von Dun­kel­blau- Oran­ge hin zu Hell­blau- Oran­ge in den spä­ten sech­zi­ger Jah­ren. Das Hell­blau hat­te die ka­li­for­ni­sche Wilshire Oil Com­pa­ny ein­ge­bracht, als sie 1960 von Gulf ge­schluckt wur­de. Die Renn­wa­gen fuh­ren vor­erst wei­ter in dun­kel­blau­er La­ckie­rung. Das än­der­te sich, als Gulf En­de der Sech­zi­ger ei­ne Part­ner­schaft mit dem Renn­lei­ter John Wy­er ein­ging. Um den Neu­an­fang zu fei­ern, än­der­te Gulf sei­ne La­ckie­rung in das bis heu­te be­kann­te Hell­bau. Die ak­tu­el­len Heu­er Mo­na­co- Gulf-chro­no­gra­phen fei­ern al­so die zwei Farb­codes von Gulf Oil. Die Heu­er Mo­na­co Gulf Spe­cial Edi­ti­on Ca­li­bre 11 hul­digt dem Dun­kel­blau- Oran­ge, die auf 50 Ex­em­pla­re li­mi­tier­te Edi­ti­on er­in­nert an die Kom­bi­na­ti­on Hell­blauOran­ge. Für De­sign-fe­ti­schis­ten sei­en die of­fi­zi­el­len Na­men der Farb­tö­ne nach­ge­reicht: Der dun­kels­te heißt »na­vy blue«, der nächs­thel­le­re »cool blue« oder pe­trol­blau, das Hell­blau wird bei Gulf mal »pow­der blue«, mal »ra­c­ing blue« ge­nannt. Der Preis der Heu­er Mo­na­co Gulf Spe­cial Edi­ti­on liegt bei 5250 Eu­ro, der auf 50 Ex­em­pla­re li­mi­tier­te 50th-an­ni­vers­a­ryChro­no­graph kos­tet 5750 Eu­ro. Für den spar­sa­me­ren Gulf-fan gibt es die TAG Heu­er For­mu­la 1 Spe­cial Edi­ti­on Gulf mit Quarz­werk für 1450 Eu­ro.

Demp­seys Sieg krön­te die Prä­sen­ta­ti­on der Uhr

Prä­sen­tiert wur­de die 50th-an­ni­vers­a­ry Edi­ti­on der Heu­er Mo­na­co Gulf im Ju­ni im Au­to­mo­bil­mu­sem des klei­nen Fürs­ten­tums, des­sen Ren­nen dem Chro­no­gra­phen den Na­men gab. Jack Heu­er, Eh­ren­prä­si­dent von TAG Heu­er, war an­we­send, eben­so Mar­ken­bot­schaf­ter Patrick Dempsey. Prin­zes­sin Sté­pha­nie kam mit ih­ren Kin­dern. Die Schwei­zer über­ga­ben dem Mu­se­um ei­ne his­to­ri­sche Kar­te, die sie re­stau­riert hat­ten. Auf der Kar­te sind die Mo­tor­rad­rei­sen Al­bert I. durch Frank­reich ver­zeich­net. Der Fürst – von 1889 bis 1922 Re­gent Mo­na­cos – war pas­sio­nier­ter For­schungs­rei­sen­der und Aben­teu­rer (er soll Mo­na­co mehr per Funk als vom Thron re­giert ha­ben).

Patrick Dempsey, der eins­ti­ge »Grey’s-ana­to­my«-star, fie­ber­te der­weil den 24 St­un­den von Le Mans ent­ge­gen. Der er­folg­rei­che Ama­teurRenn­pi­lot, der 2015 in Le Mans als Fah­rer den zwei­ten Platz in der Gte-am-klas­se hol­te, hält sich jetzt mit dem Team Dempsey Pro­ton ei­nen ei­ge­nen Renn­stall. Für ihn ging 2018 ein Traum in Er­fül­lung, denn sein Team hol­te in Le Mans im Por­sche 911 RSR den Sieg in der GTE-AMKlas­se. Dempsey mach­te da­mit auch sei­nen Uh­ren­part­ner glück­lich, schließ­lich heißt des­sen Slo­gan: »Don’t crack un­der pres­su­re«. Das Gulf-team be­leg­te zwar dies­mal nur den zehn­ten Platz, war aber Meis­ter der Her­zen. Wo im­mer die Gulf-far­ben in Le Mans auf­tauch­ten, ob an Au­tos oder Hand­ge­len­ken, zo­gen sie neu­gie­ri­ge Bli­cke auf sich. [5624] ———

Blau-oran­ge­ne Gulf-strei­fen zie­ren die Zif­fer­blät­ter die­ser neu­en Tag-heu­er-mo­del­le: Die Heu­er Mo­na­co Ca­li­bre 11 Gulf Spe­cial Edi­ti­on (links) und die Heu­er Mo­na­co Ca­li­bre 11 Spe­cial Edi­ti­on Gulf 50th An­ni­vers­a­ry (Mit­te) sind mit dem be­kann­ten Au­to­ma­tik­ka­li­ber 11 aus­ge­stat­tet. Bei­de ha­ben den klas­si­schen Durch­mes­ser von 39 Mil­li­me­tern und die Kro­ne links. Rechts: For­mu­la 1 Gulf Spe­cial Edi­ti­on (43 mm) mit Quarz­werk.

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